Eingänge von meteorologischen Journalen ete,, August 1885.
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berücksichtigen, dafs mehr als der tiefe Stand des Luftdruckes an sich die
steilen Gradienten des Depressionsgebietes oder, was auf dasselbe hinauskommt,
die ungewöhnlich rasch erfolgenden Schwankungen des Luftdruckes die drohende
Gefahr anzeigen. Da „Jupiter“ durch den Sturm nicht wie die beiden Mit-
segler zum Beidrehen gezwungen wurde, näherte er sich dem „Johann Hinrich“
rasch. Am Mittage des 10. Mai befand sich diese Bark daher in 53,7° S-Br
und 57,2° W-Lg, gegen den gleichzeitigen Standpunkt des Schoners in 53,9°
S-Br und 55,9° W-Lg. Auch „Jupiter“ berichtete über am 9. Mai wahr-
genommenes Blitzen. .
In nördlicher Breite wurde „Johann Hinrich“ bis nach 3° N-Br in
27,8° W-Lg vom SE-Passate begleitet. Um den in diesem Punkte angetroffenen
Stillengürtel zu überschreiten, waren 2% Tage erforderlich. Nach Verlauf der-
selben stellte sich am 13, Juni, in etwa 4,5° N-Br und 28,4° W-Lg, der NE-
Passat ein, bei dem die Reise wieder einen längeren günstigen Verlauf nahm,
Der zwischen 5° und 25° N-Br am kräftigsten angetroffene Passat dehnte sein
Gebiet ungewöhnlich weit nordwärts aus. Erst nachdem „Johann Hinrich“. von
ihm bis zum 28, Juni nach 39,2° N-Br in 36,8° W-Lg geführt worden war,
wurde die Richtung des mäfsigen Windes eine südöstliche. Der seit längerer
Zeit schon sehr hohe Luftdruck hatte damals einen Stand von 774,3 mm erreicht.
Zwei Tage später wurde unweit von 42,5° N-Br in 34° W-Lg ein höchster
Stand von 777,8 mm beobachtet. Nachdem der Wind sich in langsamer Drehung
durch S nach SW verändert hatte, konnte auch der letzte Reiseabschnitt unter
recht günstigen Verhältnissen vollendet werden. Kin leichter SW-Wind: führte
den „Johann Hinrich“ am 10. Juli zur Mündung des Kanals, Um zu derselben
von Pisagua her zu gelangen, waren 90 Tage erforderlich gewesen. In nörd-
licher Breite hatte man 31 Tage zugebracht und dort: 10° N-Br in 32,6° W-Lg
am 16. Juni, 20° N-Br in 35,8° W-Lg am 19. Juni, 30° N-Br in 37° W-Lg
am 23. Juni und 40° N-Br in 35,7° W-Lg am 29. Juni gekreuzt. Der Mitsegler
„Jupiter“ ankerte im Hafen von Falmouth am 18. Juli, und „Kriemhild“ gelangte
nach Queenstown am 11. Juli. Auf dem in nördlicher Breite liegenden Reise-
abschnitt hatten die Schiffe ganz verschiedene Verhältnisse angetroffen, und waren
infolge dessen die Fahrten dort von sehr verschiedener Dauer. Schon beim
Ueberschreiten des Stillengürtels gewann „Johann Hinrich“ bedeutend gegen
die Mitsegler. Denn während dieses Schiff den NE-Passat am 13. Juni in
4,5° N-Br und 28,4° W-Lg antraf, fanden „Kriemhild“ denselben in 7,4° N-Br
und 30,4° W-Lg am 19. Juni und „Jupiter“ in 7,4° N-Br und 26° W-Lg am
18. Juni. Zur polaren Passatgrenze gelangte der Schoner in 39,2° N-Br und
36,8° W-Lg am 28, Juni, die eiserne Bark in 37,4° N-Br und 38,7° W-Lg am
6. Juli und die hölzerne Bark in 32,6° N-Br und 39,1° W-Lg am 30. Juni.
Am 2. und 3. Juli erlebte „Jupiter“ dann noch bei 39° N-Br in 36° W-Lg
einen heftigen Sturm, der in seinem Auftreten manche Anzeichen eines Orkanes
zeigte. Derselbe begann aus SSE und erreichte aus dieser Richtung, während
der vorher lange Zeit hindurch sehr hohe Luftdruck in 12 Stunden um 8 mm
sank, die Stärke 9. Als dieses geschehen war, nahm der Wind plötzlich bis
zur schwachen Briese ab und veränderte sich nach SW, um dann 4 Stunden später
wieder aus E mit der Stärke 9 einzusetzen und sich nachher erst langsam zu
mäfeigen. Der niedrigste, im Journal mitgetheilte Barometerstand ;war gleich
758,3 mm. Die Mitsegler merkten von diesem Sturme wenig oder gar nichts.
Als der am 8, Juli mittags in 39,5° N-Br und 36° W-Lg stehende „Jupiter“
dort Wind EzS (9) und Luftdruck gleich 758,3 mm beobachtete, herrschte gleich-
zeitig bei „Johann Hinrich“ in 45,2° N-Br und 29,2° W-Lg SSE-Wind ©)
und Luftdruck gleich 771,1 mm und bei der in 41,5° N-Br und 36,3° W-Lg
stehenden „Kriemhild“ Wind aus ENE, Stärke 8, und ein Barometerstand. von
764,6 mn.‘ Auf dem nach diesem Tage noch zurückzulegenden Theil der Reise
wurde „Kriemhild“ durch die angetroffenen Winde noch ungewöhnlich begünstigt,
„Jupiter“ dagegen in demselben Grade benachtheiligt.
19. Reise der Elsflefher Bark „Teutonia“, Kapt. A. Spieske.
Am 20. April 1884 verliefs die mit Zucker beladene Bark „Teutonia“
den Hafen von Hongkong, um nach Montreal zu segeln. Dieselbe traf auf See,
während der ersten dort verbrachten Tage, leichte umlaufende Winde an, bei
Ann. da. Hrädr. ete.. 1885. Haft XI.