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Volltext : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

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Rewa. Fiji-Inseln.

Rewa. Fiji-Inseln.
(Mittheilung von der Deutschen Seewarte,)
(Hierzu Tafel 17.)

Ueber den an der Südostecke der Insel Vie Levw an der Mündung des
Rewa-Flusses gelegenen Ladeplatz Rewa macht Kapt. J. Hansen vom Deutschen
Schiffe „Zmil Julius“, welcher denselben im September 1884 besuchte, folgende
Bemerkungen:
Schiffe, welche nach Rewa bestimmt sind, müssen Suva anlaufen, um
einzuklariren. Größere Schiffe, die von Rewa Ladung erhalten, ankern in
Lauthala-Bai. Die Rhede in dieser Bai ist nach Osten, Norden und Westen
durch das Land, nach Süden durch Sand- und Korallenbäuke geschützt. Schiffe,
die nur mit einigermafsen guten Ankern und Ketten ausgerüstet sind, haben
hier nichts zu befürchten, ausgenommen die Orkane, welche übrigens nach Aussage
 der Lotsen hier nur sehr selten auftreten sollen. Bei einer Befrachtung
in den Australischen Kolonien kann ınan meistens bediugen, dafs das Schiff
auf Kosten der Befrachter nach Lauthala-Rhede oder dem Rewa-Flufßs geschleppt
 wird.
Von der Nukulau-Passage bis Rewa ist das Fahrwasser durch Bake und
Tonnen bezeichnet. Für diese Strecke giebt Herr de Mac Malan, Hafenmeister
von Suwa, folgende Anweisungen:
„Vom Nukulau-Ankerplatz steuere man so, dafs man südlich von der
Einfadenstelle (mit 11 Fufs Wassertiefe bei Hochwasser) passirt, und gebe der
Bake auf der Südostecke der Sandbank, welche sich von Laucala-Insel aus
erstreckt, einen weiten Abstand; dann bringe man die drei Bojen, bevor man
die südlichste derselben erreicht, so nahe wie möglich in Linie, und segele
nun ein, indem man alle drei Bojen an Steuerbord läfst, sie aber so nahe wie
möglich passirt. Bevor die letzte Boje erreicht wird, beginnt die Wassertiefe
allmählich zuzunehmen. Auf der Barre — nahe der weifßsen Boje — wird man
bei Hochwasser-Springfluthen mindestens 12 Fufs Wasser finden.“ !)
Ich kann noch hinzufügen, dafs die See auf der Barre nur bei sehr
starkem SE- Passat so heftig bricht, dafs man dieselbe mit einem gewöhnlichen,
 offenen Schiffsboot nicht passiren kann. Mit 10'% Fufs (3,2 m) Tiefgang
würde nach. meiner Ansicht ein Schiff bei Springgezeit und gutem Wetter vollkommen
 sicher hinüber gelangen. Der deutsche Schoner „Tarmon“, 3m tief
gehend, passirte die Barre am 23. Juli 1884 ganz ohne Gefährdung. Das
Schiff hatte zwar den Beistand eines Schleppdampfers, was indessen eingehend
durchaus unnöthig war,
. Die Bojen auf der Barre liegen nur zeitweilig. Sie werden vom Hafenmeister
 jedesmal von Neucm ausgelegt, wenn ein Schiff die Barre passiren
will. Der Fiufs selbst ist mit demselben Tiefgang wie auf der Barre noch
etwa 8 Sm höher hinauf schiffbar. Lotsen für den Flufs sind nicht vorhanden,
doch kennen die Führer der Schleppdampfer das Fahrwasser sehr gut.
Der Hauptausfuhrartikel von Rewa ist Zucker. Verschiedene grofse
Gesellschaften, wie z. B. die „Colonial Sugar Company“ in Sydney und die
„Rewa Sugar Company“ in Melbourne, haben hier grofse Mühlen, die bis zu
56 Tonnen täglich abliefern können.

1) Auf der von Kapt. Hansen miteingeschickten Kopie einer von Herrn de Mac Malan
entworfenen Skizze des Fahrwassers ist die äu(serste Boje als roth, die mittlere als weils und die
innerste als schwarz bezeichnet.
            
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