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Klima von Port Stanley. Falklands-Inseln,
Zusatz der Redaktion,
Die im Vorstehenden erwähnten Beobachtungen des Kapt. Seemann in
Port Stanley aus dem Jahre 1882/83 wurden im II. Heft der Zeitschrift der
Deutschen meteorologischen Gesellschaft 1884 veröffentlicht und lassen wir der
Vollständigkeit halber nachstehend einen Auszug aus denselben folgen:
Vor Beginn der internationalen Polarbeobachtungsperiode war von Seiten
der Direktion der Deutschen Seewarte an Herrn Kapitän J. H. M. C. Seemann
in Port Stanley die Aufforderung ergangen, an seinem in meteorologischer
Hinsicht sehr interessant gelegenen Wohnorte für die Dauer der für die Ent-
wickelung der physikalischen Erdkunde so wichtigen Epoche regelmäfsige
meteorologische Beobachtungen anzustellen. Herr Kapt. Seemann kam diesem
Wunsche mit grofsem Eifer und Bereitwilligkeit nach. Leider war er jedoch
Jurch seinen Beruf als Agent der Kosmos - Dampferlinie häufig von seinem
Wohnorte abwesend, so dafs kein Monat der ganzen Beobachtungsperiode völlig
lückenlos ist; der Dezember 1882 enthält sogar nur 9 Beobachtungstage. Wenn
num auch für Untersuchungen synoptischer Natur, wie sie für den Südatlantischen
Ocean bevorstehen, derartige Lücken einer einzelnen Station von wenig Bedeu-
tung sind, so wird ihr Vorhandensein bei klimatologischen Zusammenstellungen
doch sebr fühlbar, und können daher die im Folgenden aufgeführten Zahlen-
werthe nur als angenäherte Daten zur Klimatologie der Falklands-Inseln be-
trachtet werden.
Luftdruck, Wie sich erwarten läfst, sind die einzelnen Monatsmittel sehr
schwankend und verschieden von einander. Die jährliche Periode des Luft-
druckes zeigt, wie fast allgemein auf der Südhemisphäre, ein Maximum im
Winter und ein Minimum im Sommer,
Lufttemperatur. Der wärmste Monat war der Februar, obwohl auch die
übrigen beiden Sommermonate Dezember und Januar eine nahezu gleich hohe
mittlere Temperatur aufweisen, Von Februar zu März sinkt die Temperatur
rasch; der kälteste Monat war der Juni. Die Amplitude der Monatsmittel
betrug 7°,
Die mittlere Jahrestemperatur betrug 5,8°. Der August 1883 war etwas
wärmer als der von 1882, wie dies auch die Seetemperaturen der beiden
Monate zeigen; 1883 war die Wärme des Meeres 1,1° gröfser als 1882. Im
Jahresmittel war dieselbe etwa 0,8° höher als die der freien Luft.
Die Mittelwerthe aus den Beobachtungsterminen 6*, 2%, 10%, und andrer-
geits 8 und 8" stimmen sehr gut mit einander überein. In den Monaten Mai
bis August 1883, wo die 6* Morgen-Beobachtungen gegenüber den übrigen sehr
lückenhaft sind oder ganz fehlen, sind dieselben aus den 8° Morgen-Notirungen
mit Hülfe der Differenzen der beiden Beobachtungstermine in den früheren
Monaten interpolirt, um das Jahresmittel der Temperatur aus den Beobachtungen
Gh, 2b und 10®* bilden zu können.
Reduciren wir die in den Tabellen angeführten Monatsmittel aus den
beiden Stundenkombinationen mit Hülfe der ähnliche oceanisch-klimatische Ver-
hältnisse aufweisenden Station Plymouth in Südengland auf wahre Mittel, so
stellen sich dieselben, wie folgt:
Sept. Okt. Nov. Dez. Jan. Febr. März April Mai Juni Juli Aug. Jahr
1882 1883
!/s (6b-+2b-+10b) 4,1 63 82 91 90 97 70 55 40 20 29 3831 591
1/2 (8h 48h) 44 65 82 90 88 95 40 58 45 27 36 387 614
Mittel 42 64 82 930 89 96 70 56 42 23 32 33 602
Maximum- und Minimum-Thermometer waren leider nicht vorhanden.
Luftfeuchtigkeit. Da Herr Seemann den Stand des feuchten Thermo-
meters, sobald dasselbe unter 0° sank, nicht notirt hat, so sind die Resultate
der Beobachtungen in den Monaten Juni—August zu lückenhaft, um hier auf-
geführt zu werden. KEutsprechend dem oceanischen Klima ist die Luftfeuchtig-
keit eine hohe, und die täglichen, wie jährlichen Schwankungen derselben sind
gering. — Die Bewölkung ist das ganze Jahr hindurch beträchtlich und sehr
zleichmäfßig, völlig wolkenlose Tage kamen nicht vor.