38 Eingänge von meteorologischen Journalen etc., September 1884.
diesem Falle von der Sunda-Strafse her die ganze Breite des Indischen Oceans
durchschwommen.
Der mäßige SE-Wind, bei dem „Joseph Haydn“ im Atlantischen Ocean
wieder nördlich von 30° S-Br gelangte, wurde nicht unmittelbar zum Passat.
Der Wind veränderte sich vielmehr noch einmal wieder für kurze Zeit durch S
nach SW, und erst nachdem derselbe am 17. Juli, in geringer Entfernung von
25,2° S-Br in 5° O-Lg, durch S nach SE zurückkehrte, wurde derselbe Passat.
Einen höchsten Luftdruck von 771,1 mm hatte man unweit 23,5° S-Br in 2° O-Lg
abgelesen. Der anfänglich nur schwache, nördlich von 21,5° S-Br aber recht
kräftig und beständig wehende SE-Passat führte den „Joseph Haydn“ bis zum
30. Juli zu der in 22,2° W-Lg überschrittenen Linie. Um zu derselben von
30° S-Br zu gelangen, waren 16 Tage erforderlich gewesen. 20° S-Br hatte
man in 2,1° W-Lg am 20. Juli und 10° S-Br in 13,5° W-Lg am 25. Juli
gekreuzt.
Der zwischen 1° S-Br und Linie zum ganz leisen Zuge herabgesunkene
Passat fafste in nördlicher Breite wieder frisch durch und veränderte sich
später durch S nach SW, ohne dafs Stille oder Mallung vorher beobachtet
wurde. Zwischen 6° und 10° N-Br wurde die Fahrt von kräftigem SW-Monsun
begünstigt. Nördlich vom letzteren Parallel wehte der Wind für einen Tag aus
dem nordwestlichen Viertel, und nachdem später noch wieder hoch südliche,
selbst südsüdöstliche Winde beobachtet, die unweit 15° N-Br für einen Tag
herrschende Stille und leichte Mallung überstanden worden war, gelang es
endlich am 8, August, den in der Nähe von 14,8° N-Br und 26,8° W-Lg ein-
setzenden NE-Passat anzutreffen. Bei diesem nun sehr unbeständig wehenden
Winde segelte „Joseph Haydn“ bis zum 15. August nach 28,3° N-Br in 36,7°
W-Lg. In der Nähe dieses Punktes schien damals die polare Passatgrenze zu
liegen. Nördlich von derselben wehte der Wind zwar noch für längere Zeit
aus dem nordöstlichen Viertel, doch besafs er nur geringe Stärke und wurde
häufig sogar von Stillen unterbrochen. Diese schwachen Ostwinde hielten bis
nördlich von 40° N-Br an. Als sie dort, wo das Barometer einen höchsten
Stand von 772,4 mm erreicht hatte, auffrischten, veränderten sie sich auch bald
nach rechts, und von 43° N-Br an hielt sich der frische Wind meist im west-
lichen Halbkreise, Der letzte Theil der Reise konnte daher noch in befrie-
digend rascher Weise zurückgelegt werden. Am 6. September, 131 Tage nach
der Abreise von Singapore, erreichte „Joseph Haydn“ die Mündung des Kanals.
Im Nordatlantischen Ocean hatte man 38 Tage zugebracht, und dort: 10° N-Br
in 26° W-Lg am 4. August, 20° N-Br in 32,1° W-Lg am 10. August, 30° N-Br
in 38,5° W-Lg am 17. August und 40° N-Br in 43° W-Lg am 27. August
gekreuzt. Am 21. August hatte „Joseph Haydn“ in der Nähe von 32° N-Br
und 41° W-Lg Signale mit der eisernen, von Rangoon nach Falmouth bestimmten
Bremer Bark „Fürst Bismarck“ ausgetauscht.
Vergleichende Uebersicht der Witterung des Monats Oktober 1884
in Nordamerika und Centraleuropa.
(Mittheilung von der Deutschen Seewarte.)
Nach der „Monthly Weather Review“ des „Signal Office“ in Washington
und der von der Deutschen Seewarte herausgegebenen Uebersicht der Witterung
stellen wir im Folgenden die Hauptzüge im Witterungs-Charakter des Monats
Oktober 1884 in Nordamerika und Centraleuropa einander gegenüber.