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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

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Kleine Notizen. 
10. (D.S.) Bemerkungen des Kapt. J. Stricker von der Deut- 
schen Bark „Elisabeth Rickmers“ über die Route von Saigon nach 
Europa im SW-Monsun. Die Deutsche Bark „Elisabeth Rickmers“, Kapt. 
J. Stricker, trat am 17. Mai 1884 eine Reise von Saigon nach Bremen an 
und passirte auf derselben am 25. Juni — also nach 39 Tagen — Anjer, 
Bezüglich dieser Fahrt macht der Kapitän in seinem meteorologischen Journal 
folgende Bemerkungen: 
„Unsere Reise bis Anjer nahm eine lange Zeit in Anspruch, Obschon 
dies im SW-Monsun gewöhnlich der Fall ist, bin ich doch der Ansicht, dafs 
diese Fahrt viel rascher gemacht werden könnte, wenn nur die Wind- und 
Strömungsverhältnisse hinreichend bekannt wären, um eine gute Segelanweisung 
danach entwerfen zu können. Nach meinem Dafürhalten ist es für ein Schiff, 
welches nach Süden bestimmt ist und Saigon im Mai verläfst, am besten, zu- 
nächst sich nahe unter der Küste zu halten, um mit Benutzung der Land- und 
Seebriesen, die bis Juni auftreten, zwischen der Küste und Pulo Condore hin- 
durch, woselbst Fluth und Ebbe läuft, bis Pulo Obi aufzukreuzen. Hier treten 
nordwestliche Winde auf, und daneben ist der gewöhnliche Wind meistens so 
südlich, dafs man im Westen von Gr. Natuna passiren kann und nicht nöthig 
hat, östlich von dieser zu gehen, was freilich in der Segelanweisung von 
Horsbourgh angerathen wird. Hätte ich diesmal, statt letzterer zu folgen, 
die eben von mir bezeichnete Route eingeschlagen, so hätte ich nicht 6—7 Tage 
gegen südwestlichen Wind und nordöstlichen Strom anzukreuzen brauchen. Von 
einem Standpunkt im Westen der Natuna-Inseln kann ein Schiff mit dem Winde, 
wie wir denselben angetroffen haben, nach Borneo hinüberliegend, auf einem 
Bug Direction-Insel beholen. In der Nähe dieser Insel ist die Wassertiefe eine 
nur geringe, so dafs ein Schiff immer, wenn es erforderlich ist, ankern kann. 
Die Strömung setzt bei der Direction-Insel vorwiegend nach NW. Durch den 
Stolze-Kanal setzt der Strom mehr nach Süden als nach Norden, wie ich solches 
bei den vielen Windstillen hinlänglich Gelegenheit hatte zu beobachten, und 
scheint mir deshalb dieser Kanal für die Durchsegelung von Nord nach Süd 
ampfehlenswerth zu sein. 
Wären mir alle diese Verhältnisse beim Antritt der Reise bekannt ge- 
wesen, so hätte sich die Dauer derselben vielleicht um 10—14 Tage abkürzen 
lassen; leider aber konnte ich mir keine genügende Aufklärung über die Route 
verschaffen, und was ich darüber von dem Einen oder dem Anderen hörte, liefs 
die Sache zweifelhaft.“ 
11. Flaschenpost. a) Von S.M.S. „Nymphe“ wurde auf der Reise 
von Sabanilla nach Port Royal am 13. März d. J. um 12* Mittags in 12° 7,2‘N-Br 
und 75° 54,3‘ W-Lg eine Flasche über Bord geworfen; diese Flasche ist am 
30. Juni d. J. an der Mündung des Flusses Corn, Nicaragua, am Strande von 
Henry Wilson aufgefunden, an den Missionär C. A. Martin abgeliefert und 
durch die gefällige Vermittelung des Missions-Direktors Herrn E, Reichel in 
Berthelsdorf bei Herrnhut dem Amte zugesendet. 
Unter der Voraussetzung, dafs diese Flasche nicht schon längere Zeit 
am Strande gelegen hatte und den direkten Weg nach der Fundstelle ein- 
gehalten hat, hat dieselbe in 109 Tagen einen Weg von ca 55 Sm in der 
Richtung rw. S31° 35‘ W zurückgelegt, mithin ca '/2» Sm den Tag getrieben. 
b) (D. S.) Durch Vermittelung der Hafenbehörde in Maranham, des 
Deutschen Konsulats daselbst und der Kaiserlich Deutschen Gesandtschaft in 
Rio de Janeiro ist der Seewarte ein Flaschenpostzettel zugegangen, welcher 
von dem Deutschen Dampfer „Pernambuco“, Kapt. L. Scharfe, auf der Reise 
von Bahia nach St. Vincent am 27. März 1885 auf 6° 51‘S-Br und 32° 43‘ W-Lg 
über Bord geworfen und am 3. Juni 1885 an der Küste von Brasilien vor der 
Bai von Maranham, in 2° 10‘ S-Br und 44° 10‘ W-Lg, durch den Herrn 
Francisco Esteves de Andrade aufgefunden wurde. 
Unter den bekannten Voraussetzungen hat die Flasche in 68 Tagen 
längs der Nordküste von Brasilien etwa 770 Sm in westnordwestlicher Richtung 
zurückgelegt. 
ce) (D.S.) Durch Vermittelung der Hafenbehörde in Hobart (Tasmanien) 
und des Deutschen Konsulate in Melbourne ist der Seewarte ein Flaschenpost-
	        
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