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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

Eingänge von meteorologischen Journalen eto., August 1885. 691 
einander standen, waren die bei ihnen herrschenden Winde döch durchaus ver- 
schieden. Wahrscheinlich standen die Mitsegler damals auf verschiedenen Seiten 
8ines Gebietes hohen Luftdruckes, devn bei „George“ wurde ein solcher von 
mehr als 710mm beobachtet. Es wehten infolge dessen bei „Industrie“ am 
8. 9. und 10, September mäfsige NNE-Winde, während „George“ gleichzeitig 
durch leichte südliche Mallung und Stille zurückgehalten würde. In Folge 
dieser verschiedenen Verhältnisse konnte „George“ vom Mittage des 8. bis zum 
Mittage des 11. September nur 118 Sm gut machen, während „I/ndustrie* in 
derselben Zeit deren 382 zurücklegte. Die altbekanute Annahme, dafs man zur 
Zeit des nördlichen Sommers in der Nähe der Küste von Portugal auf günstigen 
Nordwind hoffen darf, wird durch das Erwähnte bestätigt. Es war übrigens 
aufserdem die Segelfähigkeit des grofsen eisernen Schiffes sehr wahrscheinlich 
ine viel gröfsere, als die. der hölzernen Bark, Im Passatgebiet, welches 
„Industrie“ am 16. September in 29,2° N-Br und 18,7° W-Lg erreichte, verfolgte 
dieses Schiff einen östlich von den Kap Verde-Inseln nach Süden führenden 
Weg. Der auf demselben angetroffene Passat besafs nur geringe Stärke .und 
endete, nachdem „Industrie“ von ihm bis zum 24. September nach 11,6° N-Br 
in 23,5° W-Lg geführt worden war.. „George“ fand weiter nach Westen hin 
frischeren Passat, und war infolge dessen sein Standort am Mittage des 25, Sep- 
bewber 13,2° N-Br in 26,3° W-Lg, gegen den gleichzeitigen der „Industrie“ in 
11,2° N-Br und 23,7° W-Lg, geworden. Durch das Antreffen eines mäßigen 
und beständigen SW-Monsuns wurde die am 27. September in 8,8° N-Br und 
23,5° W-Lg stehende „Industrie“ dann aber gegen den Mitsegler wieder in 
solcher Weise begünstigt, dafs dieses Schiff den Aequator volle 8 Tage früher 
erreichen konnte, als die Bark es that. 
Recht günsılg waren die vom „George“ im Süd-Atlantischen Ocean an- 
getroffenen Verhältnisse. Der bei laugsam zunehmendem Luftdrucke wehende 
Wiud begleitete die Bark dort bis sie sich am 24. Okıober in 35° S-Br und 
25° W-Lg befand. Erst in der Nähe dieses Punktes drehte der noch immer 
kräftige Wind, bei einem höchsten Luftdrucke von 773,0 mm nach NE. Indem 
das Barometer nun langsam zu sinken begann, hielt sich der Wind für längere 
Zeit in hoch nördlicher Richtung. Rundläufe des Windes nach links wurden, 
wohl weil das Schiff sich schon zu weit östlich und südlich befand, nicht beob- 
achtet, Als „George“ sich am 30. Oktober bei 40,5° S-Br in 6° W-Lg befand, 
wurde man dort, wo das Barometer einen tiefsten Stand von 755 mm erreicht 
hatte, für mehrere Wachen durch leichte Mallung aufgehalten. - Als der Luftdruck 
zu steigen begann, stellte sich zunächst noch wieder ein frischer NW-Wind ein, 
doch sprang derselbe bald darauf um nach SSW. Als „George“ am 1. November 
zu dem in 41° S-Br überschrittenen Meridian von Greenwich gelangte, war das 
Baroweter wieder auf 774,0 m gestiegen, Der 1. November war der 21. bis 
dahin in südlicher Breite zugebrachte Tag. Während dieser Zeit hatte man: 
10° S-Br in 31,2° W-Lg am 16. Oktober, 20° S-Br in 30,9° W-Lg am 19. Ukıober 
und 30° S-Br in 28,8° W-Lg am 23. Oktober gekreuzt. Der Mitsegler „Industrie“ 
war am 20. Oktober in 37,6° S-Br von westlicher in östliche. Länge über- 
gegangen, Dieses Schiff hatte am 19. und 20. Oktober 512 Sm gutgemacht. 
Am 2, November verliefs in 38,7° S-Br auch die, auf einer Reise von Vardiff 
nach Singapore. begriffene Bark „Alice Rickmers“ westliche Länge. Dieselbe 
war von 5U° N-Br am 13. September und von der in 22,6° W-Lg überschrittenen 
Linie am 14, Oktober abgegaugen. Das Ablaufen der Länge führte “George“ 
aus, indem er sich dabei für längere Zeit in der Nähe von 42° S-Br hielt... Die 
dort ‚angetroffenen Winde waren vorherrschend nördliche oder westliche. Süd: 
lichen, mehrere Tage anhaltenden Wind beobachtete man‘ erst, nachdem 
68° O-Lg überschritten worden war. Durch einen heftigen Sturm wurde die 
Fahrt beunruhigt. Derselbe erreichte das Schiff, als es sich am 12. November 
unweit von 42,2° S-Br in.42° O-Lg befand. Er wehte aus westlicher Richtung, 
bei einem niedrigsten Barometerstande von 740,8 mm und trat nicht so heftig 
auf, daß „George“ zum Beidrehen gezwungen wurde. Der Mitsegler „Alice 
Rickmers“ beobachtete diesen Sturm auch, doch trat er hier einen Tag früher 
auf, besals geringere Stärke, und das Barometer sank nicht tiefer, als auf 
745,6 mm. „Alice Rickmers“ befand sich am Mittage des 11. November in 
40° S-Br und 34° O-Lg, gegen den gleichzeitigen Schiffsort: von „George“ in
	        
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