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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

690 Eingänge von meteorologischen Journalen etc, August 1885, 
der Ostwind am 8. Juli, bei einem höchsten Barometerstande von 769,3 mm zum 
leisen Zuge herab. Nachdem dieser einen Tag laug angehalten hatte, trat ein 
leichter SW-Wind an seine Stelle. Schwache südwestliche und südöstliche 
Winde blieben nun für längere Zeit vorherrschend. Man segelte bei denselben 
bis zum 25. Juli nach 47,7° N-Br in 14,8° W-Lg. Auf Stille, in welche jener 
aüdliche Wind hier geendet hatte, folgte nach einem Tage ein mäfsiger Ostwind, 
durch den der letzte Theil der Reise noch bedeutend verlängert wurde. Bei 
mäfsigem NNE-Winde erreichte „Suaheli“ am 4. August die Kanalmündung. 
Es waren bis dahin 114 Tage seit der Abfahrt von Zanzibar vergangen. Im 
Nordatlantischen Ocean hatte man 42 Tage zugebracht und dort: 10° N-Br in 
27,7° W-Lg am 30. Juni, 20° N-Br in 34,8° W-Lgy am 5. Juli, 30° N-Br in 
37° W-Lg am 11. Juli und 40° N-Br in 35,4° W-Lg am 17. Juli gekreuzt, 
Von den Mitseglern gelangten zum Kanal „ Willy Rickmers“, „Johanne Auguste“ 
am 6. August und’ „Industrie“ am 4. August. „Wega“ ankerte am 17. August 
im Hafon von Queenstown. Am Mittage des 8. Juli, an welchen Tage „Suaheli“ 
die polare Passatgrenze erreichte, befand sich diese Bark io 27,1° N-Br und 
36,5° W-Lg, „Willy Rickmers“ in 20,6° N-Br und 32,7° W-Lg, „Johanne 
Auguste“ in 20,2° N-Br und 33.8° W-Lg, „Industrie“ in 27,5° N-Br und 
36,6° W-Lg und „Wega“ in 9,9° N-Br und 26,4° W-Lg. Am 25, Juli Mittags, 
als bei „Suaheli“ jene dem Ostwinde vorangehende Stille herrschte, war der 
Schiffsort dieser Bark in 47,7° N-Br und 14,8° W-Lg, der des „Wiüly Rickmers“ 
in 46,3° N-Br und 20,9° W-Lg, der von „Johanne Auguste“ in 46,5° N-Br und 
17,9° W-Lg, der von „Industrie“ in 47,1° N-Br und 15,7° W-Lg und der von 
„ Wega“ in 32,1° N-Br und 38,1° W-Lg gewesen. Der „Suahelü’s“ letzten 
Reiseahschnitt so sehr verlängernde Ostwind stellte sich bei „Willy Rickmers* 
in 47°.N-Br und 19,8° W-Lg am 27. Juli, bei „Johanne Auguste“ in 46,7° N-Br 
und 17,2° W-Lg am 26. Juli und bei „Industrie“ wie bei „Suaheli“ am 25. Juli 
ein. „Wega“ traf erst Ostwind an, als dieselbe sich am 13. August in der 
Nähe von 49° N-Br und 14° W-Lg befand. 
9. Reise der Bremer Bark „George“, Kapt. B. J. Schwarting, 
Am 29. August 1884 überschritt die auf einer Reise von Cardiff nach 
Singapore begriffene, Bark „George“ den Parallel von 50° Nord. Gegenwinde, 
die während der nächsten Tage angetroffen wurden, verzögerten den Fortgang 
des Schiffes nach Süden in solcher Weise, dafs der Schiffsort am 3. September 
noch in 48,2° N-Br und 9,2° W-Lg war. Nach dieser Zeit waren die Verhältnisse 
zwar etwas günstiger, doch blieben Westwinde vorherrschend, und war der 
Verlauf der Reise daher ein langsamer. Als „George“ sich am 18. September 
in der Nähe von 29° N-Br und 21,7° W-Lg befand, entstand dort aus leisem 
nordöstlichem Zuge der NE-Passat. Man beobachtete, als derselbe einsetzte, 
einen höchsten Barometerstand von 770,0 mm. Der in der Nähe von 13° N-Br 
für einen Tag durch Stille unterbrochene Passat begleitete das Schiff, bis es 
sich am 27, September in der Nähe von 10° N-Br und 25,7° W-Lg befand. 
Südlich von diesem Punkte wurde ein einigermafßsen beständiger südwest- 
licher Monsun nicht angetroffen. Der dort herrschende Wind kam zwar vor- 
herrschend aus südlicher oder westlicher Richtung, doch war derselbe höchst 
anbeständig und oft von Malluug und Stille unterbrochen. Ganz ungewöhnlich 
war dann auch die weit nach Süden hin verschobene äquatoriale Grenze des 
Stillengürtels. Erst als „George“ sich am 10. Oktober in 2° N-Br und 
23,8° W-Lg befand, gelang es den SE-Passat anzutreffen, bei dem man bis zum 
11. Oktober zu dem in 24° W-Lg überschrittenen Aequator segelte. Um zu 
demselben von 50° N-Br ab zu gelangen, waren 43 Tage erforderlich gewesen. 
Während dieser Zeit hatte man: 40° N-Br in 19° W-Lg am 13. September, 
30° N-Br in 21° W-Lg am 17. September, 20° N-Br in 25,8° W-Lg am 
23, Soptember und 10° N-Br in 25,6° W-Lg am 27. September gekreuzt. Das 
grofse eiserne, mit 2225 Tonnen Kohlen beladene, KEisflether Vollschiff 
„Industrie“, welches, nach Singapore bestimmt, 50° N-Br am 4. September ver- 
lassen hatte, war schon am 3. Oktober in 22,2° W-Lg von nördlicher in südliche 
Breite übergegangen. Am Mittage des 8. September hatte sich „George“ in 
43,8° N-Br und 14° W-Lg und „Industrie“ in 43,6° N-Br und 11,1° W-Lg be- 
funden. Obgleich die Schiffe kaum 130 Sm in der Ost- und Westrichtung von
	        
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