Eingänge vom meteorölogischen Journalen ete., August 1885,
hg
6. Reise der Hamburger Bark „Suaheli“, Kapt. Fr. Jacobs,
Der Ostafrikafahrer „Suaheli“ befand sich am 28. November 1884 bei
Lizard. Stürmische Westwinde, die an mehreren der folgenden Tage wehten,
verzögerten dessen Fahrt nach Süden in solcher Weise, dafs die Bark bis zum
8. Dezember nur nach 46° N-Br in 11,7° W-Lg vorrücken konnte. Südlich
von diesem Punkte war die Richtung der bei sehr hohem und beständigem
Barometerstande herrschenden Winde oft eine günstige, dach war deren Stärke
dann eine solch geringe, dafs auch dort der Fortgang kein‘ schnellerer wurde.
Als „Suaheli“ sich am 17. Dezember in der Nähe von 35,5° N-Br und 16° W-Lg
befand, veränderte sich dort der leise Zug, bei einem höchsten Luftdruck von
775,0 mm, durch N nach NNE und wurde, indem er rasch auffrischte, Passat.
„Suaheli“ segelte bei demselben bis zum 26. Dezember zur Gruppe der Kap
Verde-Inseln. . Als an diesem Tage San Antonio gesichtet wurde, endete der
Ostwind in Stille, und auf diese folgte eine mehrere Tage anhaltende schwache
südwestliche Briese, Als der Westwind auffrischte, veränderte sich derselbe
langsam nach rechts, und es folgten dann wieder mehrere Tage des frischen,
beständigen NE-Windes. Zu dem in 3,6° N-Br und 25,8° W-Lg betretenen
Stillengürtel gelangte „Suaheli“ am 3. Januar 1885. Um denselben zu über-
schreiten waren zwei Tage erforderlich. Nach Verlauf derselben gelang e8, in
3° N-Br ünd 25,7° W-Lg den SE-Passat wieder anzutreffen, bei welchem man
bis zum 7. Januar zu dem in 28,4° W-Lg ‚berührten Aecquator segelte, Um
zu demselben von Lizard aus zu gelangen, waren 40 Tage erforderlich gewesen.
Während ‚dieser Zeit hatte man: 40° N-Br in 15° W-Lg am 12. Dezember,
30° N-Br in 20° W-Lg am 20. Dezember, 20° N-Br in 25° W-Lg am 24. De-
zember, und 10° N-Brin 27,2° W-Lg am 31. Dezember gekreuzt. Am 8. Januar
erreichte südliche Breite in 34,3° W-Lg auch das eiserne, 2U00 Registertonnen
grofse Hamburger Vollschiff „Terpsichore“. Dasselbe. war auf einer Reise von
Philadelphia nach Hiogo begriffen. und hatte den ersteren Platz am 11. De-
zember verlassen, Am 9, Januar ging in 27,4° W-Lg auch die von Cardiff
nach Rangoon bestimmte Bremer Bark „Elisabeth Rickmers“ von nördlicher in
züdliche Breite über. Dieselbe war von 50° N-Br am 1. Dezember abgegangen.
Am Mittage des 30, Dezember hatte sich „Suaheli“ in 13,3 N-Br und 27,1°W Lg,
„ Terpsichore“ in. 13,9° N-Br und 332° W-Lg und „Elisabeth Rickmers“ in
18,6° N-Br und 26,6° W-Lg befunden. . Aa
Im Südatlantischen Ocean wurde „Suaheli“ bis nach 17,6° S-Br in
29,2° W-Lg vom Passate begleitet. In geringer Entfernung von diesem
Punkte veränderte sich der frische Wind am 15. Januar, bei einem Barometer-
stande von 764,3 mm, nach NE, um sich dann. für mehrere Tage im nordöst-
lichen Viertel zu halten. Unweit von 25° S-Br in 25,5° W-Lg drehte der
mäßige Wind am 19. Januar durch N und nachdem er dann’ in‘ zwei Tagen
durch den westlichen Halbkreis gegangen war, folgte wieder ein längere Zeit
anhaltender, sich nur langsam nach links hewegender Ostwind. Der Luftdruck
stieg dann bis auf den in etwa 30° S-Br abgelesenen höchsten Stand von
772,1 mm. Von 32° 8S-Br in 19° W-Lg an wurde „Suaheli“ von einem längere
Zeit anhaltenden Nord- und NW-Winde begünstigt. Bei kräftigem SSE-Winde
ging die Bark schliefslich am 30, Januar in 38° S-Br von westlicher in öst-
liche Länge über. Der 30. Januar war der 23. bis dahin in.südlicher Breite
verbrachte Tag. Während dieser Zeit hatte man: 10° S-Br in 32° W-Lg am
12. Januar, 20° S-Br in 28,5° W-Lg am 16. Januar und 30° S-Br in 20,4° W-Lg
am 22. Januar gekreuzt.‘ Der Mitsegler ‘©, Elisabeth Rickmers“ gelangte zum
ersten Meridian in 40°. S-Br am 2. Februar, und das Vollschiff „ Terpsichore“,
welches durch gleich südlich vom Aequator- erforderlich werdeudes Segeln mit
St-B.-Halsen läugere Zeit verloren hatte, that‘ dasselbe in 43,5° S-Br. am 8. Fe-
bruar. Am Mittage des’ 22. Januar hatte. sich „Suaheli“ in 294° S-Br und
20,5° W-Lg, „Elisabeth Rickmers“ in 29,1° S-Br. und 28,6° W-Lg und „ Terpsichore“
in 21,6° S-Br und 31,7° W-Lg befunden. ::)
In östlicher Länge erlitt „Suaheli’s“ Reise durch den sich dort nach ‚Ost
verändernden Wind zunächst wieder eine Verzögerung von mehreren Tagen.
Erst nachdem der Wind am 2. Februar in der Nähe von 38,5°. S-Br in. 4° O-Lg
nordöstlich geworden war, konnte man wieder rascher vorrücken, Als „Suaheli“