Eingänge von meteorologischen Journalen ete., Juli 1885, 645
Um den in diesem Punkte am 8. Mai betretenen Stillengürtel bei der leichten,
darin vorherrschenden östlichen Mallung zu überschreiten, ‚waren 4 Tage er-
forderlich. Nach Verlauf derselben gelang es, den in 4,8° N-Br und 25,9°
W-Lg einsetzenden NE-Passat wieder anzutreffen, Dieser auf der zwischen
7,5° und 23° N-Br liegenden Strecke am kräftigsten auftretende Wind dehnte
sein Gebiet aus bis nach 24,8° N-Br in 41° W-Lg. In geringer Entfernung
von diesem Punkte wurde am 23. Mai schon die polare Passatgrenze angetroffen.
Der zum ganz leisen Zuge gewordene Wind veränderte sich dort bei ‚einem
Barometerstande von 767,5 mm nach SE, um sich dann für längere Zeit in diesem
Viertel zu halten. Als der südöstliche Wind am 28. Mai auffrischte, drehte
der Wind langsam weiter nach rechts, so dafs aus ihm bald ein SW- Wind
entstand. Von 34,5° N-Br in 35,5° W-Lg an wurde man für längere Zeit von
Westwinden begünstigt. Als „Pax“ bei deuselben bis zum 8, Juni nach 46,3°
N-Br in 16,4° W-Lg gesegelt hatte, lief. der frische Wind um durch N nach
NE, worauf dann der ganze noch vorliegende Theil der Reise bei östlichem
Winde "zurückgelegt werden mufste. Die Reise wurde dadurch derart verzögert,
dafs die Kanalmündung erst am 15. Juni erreicht werden konnte, Es waren
dann 121 Tage seit der Abreise von Hongkong und 109 Tage nach der Abfahrt
von der Sunda-Strafse vergangen. Im Nord-Atlantischen Ocean hatte man
39 Tage zugebracht und dort: 10° N-Br in 32,5° W-Lg am 16. Mai, 20° N-Br
in 39,8° W-Lg am 21. Mai, 30° N-Br in 38,6° W-Lg am 28, Mai und 40° N-Br
in 29,6° W-Lg am 3. Juni gekreuzt. Der Mitsegler „Zmanuel“ erreichte die
Mündung des Tajo am 9. Juni. Am 22. Mai Mittags: hatte sich „Pax“ in
22,8° N-Br und 41,1° W-Lg und „Emanuel“ in 22,8° N-Br und 37,2° W-Lg
befunden.
18. Reise der Bremer Bark „Viktoria“, Kapt. B. F. Rehm.
Die auf einer Reise nach Philadelphia begriffene Bark „Viktoria“, welche
die Wesermündung am 7. Februar 1885 verlassen hatte, befand sich am
20. Februar bei Lizard. Der stürmische, die Fahrt an diesem Tage begünsti-
gende NE-Wind endete schon am Schlusse desselben Tages, und indem gich
der Wind am 21. Februar durch SE und S nach SW veränderte, nahm derselbe
bis zum heftigen Sturme zu. Da sich der Wind nun auch später für längere
Zeit im südwestlichen Viertel hielt und von daher stürmisch wehte, wurde der
Fortgang des Schiffes ein sehr langsamer. Bis zum 4 März konnte man nur
nach 47° N-Br in 17° W-Lg vorrücken. An diesem Tage veränderte sich
aber der noch immer stürmische Westwind nach einer nördlich von W liegenden
Richtung und gewährte, indem er bald noch raumer lief, sich selbst durch N
nach NE veränderte, dem Schiffe zum ersten Male auf dieser Fahrt eine längere
günstige Gelegenheit. Auch nachdem der nordöstliche Wind am 8. März geendet
hatte, blieben die Windverhältnisse doch im Ganzen vorherrschend günstige.
Bei dem sich dann meist in südöstlicher und südlicher Richtung haltenden
Winden segelte das einen. südwestlichen Kurs verfolgende Schiff bis zum
21. März nach 36,2° N-Br in 53,9° W-Lg. Nach dieser Zeit beobachtete man,
obgleich lange anhaltende Westwinde nicht. vorkamen, wieder ungünstigere
Winde. Dieselben waren sowohl in Richtung wie Stärke sehr veränderlich.
Bei denselben legte . Viktoria“, indem sie sich zwischen 33° und 34° N-Br
hielt, den gröfsten Theil der erforderlichen Länge zurück. Von 34,8° N-Br in
71° W-Lg an, wohin die Bark am 1. April gelangt war, wurde ein nordwest-
licher Kurs eingeschlagen. Man legte dann bis zum 7. April die Strecke zur
Mündung des Delaware-Flusses zurück. Um zu demselben vom Kanal her zu
gelangen, waren 46 Tage erforderlich gewesen. Während dieser Zeit hatte
man: 30° W-LX in 42,1° N-Br am 10. März, 50° W-Lg in 36° N-Br am 17. März,
60° W-Lg in 33° N-Br am 27. März und 70° W-Lg in 34,7° N-Br am 31. März
überschritten.
Während „Viktoria“ diese ihre Reise über den Ocean vollendete, war
auch die Bremer Bark „Caroline“ auf einer solchen begriffen. Dieses, nach
New- York bestimmte Schiff ging am 9. Februar von der Weser aus in See und
segelte bis zum Mittage des 14. Februar nach 54,9° N-Br in 21° O-Lg. Zur
selben Zeit befand sich „Viktoria“ in 52,9° N-Br und 3,2° O-Lg. Mit Rück-
sicht auf den damals herrschenden SW-Wind und.den etwa 750 mm betragenden
Ann. d, Hydr. eto, 19835, Heft XI.