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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

Reisebericht S. M. Kr.-Freg. „Bismarck“. 
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zusteuernd.. Um 6° p. m. kam das Land aus Sicht, am 7. Juli Morgens bei 
Hellwerden wurde die Küste bei Kap Lopez in SOzO 16 Sm ab gesehen, und 
um 10* a, m. passirte das Schiff die sich durch Kabbelung deutlich markirende 
Stromgrenze des Ogowe, ca 6 Sm: westlich von der Mündung des kleinen Mextas- 
and 25 Sm nördlich von der des bedeutenderen Fernan Vaz-Flusses, zweier 
Mündungsarme des Ogowe. Eine Messung des Salzgehaltes ergab für das 
Ogowe-Wasser 1,0165 specif. Gewicht, aufserhalb desselben 1,0222, 1'/ Stunden 
später 1,0265 bei 25,2 bezw. 25,0 und 26,0° Temperatur. Der bis dahin ge- 
steuerte südliche Kurs wurde in 2° 45‘S-Br und 24 Sm Entfernung vom Lande 
auf SSO geändert. Ungefähr 200 Sm NNW der Kongo-Mündung wurde eine 
zusammenhängende Schilfinsel von 20m Länge und 10m Breite mit ca %/a m 
Grashöhe passirt. Im Verfolg der Fahrt kam zuerst die Küste bei Kabenda 
10 Sm nördlich der Kongo-Mündung in Sicht. Das Land wurde nur soweit 
angesteuert, bis Red Point in Süd peilte; darauf wurde in einer Entfernung von 
4 bis 5Sın an der Küste entlang und nach Passiren der Landspitze außerhalb 
der Kongo-Mündung südlich gesteuert, bis — nachdem in einer Entfernung von 
12 Sm das nördliche Ufer der genannten Flufsmündung in OSO aus Sicht ge- 
kommen war — das Südufer der letzteren bei Spitze Padron in einem Abstand 
von ca 9 Sm in SO gesichtet wurde. . a 
Die durch den Kongo bewirkte Färbung des Wassers mit einem tiefen 
Braun, welches sogar den Schaum bräunlich. erscheinen läfst, war, bereits in 
einer Entfernung von ca 160 Sm NNW von der Mündung beobachtet worden, 
Salzgehalt-Messungen in der Nähe der Mündung ergaben für 
Richtung Entfernung - 
von der Mitte zwischen den Spitzen Specif. Gewicht. Temperatur. 
Red und Padron 
NzW 16,5 Sm 
NNW 140 
NWZW 13,5 > 
WzN 8,0 
WzS 18,0 
SSW 13,0 
SzW 20.0 
Aufserhalb der Einwirkung gröfserer Ströme waren in 1° 18‘ N-Br und 
8° 39‘ O-Lg die betreffenden Daten 1,0205 und 20,1° gewesen. ; 
Nachdem das. Südufer mit Sicherheit ausgemacht war, wurde vom Lande 
abgehalten und während der Nacht in einer Entfernung von 15 Sm an der 
Küste entlang SzO gesteuert; nach Tagesanbruch wurde SSO gesteuert, um 
unter Land die Position des Schiffes möglichst bald feststellen zu können. Das 
Land, - welches gegen Mittag in OSO in Sicht kam, wurde als die Küste bei 
Mossul ausgemacht. Das Mittagsbesteck ergab eine Stromversetzung von 1,3 Sm 
pro Stunde nach WzS; eine spätere Positionsbestimmung nach Landpeilungen 
bestätigte dies und liefßs aufserdem für die Strecke von der Spitze Dande 
bis Kap Lagosta noch eine Versetzung von 0,7 Sm in der Stunde nach Süden 
feststellen. “ Die Luft war so diesig, dafs der Schiffsort erst mit Sicherheit 
ausgemacht werden konnte, als das Schiff sich nur noch in 5 Sm Abstand 
von der Spitze Dande befand; nun wurde auf Kap Lagosta gesteuert, welches 
in 12 Sm Entfernung in Sicht kam, und nach zwei Stunden im Hafen von 
St. Paul de Loanda mit 100 m Kette auf 28 m Tiefe in WzS von Lagosta- 
Leuchtthurm geankert. Die Lothungen im Hafen ergaben gegen die Brit. Adm. 
Karte No. 604 (Tit. VIII: No. 6) bedeutend geringere Tiefen, und zwar fanden 
sich Differenzen von 7 und 8m, Bezügliche Andeutungen in den Segelanwei- 
sungen, welche eine allmähliche Verflachung des Hafens hervorheben, wurden 
hierdurch bestätigt. 
Das Wetter war seit dem Verlassen von Kamerun gleichmäfßsig trocken 
geblieben. Der zuerst als Seebriese bei Kamerun in Stärke von 4 wehende 
Wind hielt sich in Stärke von 1—3 aus SW und SSW, bis er südlich vor der 
Kongo-Mündung in Stille, dann in südöstliche: Briese 1—2, und schließlich. vor 
Loanda in eine Seebriese aus SWzW, Stärke 3—4,. überging.. Der Soegang 
war ganz unbedeutend, die Dünung nicht so schwer, dafs die Fahrt irgendwie
	        
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