Eingänge vox. meteorologischen Journalen etc., August 1885.
699
der Wind am 18. Dezember eine hoch nördliche Richtung an, um dieselbe für
mehrere Tage zu behalten. Unweit von 19,5° S-Br in 34,7° W-Lg drehte der Wind
am 20. Dezember durch N, und nicht weit von 23,5° S-Br in 35,5° W-Lg ver-
änderte sich der Wind am 21. Dezember zurück durch S nach SE. Während
der folgenden Zeit vollendete der‘ Wind noch 3 Rundläufe nach links, in denen
die östlichen Winde die bei Weitem vorherrschenden waren. Nachdem der
Wind jedoch am 31. Dezember bei 37° S-Br in 52° W-Lg noch einmal durch
N gegangen war, blieb seine Richtung eine westliche. Der Verlauf der Reise
wurde dann ein langsamer, und am 13. Januar 1885 gelang es, den in 62° W-Lg
äberschrittenen Parallel von 50° S zu erreichen. Der 13. Januar war der 30,
bis dahin in südlicher Breite zugebrachte Tag. Während dieser Zeit. hatte
man: 10° 8S-Br in 33,4° W-Lg am 16. Dezember, 20° S-Br in 34,8° W-Lg am
20. Dezember, 30° S-Br in 42,8°. W-Lg am 25, Dezember und 40° S-Br in
54° W-Lg am 1. Januar gekreuzt. Der Mitsegler „Arcturus“, welcher nach
20° S-Br in 30° W-Lg am 22. Dezember gelangt war, befand sich am 13. Januar
in 40,5° S-Br und 28,5° O-Lg.. Dieses Schiff hatte im Gebiete des SE-Passats
anfänglich nur geringe Schnelligkeit erzielen können und dort gegen den Schoner
bedeutend verloren. Am Mittage des 14. Dezember hatte sich „Arcturus“ in
3,1° S-Br und 31,2° W-Lg, „Johann Hinrich“ in 3,2° S-Br und 31,4° W-Lg
befunden, und 3 Tage später stand das erstere Schiff in 9,4° S-Br und .32,5°
W-Lg, der Schoner dagegen schon in 12,3° S-Br und 34° W-Lg. Infolge der
vom Vollschiffe eingehaltenen östlicheren Route wurde „Arcturus“ aber viel
länger vom Passat begleitet. Bei diesem Schiffe fand eine Veränderung des
Windes nach NE erst statt, als der Schiffsort am 21. Dezember 18,3° S-Br
in 30,3° W-Lg geworden war, und N wurde die Windrichtung erst, nachdem
„Arcturus“ bis zum 25. Dezember nach 27° S-Br in 24,8° W-Lg gelangt war.
Nachdem „Johann Hinrich“ südlich von 50° S-Br einen etwa 12 Stunden
Jang anhaltenden Südsturm überstanden hatte, legte der Schoner bei veränderlichen
meist westlichen Winden bis zum 17. Januar die Strecke zur Strafse von Le
Maire zurück. Man durchsegelte dieselbe an diesem Tage bei leichtem nörd-
lichem Winde, und da man am 18. Januar von frischem Nordwinde begünstigt
wurde, konnte schon an diesem Tage die Länge des Kap Horn überschritten
werden. Nachdem man bis zum 19. Januar nach 58° S-Br in 70° W-Lg vor-
gerückt war, wurden stürmischo Westwinde angetroffen, bei denen sich für
mehrere Tage nur sehr geringer Fortschritt erzielen liefs. Während eines am
20. Januar für kurze Zeit fast in orkanartiger Stärke wehenden Weststurmes
erreichte der Luftdruck einen niedrigsten Stand von 754,2 mm. Nach dem
23, Januar wurden die Verhältnisse wieder günstiger. Stürme. kamen nicht
mehr vor, und an mehreren Tagen wurde die Fahrt nun von frischem Ostwinde
begünstigt. Bei leichtem NE-Winde überschritt „Johann Hinrich“ auch: am
30. Januar in. 82,3° W-Lg wieder den Parallel von 50° S. Es waren dann
17 Tage verflossen, seit man ihn im Atlantischen Ocean verlassen hatte..
Auf den nördlich von 50° S-Br im Grofsen Ocean noch ‚einen Tag lang
anhaltenden NE-Wind folgte am 1. Februar ein frischer Westwind. Derselbe
lief, als man bei ihm nach Norden hin vorrückte, allmählich raumer, so dafs
am 4, Februar bei 40° S-Br die Windrichtung schliefslich eine südöstliche wurde.
Als dasselbe ‚geschah, hatte das Barometer einen höchsten Stand von 771,0 mm
erreicht. Vom Passat begünstigt, legte „Johann Hinrich“ dann die noch vor-
liegende Strecke zum Bestimmungsplatze Arica zurück. Als man auf dessen
Rhede am 13, Februar ankerte, waren 94 Tage seit der Abreise von New- York
vergangen. Nördlich von 50° S-Br im Grofsen Ocean hatte „Johann Hinrich“
40°.S-Br in 80° W-Lg am 4. Februar und 30° S-Br in 76,2° W-Lg am 8. Februar
gekreuzt. Kapt. Meyer bemerkt zum Schlusse seiner Reise, dafs er in Arica
erfuhr, wie 2 Amerikanische Schiffe, die New- York 10 Tage früher als „Johann
Hinrich“ verliefsen, nach Valparaiso je 97 und 103 Tage Reise gehabt hatten.
Nach einem Aufenthalte.in Arica bis zum 8. März ging.der Schoner an
diesem Tage wieder in See, um nach Pisagua zu segeln. Kr. erreichte diesen
Platz nach dreitägiger Reise und verliefls ihn wieder, nachdem. das Schiff in ihm
mit Salpeter beladen worden war, am 11. April, um nach. Kuropa zurück-
zukehren, Man segelte bei dem auf See angetroffenen frischen SE-Passat bis
zum 20... April zu der in 30,2° S-Br und 86,3° W-Lg gelegenen polaren Passat-