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Eingänge von meteorologischen Journalen etc., August 1885,
und Windstille aufgehalten. Als man in dieser Zeit nach 5,8° N-Br in
24,2° W-Lg vorgerückt war, wurde dort der zunächst nur noch schwach
wehende SE-Passat angetroffen, von welchem „Josefa“ bis zum 6. November
zu der in 29,3° W-Lg überschrittenen Linie geführt wurde. Um zu derselben
von 50° N-Br her zu gelangen, waren 31 Tage erforderlich gewesen. Während
dieser Zeit hatte man: 40° N-Br in 15° W-Lg am 10. Oktober, 30° N-Br in
[9,1° W-Lg am 15. Oktober, 20° N-Br in 24,9° W-Lg am 20. Oktober und
10° N-Br in 26° W-Lg am 26. Oktober gekreuzt, Am 2. November hatte in
28,3° W-Lg die ebenfalls vom Eigenthümer der „Josefa“ geeignete Bremer
Bark „Elisabeth“, welche von Cardiff nach Singapore bestimmt war, den Aequator
passirt. Ein zweiter Mitsegler, die auf einer Reise nach Valparaiso begriffene
Hamburger Bark „Parnass“ welche den Kanal am 10. Oktober verlassen hatte,
erreichte südliche Breite in 31,2° W-Lg am 4. November, und noch ein anderer
Mitsegler, das eiserne Bremer Vollschiff „Regulus“, welches, von Cardiff nach
Singapore bestimmt, sich am 6. Oktober in 50° N-Br befunden hatte, gelangte
zur Linie in 26° W-Lg am 3. November. Am Mittage des 21. Oktober hatte
sich: „Josefa“ in 18,3° N-Br und 25,5° W-Lg, „Elisabeth“ in 16,3° N-Br und
27,1° W-Lg, „Parnass“ in 22,1 N-Br und 22,5° W-Lg und „Regulus“ in
16,3° N-Br und 26,1° W-Lg befunden. Bis zum 1. November Mittags segelten
dann: „Josefa“ nach 5,7° N-Br in 246° W-Lg, „Elisabeth“ nach 2,3° N-Br in
26,1° W-Lg, „Parnass“ nach 64° N-Br in 26° W-Lg und „Regulus“ nach
3,9° N-Br in 20,9° W-Le.
In südlicher Breite wurde „Josefa“ nur bis nach 17,5° S-Br in 34,3° W-Lg
vom Passate begleitet. In geringer Entfernung von diesem Punkte wurde der
Wind schwach und veränderte sich nach NE. Nachdem der zum ganz leisen
Zuge herabgesunkene Wind am 14, November eine unregelmäfßsige Drehung nach
links ausgeführt hatte, folgte auf diese wieder ein frischer SE-Wind, der später
ebenfalls langsam nach links zu drehen begann. Bis nach 34° S-Br in 44° W-Lg
hin blieben östliche Winde vorherrschend. Südlich von diesem Punkte wurden
fast nur westliche Winde angetroffen, bei denen sich, da sie oft aus schraler
Richtung kamen, nur ein langsamer Fortgang erzielen lief. Einen heftigen
Sturm überstand „Josefa“ hier. Derselbe wehte, als man sich am 6. Dezember
in der Nähe von 45,7° S-Br und 55° W-Lg befand, aus südwestlicher Richtung.
Das Barometer sank während desselben auf 741,7 mm. Bei leichtem westlichem
Winde erreichte „Josefa“ am 12. Dezember in 63,5° W-Lg den Parallel von
50° Süd, Der 12. Dezember war der 36, bis dahin in südlicher Breite ver-
brachte Tag. Während dieser Zeit hatte man: 10° S-Br in 33,5° W-Lg am
10. November, 20° S-Br in 35,6° W-Lg am 15. November, 30° S-Br in 41°W-Lg
am 20. November und 40° S-Br in 465° W-Lg am 29. November gekreuzt.
Der Mitsegler „Parnass“ war nach 50° S-Br in 64,6° W-Lg schon am 1. De-
zember gelangt. Am 12, Dezember befand sich „Regulus“ in 40,2° S-Br und
65,3° O-Lg, „Elisabeth“ in 41,5° S-Br und 555° "O-Lg und „Parnass“ in
50,1° S-Br und 77,8° W-Lg.
„Parnass“ hatte seine raschere Reise durch den Südatlantischen Ocean
zum Theil dem Umstande zu verdanken, dafs er denselben auf östlicher gelegener
Route, als „Josefa“ sie verfolgte, durchsegelte. Nach Kap Horn oder den süd-
lichen Häfen der Ostküste Südamerikas bestimmten Schiffen ist im Allgemeinen,
and besonders scheint dieses für die Zeit des südlichen Winters zu gelten, an-
zurathen, den Meridian von 40° West in etwa 23° S-Br zu schneiden. Wenn
sie dann ferner für 30° S-Br in 48° W-Lg steuern und sich weiter in gleichem
Abstande, den dieser Punkt von der Küste hat, vom Lande zu halten bestreben,
50 wird ihre Reise wahrscheinlich einen günstigeren Verlauf nehmen, als es auf
östlicher gelegener Route der Fall sein würde.
Am 15. Dezember durchsegelte „Josefa“ bei kräftigem NE-Winde die
Strafse ie Maire. Da sich südlich von derselben der Wind auch noch für
jängere Zeit in nördlicher Richtung hielt, konnte schon am 16. Dezember in
Sicht von Land die Länge des Kap Horn überschritten werden. Als „Josefa“
sich am 19. Dezember in etwa 58° S-Br und 74,6° W-Lg befand, kam dort bei
auf 733,4 mm gesunkenem Barometerstande ein langsam auffrischender Ostwind
durch, bei dem sich während des 20. Dezember ein recht befriedigender Fort-
gang erzielen liefs. Indem der Ostwind sich nach rechts veränderte, drehte