Kleine hydrographische Notizen,
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Im St. George-Kanal wurden die Positionen dreier kleineren Orte an der
Westküste von Neu-Irland nach Peilungen festgelegt.
1 1 Kurass, Handelsstation der Deutschen Handels- und Plantagen-Ge-
geilschaft:
Insel. Makada höchster Punkt, in Sz0140.
Berg Mother auf Neu-Britannien, in S/W.
Die Station wurde gepeilt N0z0!140, 1 Sm ab.
Makataua, Missionsstation:
Insel Makada, in Süd. ;
Berg Mother, in SSW.
Missionshaus Ost, 1 Sm ab.
Kaliu, Missionsstation:
Insel Makada, in SSW.
Berg Mother, in SW!/S,
Ostseite von Duke of York-Gruppe, in Süd.
Missionshaus: 0SO.
2)
3)
2. Auffüllung von Kohlen in Banana, Congo-Mündung. Nach
dem Bericht des Kommandanten S. M. Kr. „Möwe“, Korv.-Kapt. Hoffmann.
In Banana sind stets Kohlen zu haben; zur Zeit des Aufenthaltes S. M. Kbt.
„Möwe“ daselbst lagerten dort ca 3000 Tons von verschiedenen Sorten. Da
die dortige Central-Faktorei der holländischen Gesellschaft über Dampfer,
Prähme und Arbeitskräfte reichlich verfügt, so kann man in jedem Falle, auch
für Schiffe, welche ihres Tiefganges halber aufserhalb der 6m-Barre bleiben,
auf eine schnelle Kohlenversorgung rechnen. Der Banana Creek ist ein vor-
züglicher Hafen; der Ebbe- und Fluthstrom war so schwach, dafs die „Möwe“
ohne Bedenken Nachts längsseit des Kohlenschiffes ohne zu ankern liegen
konnte. Die Einfahrt in den Creek ist schmal, aber an den Stromkabbelungen
auf dem flachen Wasser zu beiden Seiten deutlich zu erkennen. ‚Man bedient
sich indessen mit Vortheil des entgegenkommenden Lotsen, da derselbe von
der holländischen Handelsgesellschaft angestellt ist und das Schiff sogleich an
den zum Kohlennehmen geeigneten Platz bringt. Die „Möwe“ konnte direkt
Jängsseit einer deutschen Bark legen, welche mit einer Ladung Wales-Kohlen
auf dem Strom lag,
3. Ueber die neu entstandene Insel bei Island. Nach einem
Bericht des Kapt. C. Normann, Kommandant des dänischen Schiffes „Fylla“,
konnten weder er noch die französischen Schiffe „Dupleiz“ und „Romanche“
bei ihren Untersuchungen Ende August v. J. irgend eine Spur der neu entdeckten
Insel bei Zeland (s. „Ann. d. Hydr. ete.“, 1884, S. 714) finden; er hält die von
Reykjanes als neu erscheinende Insel für identisch mit Geirfugladrangr („Nature“
1884, No. 790).
4. (D. S.) Neu entdeckte. Untiefe und Bemerkungen über die
Strömungen in der Balabac-Strafse. Kapt. A. Lehmann vom Schiff
„J. W. Güildemeister“ schreibt: „Auf unserer Reise von Cebuw nach New-York
befanden wir uns am 14. März 1884 um 7* 30” a.m. nach Kreuzpeilung von
Maltby- und June-Insel auf 9° 20‘ N-Br und 118° 38‘ O-Lg. Diese Orts-
bestimmung, mit dem Besteck verglichen, ergab eine Stromversetzung von 19 Sm
in ungefähr 20 Stunden nach NWzW'!AW. Der Küste von Palawan entlang
steuernd, fanden wir keinen Strom. Auf einer Wassertiefe von 21,6 bis 28,8m
(12 bis 16 Fad.) konnte man den Meeresgrund deutlich sehen. Wir setzten
unseren Kurs so, dafs wir 20 bis 30 Sm östlich von Ursula-Eiland passiren
mufsten, um dann auf der Breite recht W die Strafse anzusteuern. Da wir
diese Insel bereits um 2'* a.m. (den 15. März) in Sicht erhielten, drehten
wir mit dem Kopf südostwärts bei, um den Tag abzuwarten. Nach Landpeilung
standen wir um 3% a. m, auf 8° 15‘ N-Br und 117° 34‘ O-Lg, während das
Besteck dieselbe Breite, aber 117° 52‘ O-Lg ergab, Das Schiff war also in
15 Stunden etwa 18 Sm nach W versetzt. Gegen 5% a, m. hielten wir ab und
steuerten auf die Insel Bugsuk zu, um die gröfsere Einfahrt zur Balabac-Strafse
zwischen der genannten und der Nasubatta-Insel. einzusegeln. Bei mäfßsigem