Vergleichende Uebersicht etc., Oktober 1884,
Nordamerika.
1. Die ungewöhnlich grofse Häufig-
keit barometrischer Depressionen,
welche mit grofser Geschwindigkeit
den hohen Norden west—ostwärts
durchzogen, während das Gebiet süd-
lich vom 45. Breitengrade nur selten
von Depressionen besucht wurde.
Einige waren von heftigen Stürmen
begleitet. — Die ziemlich grofse Zahl
barometrischer Maxima, welche auf
allen - Theilen des Gebietes südlich
vom 45. Breitengrade auftraten.
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Centraleuropa.
1. Die ziemlich grofse Häufigkeit
tiefer und intensiver Depressionen im
Norden Europas, unter welchen die-
jenigen vom 26. bis 29. Oktober eine
hervorragende Rolle spielen, zumal
der . Barometerstand im nördlichen
Norwegen eine Tiefo von 715mm
arreichte. Gut ausgebildete Maxima
gab es über Centraleuropa nur vom
21. bis 23., also unmittelbar vor dem
Auftreten der tiefen Depressionen.
2, Der zu hohe mittlere Barometer-
stand in allen Gebietstheilen, aus-
genommen das Gebiet nördlich vom
45. Breitengrade, Californien und Süd-
florida, wo derselbe etwas unter dem
Normalwerthe lag. Die Schwankungen
des Barometers waren am gröfsten in
der oberen Seenregion, im äufsersten
Nordwesten und an der nördlichen
Pacifischen Küste, am geringsten in
Südflorida und an der Küste von
Texas.
2. Die scharfe Ausprägung der
normalen Luftdruckvertheilung. Die
Anomalie betrug etwa + 2mm im
südlichen und —0,5mm im nördlichen
Centraleuropa. Die Schwankungen des
Barometers waren im Norden Central-
guropa’s um !/s gröfser, als die Nor-
male, während letztere im Süden fast
gar nicht überschritten wurde.
3. Das Vorwalten der südwest-
lichen bis südöstlichen Winde in den
inneren Gebietstheilen und im äufßser-
sten Nordwesten, das der nördlichen
und nordöstlichen an der Atlantischen
Küste. Die heftigsten Winde traten
auf am 5., 7., 8., 13., 20., 21., 23.,
24. und 25. Tropische Stürme er-
reichten die Vereinigten Staaten nicht,
indessen kamen in der Nähe von Cuba
zwei tropische Cyklonen vor (8., 9.
und 11. bis 16.)
3. Das Vorherrschen der südlichen
bis nordwestlichen Winde; in der
ersten Dekade bildeten jedoch die
nordöstlichen bis südlichen Winde die
ziemlich gut entwickelte Luvseite,
Die große Häufigkeit starker bis
stürmischer Luftströmungen am 10.,
17. und besonders am 26,—29.,1)
4. Die zu geringe Regenmenge in
allen Distrikten östlich vom Mississippi,
ausgenommen der nördliche Theil der
oberen Seenregion und die südlichen
Theile von Alabama und Mississippi.
Hervorzuheben ist die grofse und lange
anhaltende Dürre in einigen Süd-
staaten, dagegen der starke Regenfall
im unteren Rio Grande-Thal.
4. Die abnorm grofse Regenmenge
des Monats; in Norddeutschland er-
reichte sie durchschnittlich nahezu das
Doppelte, in Süddeutschland das
Anderthalbfache der Normalen.
5. Die entschieden zu hohe mitt-
lere Monatstemperatur; nur in Neu-
England, im Rio Grande-Thal sowie
an der Pacifischen Küste lag dieselbe
unter der Normalen. Die mittleren
Abweichungen betrugen:
5. Der ziemlich regelmäfsige Gang
der Temperatur, welche durchschnitt-
lich in Nordeuropa um mehr als 1°
höher, in Deutschland und dem übrigen
centralen Europa um ebensoviel niedri-
ger war, als die Normale. Für [die
einzelnen Distrikte ergaben sich
folgende Abweichungen:
1) Eine Besprechung der Stürme vom 26. bis 29. Oktober findet sich in diesen Annalen,
Jahrg. 1884. Heft XII, pag. 676.