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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

PO 
Eingänge von meteorologischen Journalen etc., Juli 1885, 
Von Ponape& mußte „Bernhard Carl“ noch weiter nach der Insel Yap 
versegeln, Die am 11. September angetretene Reise nahm anfänglich einen 
recht günstigen Verlauf. Ein frischer am 12. September durchkommender 
Nordwind, der sich ganz langsam nach NE und SE veränderte, begleitete das 
Schiff bis zum 18, September nach 10,5° N-Br in 145° O-Lg. In geringer 
Entfernung von diesem Punkte nahm der Wind aber bis zum ganz leisen Zuge 
ab, und einen Tag später endete derselbe in Stille. Man beobachtete dann für 
Jange Zeit westliche von vielen Stillen unterbrochene Mallung, bei der sich, da 
die Strömung auch meistens eine westliche war, nur "ein sehr langsamer Fort- 
yang erzielen liefs, Am 2. Oktober wurde die Insel Yap erblickt und zwei 
Tage später bei leichtem Westwinde ein Ankerplatz auf derselben erreicht. 
Um zu demselben von Ponap& aus zu gelangen, waren 23 Tage erforderlich 
yewesen. Während dieser Zeit hatte man: 155° O-Lg in 9,8° N-Br am 
14. September, 150° O-Lg in 10,5° N-Br am 16. September, 145° O-Lg in 
10,1° N-Br am 18. September und 140° O-Lg in 8,8° N-Br am 29. September 
gekreuzt. Um von 9,5° N-Br in 141,3° O-Lg nach 8,8° N-Br in 140° O-Lg 
zu gelangen, waren sieben volle Tage erforderlich gewesen. In der Nähe 
von Yap waren Streifen von kleinen Bimsteinstücken im Meere treibend er- 
blickt worden. 
In Yap erhielt der „Bernhard Carl“ daun endlich den letzten Theil 
seiner aus Koprah bestehenden Ladung. Nachdem dieselbe verstaut und das 
Schiff wieder in seefähigen Zustand versetzt worden war, segelte es bei leichtem 
Westwinde am 17. Oktober nach See, um nach Europa zurückzukehren. Da 
Kapt. Niemann sich entschlossen hatte, die Reise auf der durch Golo-Passage, 
Molukken-See und Indischen Ocean führenden Route zu vollenden, wurde bei 
dem auf See zunächst angetroffenen leichten westlichen Winde versucht, nach 
Westen hin zu kreuzen. Da der veränderliche Wind aber nur sehr geringe 
Stärke besafßs und recht häufig von Stillen unterbrochen wurde, konnte man 
nur in höchst langsamer Weise vorrücken. Nachdem später 10° N-Br erreicht 
worden war, konnte man bei etwas frischerem Ostwinde an einigen Tagen einen 
rascheren Fortgang erzielen. Vom 27. Oktober in 9° N-Br und 132,5° O-Lg 
au wurde ein hoch südlicher Kurs eingeschlagen, auf dem die Bark von einem 
zwei Tage lang anhaltenden mäfsigen SE-Winde begünstigt wurde. Als man 
bei demselben bis zum 30. Oktober nach 4,7° N-Br in 131,4° O-Lg gesegelt 
hatte, endete derselbe, und es traten lange Zeit anhaltende aufserordentlich 
ungünstige Verhältnisse an seine Stelle. Am 1. November gelangte „Bernhard 
Carl“ in Sicht der Insel Tobi, von welcher ab mehrere Kanoes zum Schiffe 
kamen, und am 7. November ging die Bark in 129,8° O-Lg von nördlicher in 
südliche Breite über. Der 7. November war der 21. seit der Abreise ver- 
ßossene Tag. Während dieser Zeit hatte man: 5° N-Br in 131,2° O-Lg am 
30. Oktober und 135° O-Lg in 9,5° N-Br am 24. Oktober gekreuzt, Die bis 
dahin beobachteten Strömungen waren sehr verschiedene gewesen. In der 
ersten Zeit versetzte der Strom fast stets nach Westen, doch war dessen Stärke 
dann nur eine geringe, Als man aber südlich von 6° N-Br gekommen war, 
wurde eine starke südöstliche Strömung, die den Gesammtbetrag von über 
180 Sm in 4 Etmalen erreichte, beobachtet. Als „Bernhard Carl“ sich am 
3. November in der Nähe von 2° N-Br und 130° O-Lg befunden hatte, wurden 
auch dort grofse Felder von auf dem Meere treibendem Bimstein gesehen. 
In südlicher Breite wurden fast noch schlechtere Verhältnisse angetroffen, 
als die gewesen waren, von welchen man während der letzten in nördlicher 
Breite zugebrachten Zeit zurückgehalten worden war. Nur dafs dort die frei- 
lich nicht starke Strömung meist eine südliche Richtung hatte, war günstig. 
Dagegen kam der stets herrschende leise Zug fast nur aus südlicher oder süd- 
westlicher Richtung. Am 28. November gelangte die Bark in Sicht von der 
Insel Bouton. Lange Zeit erforderte dann auch wieder die Durchsegelung der 
Salayer-Strafse. Nachdem man sich schon am 30. November in 6° S-Br und 
121,6° O-Lg befunden hatte, war der Standpunkt des Schiffes am 18, Dezember 
noch in 6,2° S-Br und 120,1° O-Lg. Hier war der zeitweise unerwünscht 
frische Westmonsun und der starke NO-Strom die Ursache der Verzögerung. 
Am 30. Dezember gelangte „Bernhard Carl“ endlich in Sicht von der Insel 
Bali, und nachdem am 1. und %. Januar 1885 die Lombock-Strafse durchsegelt
	        
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