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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

Kleine Notizen. 
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jenseits derselben mit 3 Kn Fahrt lief. An der SO-Küste der Insel Zanzibar 
wurde in einer Entfernung von 4 Sm von Land nur geringer West-Strom, im 
Kanal von Zanzibar, 1 Stunde vor Hochwasser, unbedeutender Nord-Strom 
wahrgenommen. 
8. Ueber die Ansteuerung von Zanzibar von Süden her berichtet 
der Kommandant S.M.S. „Bismarck“, Kapt. z. See Karcher: „Die in den 
Englischen Segelanweisungen angegebenen Marken haben sich meist als gut 
verwendbar erwiesen. Nur darf der Hatajwa-Hügel nicht als „conspieuous“ 
bezeichnet werden, vielmehr ist er.leicht für eine dichte und hohe Baumgruppe 
zu halten. Ferner ist der Pfeiler, welcher als eine der Ansteuerungsmarken 
für den Süd-Pafs erwähnt ist, und welcher mit dem Masingini-Hause in Eins 
gebracht werden soll, um von ıder Chumbe-Insel nördlich in die Mitte des 
Kanals zu steuern, sehr schlecht sichtbar. Auch das genannte Haus markirt 
sich, wenigstens bei Vormittags-Beleuchtung, nicht besonders gut. Die Tonne 
auf der Mtwana-Bank ist nicht vorhanden; dagegen liegt dicht vor der Stadt 
eine grofse rothe Kabeltonne. 
9. Bemerkungen über den Hafen Gen-san-shiu (Gensan oder 
Wönsan). Port Lazaref. Ostküste von Korea. Nach der „Hydro- 
graphischen Mittheilung“ No. 200 aus Tokio, 1885, hat der Chef des Hydro- 
graphischen Bureaus daselbst am 30. März d. J. bekannt gemacht,‘) dafs von 
dem Navigations-Offizier des Jap. S. „Kaiman“, Lieut. z. See 8. Mihara, 
nachstehende Bemerkungen über den in Port Lazaref liegenden Hafen Gen- 
san-shiu ?) eingesandt sind.. Das Schiff „Kaiman“ hat vom 17. Dezember 1884 
bis 16. Januar 1885 daselbst zu Anker gelegen. 
„In der Japanischen Segelanweisung über diesen Hafen ist im SO der 
Insel Chotoku-to ein Ankerplatz anempfohlen; derselbe ist jedoch im Winter des 
Eises wegen nicht dazu geeignet, Der „Kaiman“ lag zuerst im SO der Insel, 
mufste jedoch später diesen Ankerplatz mit einem anderen %/10 Sm NNW von 
der Insel vertauschen. Von letzterem wurde gepeilt: 
SW-Spitze der Insel Chotoku-to, in. . . . SSO’'4L0 
NW-Spitze der Halbinsel Kudzuma, in. . . N0z0'40. 
Die Wassertiefe daselbst betrug 8,2m, und der gut haltbare Ankergrund 
bestand aus Thon. , 
Ende Dezember bildet sich auf der SO-Seite der Insel Chotoku-to Eis, 
und es wird den Schiffen deshalb anempfohlen, im Winter in der Nähe des 
Ankerplatzes des „Kaiman“ zu ankern. 
Die frühere Klage wegen Mangel an Trinkwasser hat sich dadurch 
erledigt, dafs in der Japanischen Niederlassung viele Brunnen gegraben sind, 
deren Wasser vielfach benutzt wird, da es klar ist. Besonders ist der Brunnen 
Hongwanji zu empfehlen. 
Die Temperatur schwankte zwischen —28,3° und 4+8,5° C.; um 12 Mittags 
waren durchschnittlich —2,8°, Das Barometer‘ stand um 12" Mittags durch- 
schnittlich 773,8mm und um Mitternacht 772,9mm. ; 
Der Wind war während der ganzen Zeit aus NW. Zwischen 9 a. m. 
und 3 oder 4 p.m. kamen häufig (von Anfang Januar an) heftige Winde 
(5 bis 6) vor; dieselben verhinderten jedoch den Verkehr mit den Booten nicht. 
Zwei bis drei Mal war schwacher Schneefall, der Schnee blieb aber liegen. 
Das Eis hatte im Seewasser eine Stärke von 0,3m, und vom Westwinde ge- 
trieben, stiefsen die ca 33 qm grofsen Eisschollen gegen das Schiff. An den 
gegen Wind geschützten Stellen blieb das Eis an der Küste liegen, wodurch 
sehr bald die Verbindung mit dem Lande aufhörte. In dem Jahre vorher hatte 
es an 15 bis 16 Tagen geschneit, während dieser Winter sehr milde war. 
Im Winter ist ‚von Proviant nichts weiter als die sogenannten Eisfische 
zu haben. . 
Brennmaterial kauft man daselbst von den dort ansässigen Japanern 
billiger, als wenn man es von Japan mitnehmen würde.“ 
X Die Mittheilungen sind in Japanischer Sprache abgefafst. 
5 Val. „China Sea Directory“, Vol. IV, 1884, pag. 132.
	        
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