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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

Eingänge von meteorologischen Journalen ete., Juli 1885, 
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wörden war, wurde schliefslich am 3. Januar der offene Indische Ocean er- 
reicht. Es waren damals .schom nicht weniger als 78 "Tage seit der Abreise 
von Yap verflossen. ; 
; Durch diese so überaus lange Reise wird die Frage angeregt, ob Kapt. 
Niemann in der That richtig handelte, die von ihm befolgte Route zu wählen; 
ob er nicht besser daran gethan haben würde, eine andere der ihm doch zu 
Gebote stehenden Routen zu wählen. Freilich war in seiner von der Seewarte 
gegebenen. Segelanweisung ihm die durch die Gülolo-Passage führende Route 
empfohlen worden; allein dasselbe war unter der Annahme geschehen, dafs der 
Antritt seiner Rückreise von Yap aus mindestens zwei Monate früher statt- 
finden würde, als es in Wirklichkeit geschah. Damals hätte ınan in der 
Molukken-See auf das Antreffen südöstlichen Monsuns, bei dem man verhältnifs- 
mäfsig leicht nach SW und später in der Sunda-See nach W hätte kommen 
können, rechnen dürfen, . Durch die so viel spätere Abfahrt hatten sich die 
Aussichten auf das Antreffen günstiger Winde in den zu passirenden engen 
Gewässern aber bedeutend verschlechtert. Und wenn ein Schiffsführer in ähn- 
lichen zweifelhaften Fällen immer gut thun wird, sich für die Route zu ent- 
scheiden, ‚welche aulser dem grofsen Vortheil des freieren Fahrwassers noch 
die Sicherheit bietet, dafs auf ihr, je später es wird, sich die Verhältnisse 
günstiger gestalten werden, so kann wohl kein Zweifel darüber bestehen, da(s 
Kapt. Niemann am richtigsten gehandelt haben würde, wenn er direkt von 
Yap aus nördlich bis zum Antreffen . des NE-Passats gesteuert hätte, Dann 
würde die Fahrt zur Nordspitze von Lugon, durch China-See und Sunda-Strafse 
wahrscheinlich eine rasche und leicht auszuführende gewesen sein. Aufserdem 
würde auch die Abfahrt von der Sunda-Strafse noch eine bedeutend günstigere 
gewesen sein, als von der Lombock-Strafse aus. 
Zur Vergleichung und zum Beweise, dafs dieses wahrscheinlich der Fall 
gewesen sein würde, führen wir hier folgende, freilich etwas später stattfindende 
Reisen an. Das Bremer Vollschiff „Marie“ trat am 11. Dezember 1884 von 
Hongkong aus die Heimreise an und gelangte bis zum 21. Dezember zum süd- 
lichen Ende der Sunda-Strafse, Dasselbe traf den SE-Passat in 7,4° S-Br und 
103,8° O-Lg am 22, Dezember an. Aufser diesem Schiffe besitzt die Seewarte 
dann noch für die fragliche Zeit das Journal der Hamburger Bark „Johanna“, 
welche am 24, Dezember von Hongkong aus in See ging. Dieselbe erreichte 
den Indischen Ocean am 6. Januar 1885 und. den SE-Passat in 10,8° S-Br und 
106,8° O-Lg am 11. Januar, Hätte „Bernhard Carl“ den Weg durch die China- 
See. genommen, so würde er dort freilich, vorausgesetzt die Nordspitze von 
Lugon wäre Anfangs November erreicht, wohl noch nicht solche günstigen Ver- 
hältnisse, wie „Marie“ und „Johanna“ sie fanden, angetroffen haben. Immerhin 
hätte man schon mit Wahrscheinlichkeit auf den NE-Monsun und sicher auf 
die stets günstiger werdenden Verhältnisse rechnen dürfen. Aufser diesen eben 
erwähnten beiden Reisen von Mitseglern mögen hier noch die Reisen von zwei 
Schiffen Platz finden, welche im Herbst 1883 von Cebw aus die Rückreise an- 
traten. Das eine derselben, die Elsflether Bark „Znca“, die vom letzteren Platze 
aus am 28. Oktober 1883 in See ging, schlug begünstigt von mäfsigem NE- 
Monsun einen südwestlichen Kurs ein, auf dem man bis zum 27, Oktober zur 
Balabac-Strafse gelangte. Dieses Schiff traf in der China-See noch vorherrschend 
leichte südwestliche Winde an, so dafs es erst am 12. November den Aequator 
in 105,6° O-Lg erreichen konnte. Am 20, November gelangte dasselbe nach 
Anjer, 3 Tage später in den Indischen Ocean, und in diesem wurde aın 24. No- 
vember, dem 32. Tage der Reise, der in 8° S-Br und 103° O-Lg einsetzende 
SE-Passat angetroffen. Eine gleiche, aber einen Monat früher beginnende Reise, 
trat am 12. September 1883 die KElsflether Bark „Gerd Heye“ an. Nachdem 
dieselbe an diesem Tage von Cebw aus in See gegangen war, segelte sie bei 
leichter südwestlicher Briese südwärts zur Basılan-Strafße. Man passirte die- 
selbe am 21. September und rückte bis zum 4, Oktober nach 1,9° N-Br in 
122,2° O-Lg vor. Da Kapt. Ladewigs hier den Entschlufs fafste, anstatt wie 
ursprünglich beabsichtigt, durch die Makassar-Strafse, durch die Molukken-Passage 
zu gehen, wurde von jenem Punkte aus ein südöstlicher Kurs verfolgt. ‘Die 
Bark gelangte dann bis zum 10. Oktober zu dem in 126,3° O-Lg überschrittenen 
Aequator, am 25, Oktober zur Salayer- und am 3. November zum südlichen Ende
	        
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