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Eingänge von meteorologischen Journalen etc., August 1885,
setzende kräftige NW-Wind. Nach dieser Veränderung segelte man bei dem
sich nun meist im nordwestlichen Viertel haltenden, aber bald flauer werdenden
Winde südwärts. Als der Schiffsort am 2. Januar 1885 28,8° N-Br in 124° W-Lg
geworden war, veränderte sich der leichte Wind bei einem höchsten Barometer-
stande von 770mm durch N nach NNE und wurde Passat, Dieser zwischen
27° und 14° N-Br am frischesten wehende Wind begleitete die Bark bis nach
5,6° N-Br in 124° W-Lg. In der Nähe dieses Punktes schien am 12. Januar
die äquatoriale Passatgrenze zu liegen. Mallung oder Stille wurde beim Ueber-
gange des Schiffes vom Gebiete des NE- in das des SE-Passats gar nicht an-
getroffen, Der bei jenem Punkte schwach gewordene Wind veränderte sich
vielmehr bald nach SE und wurde dann, indem er auffrischte, zum Passat. Bei
solchem ging „Katinka“ am 15. Januar in 127° W-Lg von nördlicher in südliche
Breite über. Zur Vollendung der zwischen Abgangshafen und Linie liegenden
Strecke waren 19 Tage erforderlich gewesen. Während dieser Zeit hatte man:
30° N-Br in 124° W-Lg am 2. Januar, 20° N-Br in 123,7° W-Lg am 6. Januar
und 10° N-Br in 124° W-Lg am 10. Januar geschnitten.
In südlicher Breite wehte der Passat, wie in diesem Meerestheile ge-
wöhnlich, zwar aus raumer Richtung, doch wurde derselbe schon nachdem 9° S-Br
überschritten worden war, flau. Unweit von 165° S-Br in 129,8° W-Lg, wo
die Windrichtung am 23. Januar eine nordöstliche wurde, schien die polare
Passatgrenze zu liegen. Südlich von diesem Punkte beobachtete man für längere
Zeit schwache Nordwinde, auf die, nachdem 24° S-Br überschritten worden war,
noch wieder mäfsige SE-Winde folgten. Als „Katinka“ sich am 31. Januar in
26° S-Br und 127° W-Lg befand, wurde die Führung des meteorologischen
Journals unterbrochen. Kapt, Stoll erkrankte und starb bald nachher.
14. Reise des Hamburger Dreimastschoners „Johann Hinrich“, Kapt. N. Meyer.
Am 11. November 1884 trat der Schoner „Johann Hinrich“ von
New- York aus eine Reise nach Arica an. Derselbe seyelte bei den auf See
zunächst angetroffenen kräftigen, aus westlicher Richtung vorherrschenden
Winden bis zum 19, November nach 336° N-Br in 51° W-Lg. In geringer
Entfernung von diesem Punkt drehte der frische Wind durch N nach NE und
wurde dann später zum Passat, ohne dafs irgend eine Störung angetroffen
wurde. Das Barometer, welches, als die Windrichtung eine nordöstliche wurde,
auf 766,3 mm zeigte, erreichte 4 Tage später einen in 28° N-Br und 43° W-Lg
abgelesenen höchsten Stand von 770,5 mm. Der anfangs kräftig wehende Passat
nahm südlich von 19° N-Br bis zur flauen unbeständigen Briese ab, und unweit
von 12,5° N-Br in 29,5° W-Lg wurde „Johann Hinrich“ am 1. und 2. Dezember
durch Stille und leisen südöstlichen Zug festgehalten. Südlich von 12,5° N-Br
in 28,8° W-Lg wurde der Schoner noch wieder für 2 Tage durch frischen
NE-Wind begünstigt. Um den in 8° N-Br und 26,8° W-Lg am 5. Dezember
angetroffenen Stillengürtel zu überschreiten, waren 4 Tage erforderlich. Nach
dieser Zeit stellte sich in 5,5° N-Br und 26,8° W-Lg der SE-Passat wieder
ein, bei dem „Johann Hinrich“ bis zum 13. Dezember zu dem in 30,2° W-Lg
überschrittenen Aequator segelte. Um zu demselben von New- York aus zu
gelangen, waren 32 Tage erforderlich gewesen. Während dieser Zeit hatte
man: 30° N-Br in 44,9° W-Lg am 21. November, 20° N-Br in 34,6° W-Lg am
26. November, 10° N-Br in 27,3° W-Lg am 4, Dezember, 60° W-Lg in 37,4°N-Br
am 15. November, 50° W-Lg in 33,2° N-Br am 19. November und 40° W-Lg in
25,3° N-Br am 24. November geschnitten. Das eiserne nach Rangoon bestimmte
Bremer Vollschiff „Areturus“, welches den Kanal am 12. November verlassen
hatte, gelangte ebenfalls zur Linie in 31° W-Lg am 13. Dezember. Dieses
Schiff, welches die in 20,3° N-Br und 20,7° W-Lg liegende polare Passatgrenze
erst am 30. November erreichte, stand am Mittage dieses Tages in 20,5° N-Br
and 20,7° W-Lg, gegen den gleichzeitigen Schiffsort von „Johann Hinrich“ in
14° N-Br und 29,7° W-Lg. Bis zum 7. Dezember Mittags segelte das Vollschiff
dann nach 6,7° N-Br in 25° W-Lg, während der Schoner nur nach 6,9° N-Br
in 26,4° W-Lg vorrücken konnte.
Im Süd-Atlantischen Ocean wurde „Johann Hinrich“ zunächst von recht
frischem beständigem Passate begünstigt. Das Gebiet desselben dehnte sich
für dieses Schiff jedoch nur nach 14,5° S-Br in 34.5° W-Ly aus. Hier nahm