348
Eingänge von meteorologischen Journalen ete., Juli 1885.
zögerung. Erst nachdem man am 3. Februar 3° S-Br überschritten hatte, wurde
der Passat kräftiger und gewährte der Bark dadurch für einige Tage die Mög-
lichkeit einer raschen Fahrt. Südlich von 14,5° S-Br wurde die Windstärke
jedoch schon wieder eine geringe, und als man sich am 8. Februar in der Nähe
7on 16° S-Br und 34° W-Lg befand, endete der Passat. Bei einem Barometer-
stande von 762,4 mm nahm dort der ganz schwach gewordene Ostwind bis zur
Stille ab. Als der, auf diese folgende, leichte östliche Zug nach einigen Tagen
auffrischte, wurde die Windrichtung eine nordöstliche. Indem der Wind sich
dann für verhältnilsmäfsig sehr lange Zeit im nordöstlichen Quadranten hielt,
nahm die Reise wieder einen günstigen Verlauf. Erst unweit von 33° S-Br in
185° W-Lg fand am 21. Februar" zum ersten Male eine Drehung des Windes
durch N nach W statt. Indem der Wind diese Drehung durch die westlichen
Striche in wenigen Stunden vollendete, kehrte er nach dem östlichen Halbkreise
zurück. Nach dieser Zeit erfolgten die Windveränderungen nach links, die
auch noch fernerhin vorherrschend blieben, in unregelmäfsiger Weise. Nachdem
die Windrichtung am 27, Februar abermals eine nordwestliche geworden war,
legte man, von frischem Westwinde begünstigt, bis zum 1. März die Strecke zu
dem in 40,4° S-Br überschrittenen ersten Meridian zurück. Der 1. März war
der. 29. bis dahin in südlicher Breite verbrachte Tag. Während dieser Zeit
hatte man: 10° S-Br in 31,3° W-Lg am 6. Februar, 20° S-Br in 32,6 W-Lg am
11. Februar und 30° S-Br in 28° W-Lg am 17. Februar gekreuzt. Am 25, Fe-
bruar hatte „Bernhard Carl“ sich in Sicht von Tristan d’ Acunha befunden. Von
den Mitseglern erreichte „Bessel“ den Meridian von Greenwich in 40,7° S-Br
am 25. Februar und „Paula“ in 40,8° S-Br am 29. Februar. „Spica“, welche
20° S-Br in 35,3° W-Lg am 7, Februar gekreuzt hatte, befand sich am 1. März
Mittags in 47,9° S-Br und 62,3° W-Lg.
Während der Zeit, in welcher ein Ostkurs eingehalten wurde, hielt
„Bernhard Carl“ sich anfänglich in der Nähe von 41° S-Br. Als man später
durch frische SE-Winde nach 59° S-Br zurück verdrängt worden war, wurde
doch bei dem folgenden günstigen Winde wieder der Parallel von 42° S-Br
aufgesucht. Die angetroffenen Winde waren zwar vorherrschend westliche, doch
beobachtete man auch verhältnifsmäfsig häufig östliche. Winde. Stürme er-
schwerten die Fahrt fast gar nicht, vielmehr wurden, entsprechend dem oft
recht hohen Luftdrucke, häufig unerwünscht leichte Winde und selbst Stille
beobachtet. Als „Bernhard Carl“ bis zum 17. April nach 36° S-Br in 134,4°
O-Lg gesegelt hatte, veränderte sich dort der mälsige Wind durch S nach SE.
Man vollendete darauf den noch vorliegenden Reiseabschnitt bei fast nur aus
östlicher Richtung kommenden Winden. Nachdem man schon am 18, April in
Sicht der Küste des Festlandes von Australien gelangt war, wurde am 22. April
der Hafen von Adelaide erreicht. Es waren damals 111 Tage seit der Abreise
vom Kanal vergangen. In östlicher Länge war von der Bark: 20° O-Lg in
10,6° S-Br am 6. März, 50° O-Lg in 42° S-Br am 19. März, 80° O-Lg in
39° S-Br am 28. März und der Meridian des Kap Leeuwin in 38,2° S-Br am
10, April überschritten worden. Der Mitsegler „Bessel“, welcher die letztere
Länge in 45° S-Br am 29. März gekreuzt, die vom Südkap von Tasmanien in
14,8° S-Br am 6. April überschritten hatte, ankerte im Hafen von Sydney am
17. April. Die Bark „Paula“ welche sich, während sie die Länge ablief,
meistens in der Nähe von 42° S-Br gehalten hatte, kreuzte die Länge der SW-
Spitze von Australien in 42° S-Br am 4. April. Dieselbe erreichte den Hafen
von Melbourne am 17. April. Am 22, April, dem Tage an welchem „Bernhard
Uarl“ seinen Bestimmungsplatz erreichte, befand sich die Bark „Spica“ in
11,4° S-Br und 112° W-Lg.
Nachdem „Bernhard Carl“ in Port Adelaide einen Theil seiner Ladung
entlöscht hatte, versegelte derselbe mit dem Reste derselben nach Apta. Die
Reise dahin wurde am 8. Mai bei leichtem, nordöstlichem Winde angetreten.
Dieser Wind endete in Stille, nachdem die offene See erreicht worden war.
Auf die Windstille folgte nach einem Tage ein längere Zeit anhaltender,
heftiger Südwind, bei dem sich nur ein sehr geringer Fortgang erzielen liels.
Erst nachdem die Windrichtung am 13. Mai, in geringer Entfernung von
38° S-Br in 136° O-Lg, eine südwestliche geworden war, nahm die Reise einen
günstigeren Verlauf, Bei stürmischem Westwinde wurdo am 15. Mai die Bass-