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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

Eingänge von meteorologischen Journalen ete,, Juli 1885, 
Bar 
W-Lg in 41,4° N-Br am 15. Juni und 30° W-Lg in 45° N-Br am 21. Juni 
gekreuzt, Als „Viktoria“ sich am 16. Juni in der Nähe von 41,4° N-Br und 
48,4° W-Lg befunden hatte, war dort ein Eisberg gesehen worden. 
20. Reise der Rostocker Bark „Bernhard Carl“, Kapt. E. J. F, Niemann. 
Um eine Reise nach Port Adelaide auszuführen, ging die Bark „Bernhard 
Carl“ am 28. Dezember 1884 von der Elbe aus in See. Dieselbe durchsegelte 
Nordsee und Kanal bei günstigem Ostwinde und gelangte daher schon am 
2. Januar 1885 zur Länge von Lizard, Nachdem sich der hier noch wehende 
frische SE-Wind aber im Laufe des nächsten Tages nach S und später nach 
SW verändert hatte, erlitt der günstige Verlauf der Reise eine längere Unter- 
brechung. Da die Windrichtung indessen eine recht veränderliche und die 
Stärke keine übergrofßfse war, konnte man doch bis zum 10. Januar nach 42,5° 
N-Br in 19,3 W-Lg vorrücken. . In geringer Entfernung von diesem Punkte 
stellte sich wieder ein leise einsetzender, aber bald auffrischender Südwind ein, 
der, obgleich westliche Winde noch wieder beobachtet wurden, für längere Zeit 
vorherrschend blieb. Indem der Wind sich am 19. Januar, in der Nähe von 
30° N-Br und 22,7° W-Lg, durch SE nach ESE veränderte, entstand aus ihm 
in dieser für diesen Meerestheil ungewöhnlichen Weise der Passat. Wenige 
Wachen nach dem Einsetzen desselben wurde ein höchster Barometerstand von 
772,1 mm abgelesen. Als die Bark von dem sehr kräftig und beständig wehen- 
den Passat nach 5° N-Br geführt worden war, verlor derselbe seine Stärke, 
In der Nähe von 3,4° N-Br und 24,1° W-Lg endete er am 27. Januar, Der 
unweit dieses Punktes‘ betretene Stillengäürtel erforderte zu seiner Ueber- 
schreitung, bei darin angetroffener, leichter, östlicher Mallung, nahezu 4 Tage, 
Am 31. Januar gelang es, den in 2,1° N-Br und 25,3° W-Lg einsetzenden SE- 
Passat wieder zu erreichen, bei dem bis zum 1. Februar zu der in 27,6° W-Lg 
überschrittenen Linie gesegelt wurde. Um zu’ derselben von Lizard aus zu 
gelangen, waren 30 Tage erforderlich gewesen. Während dieser Zeit hatte 
man: 40° N-Br in 20,2° W-Lg am 11. Januar, 30° N-Br in 22,7 W-Lg am 
19. Januar, 20° N-Br in 25,4° W-Lg am 22. Januar und 10° N-Br in 25° W-Lg 
am 24. Januar gekreuzt. 
Am 29, Januar war in 29° W-Lg die, auf einer Reise von Hamburg nach 
Sydney begriffene Eleflether Bark „Bessel“ von nördlicher in südliche Breite 
übergegangen. Dieselbe hatte die Elbe am 29. Dezember und den Kanal am 
2, Januar verlassen. Ein zweiter Mitsegler, die Elsflether, von Hamburg nach 
Melbourne bestimmte, Bark „Paula“, welche sich ebenfalls am 2, Januar bei 
Lizard befunden hatte, passirte die Linie in 27,3° W-Lg am 3. Februar, Und 
aufserdem erreichte die eiserne Bremer, für Honolulu steuernde Bark „Spica“, 
welche Lizard am 25. Dezember gesichtet hatte, den Aequator in 26,8° W-Lg 
am 29, Januar. Am Mittage des 9, Januar hatte sich „Bernhard Carl“ in 43,4° 
N-Br und 18,2° W-Lg, „Bessel“ in 42,8° N-Br und 16,2° W-Lg, „Paula“ in 
43,5° N-Br und 18,2° W-Lg und „Spica“ in 32,8° N-Br und 21,3° W-Lg befunden. 
Dieses letztere Schiff wurde nach diesem Tage durch anhaltende SW-Winde 
zurückgehalten, während die Mitsegler von frischem, iheils stürmischem SE- 
Winde begünstigt wurden. Die Folge davon war, dafs am Mittage des 18. Ja- 
nuar, an welchem Tage und der ersten Hälfte des 19. Januar sich bei allen 
vier Schiffen der NE-Passat einstellte, der Schiffsort von „Bernhard Carl“ 
31,6° N-Br in 21,7° W-Lg, der von „Bessel“ in 32,3° N-Br und 21,6° W-Lgeg, 
der von „Paula“ in 32° N-Br und 21,7° W-Lg und der von „Spica“ in 25° N-Br 
und 25° W-Lg war. Die äquatoriale Passatgrenze wurde von „Bessel“ in 
2,5° N-Br und 26,2° W-Lg, wie von „Paula“ in 3,5° N-Br und 25,1° W-Lg und 
„Bernhard Carl“ in 3,4° N-Br und 24,1° W-Lg am 27. Januar, dagegen von 
„Spica“ in 2,5° N-Br und 23,9° W-Lg am 26. Januar erreicht. Um den Stillen- 
gürtel zu überschreiten waren für „Bernhard Carl“ 3 Tage und 16 Stunden, für 
„Bessel“ wie für „Spica“ nur 20 Stunden, dagegen für „Paula“ 4 Tage erforder- 
lich. Die zwischen Kanal und Aequator liegende Strecke wurde von „Bessel“ 
in 27, von „Paula“ in 32, von !„Spica“ in 35 und von „Bernhard Carl“ in 
30 Tagen zurückgelegt. 
In südlicher Breite erlitt die Reise des „Bernhard Carl“ durch den dort 
zunächst noch wieder bis zum flauen Zuge abnehmenden Passat eine Ver- 
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