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Taifune und ihre fortschreitende Bewegung.
Taifune der dritten Art sind möglicherweise die gewöhnlichsten, aber
man begegnet ihnen weniger ‘häufig, und sie entziehen sich daher oft der Beob-
achtung. Sie ziehen östlich von Formosa nach Norden. Nach einer Wendung
gehen sie häufig an die Südküste von Japan oder durch die Japanische See.
Ein solcher Taifun folgt oft auf einen der zweiten Klasse. Wenn der letztere
den Wendepunkt seiner Bahn überschritten hat, geht der erstere nordwärts.
Dies findet darin seine Erklärung, dafs das wirkende Gebiet niederen Druckes
in Asien — der vorhergehende Taifun — dann bedeutend östlich von seiner
normalen Position ist. Es ist aufserdem eine bekannte Thatsache, dafs De-
pressionen Dach solchen Plätzen angezogen werden, über welche eben eine
Depression passirt ist. Die Dauer dieser Taifune ist unbestimmt.
Taifune noch einer vierten Klasse gehen südlich von Luzan vorbei in
westlicher Richtung, oder zuerst westlich, dann südwestlich. Wenngleich viel-
leicht nicht ungewöhnlich, liegen sie aufserhalb des vorliegenden Beobachtungs-
gebietes. Sie scheinen sich in einigen Beziehungen von den Taifunen der
anderen Klassen zu unterscheiden und von Gewittern begleitet zu sein. Sie
kommen in so niedriger Breite vor, dafs die Wirkung der Erdrotation auf sie
viel geringer ist, als bei anderen Taifunen, und da sie sich schnell dem
Aequatorial-Gürtel zu nähern scheinen, so bilden sie vielleicht ein Zwischenglied
zwischen den eigentlichen Taifunen und den atmosphärischen Störungen jener
Gegend, welche mit Drehstürmen nichts zu thun haben. Ihre Dauer bestimmt
sich auf 1 bis 2 Tage.
Veber die Geschwindigkeit der Taifune 1884 sind folgende Resultate
erhalten:
Oestlich von Luzon . . .0. 00000 04
Chinesische See zwischen 12° und 8° N-Br . .
» » Hongkong, Luzon und
dem südlichen Formosa. . . ”,
Bei Hainan. . . +. 133
Oestlich von Formosa . . . 0.0.0000... 10 „
Im südlichen China: Kwangtung, Fokien, Kiangsi 10
In der Stralse von Formosa . ‘2
Bei Shanghai . . zB
Im nördlichen China. 23
Bei Japan . . . 2. 19
In der Japanischen See .....0.0.... 30 „ »
Die ersten Anzeichen eines Taifuns in der Chinesischen See sind
Cirri-Wolken, welche, wie dünnes Haar, Federn oder kleine weiße Wellen-
flocken aussehend, von Osten oder Norden heraufziehen, ein geringes Steigen
des Barometers, klares und trockenes aber heilßses Wetter und leichte Winde.
Hierauf fällt das Barometer, während die Temperatur noch weiter steigt. Die
Luft wird drückend infolge der zunehmenden Feuchtigkeit, und der Himmel
nimmt ein drohendes dunstiges Aussehen an. Dünung, Phosphoresciren des
Wassers und sehr schöne Sonnenuntergänge bieten dem mit den gewöhnlichen
Verhältnissen bekannten Seemanne weitere Merkmale, Beim Herannahen des
Taifuns bedeckt sich der Himmel, die Temperatur nimmt infolge dessen ab,
die Feuchtigkeit vermehrt sich, und das Barometer fällt schneller, während der
Wind an Stärke zunimmt. Näher am Centrum weht der Wind mit einer Gewalt,
dafs kein Segel ihm Stand halten kann, und der Regen giefst in Strömen, aber
ohne Donner und Blitz. Noch näher am Centrum ist weniger Wind und Regen
und der Himmel stellenweise klar, aber es steht hier eine furchtbare See; dies
ist deshalb der gefährlichste Theil.
Als Anhalt für das Manövriren der Schiffe im Taifun giebt
Doberck die allgemeinen bekannten Regeln: Um das Centrum zu finden, stelle
man sich mit dem Rücken gegen den Wind, dann liegt dasselbe an der linken
Seite, 2 bis 4 Strich vorlicher als quer ab. Es giebt jedoch Ausmahmen von
dieser Regel. So weht längs der südlichen Küste Chinas oft ein stetiger öst-
licher Sturm, wenn ein Taifun die Chinesische Seo kreuzt; beim nördlichen
Eingang in die Formosa-Strafse weht oft ein NE-Sturm, wenn ein Taifun in
südlicher Breite herrscht, Nachdem man nach den Veränderungen des Baro-
meters und des Windes festgestellt hat, in welchem Halbkreise sich das Schiff