Eingänge von meteorologischen Journalen etc,, Juli 1885.
Reise einen günstigeren Verlauf, Als dieser Wind einsetzte, zeigte das Baro-
meter auf den niedrigen Stand von 744,7 mm. So wie man dann später nach
Süden hin vorrückte, nahm der Luftdruck langsam zu bis zum höchsten in der
Nähe von 32,5° N-Br in 22,5° W-Lg beobachteten Betrage von 771,0 mm. : Als
dieser am 13. März abgelesen wurde, endete der Tags vorher nach NNW um-
gelaufene Wind in Stille, auf die bald nachher der NE-Passat folgte, Die
nördliche Grenze dieses Windes schien am 14. März in der Nähe von 31,5°
N-Br und 228° W-Lg zu liegen. Nachdem sie überschritten worden war,
wurde der Verlauf der Reise wieder für längere Zeit ein günstiger. Indem
man sich in der Nähe von 22° N-Br hielt, wurde dort nach Westen gesteuert
und später von 63° W-Lg an ein nördlicherer Kurs eingeschlagen. „Hermann
Friedrich“ gelangte dann bis zum 3. April zurück zu der in 25,6° N-Br und
68,6° W-Lg liegenden polaren Passatgrenze. Als sich dort der kräftige Wind
nach SE veränderte, hatte das Barometer, welches zwei Tage vorher, in etwa
23,5° N-Br und 65° W-Lg, auf 768,5 mm gezeigt hatte, einen Stand von
764,4 mm. ‘Auf dem leizten Reiseabschnitte bewegte sich der Wind in lang-
samen Drehungen nach rechts, so dafs nahezu zwei Rundläufe in diesem Sinne
ausgeführt wurden, Eine Abnahme des Luftdrucks auf 760,6 mm, eine Steigen
auf 769,0 mm, wie ein abermaliges Sinken auf 759,5 mm begleiteten neben
häufigen gewitterhaften Erscheinungen diese Veränderungen. Die dabei herrschen-
den Winde waren, da die nordwestlichen Winde nur kurze Dauer hatten, fast
stets günstig. Bei schwachen NE-Winde erreichte die Brigg am 10. April
ainen in der Nähe von Smithville gelegenen Ankerplatz. Es waren dann
41 Tage seit der Abreise von Falmouth vergangen. Während dieser Zeit
hatte man: 40° N-Br in 18° W-Lg am 10, März, 30° N-Br in 23,8° W-Lg am
15. März und zum zweiten Male 30° N-Br in 75° W-Lg am 8. April; wie 30°
W-Lg in 24° N-Br am 18. März, 50° W-Lg in 22° N-Br am 26. März, 60°
W-Lg in 21,8° N-Br am 30. März und 70° W-Lg in 26,4° N-Br am 4, April
gekreuzt. Während „Hermann Friedrich“ seine Reise durch das Passatgebiet
ausführte, wurde dasselbe auch von dem Bremer, von Fiume nach Philadelphia
segelnden Vollschiffe „Savannah“ gethan, Dasselbe passirte die Straße von
Gibraltar am 24, Februar und segelte später bei im Atlantischen Ocean vor-
herrschenden schwachen NW-Winden bis zum 10. März zu der in 23,5° N-Br
und 25° W-Lg liegenden polaren Passatgrenze. Im Passatgebiet lief dieses
Schiff seine Länge ab; indem es sich eben südlich von 20° N-Br hielt. Es
fand später die polare Passatgrenze am 27. März in 25° N-Br und 68,3° W-Lg
und erreichte schliefslich am 4. April die Mündung des Delaware. Dieses
Schiff hatte die Fahrt über den Ocean in 39 Tagen vollendet. Noch ein
anderer Mitsegler, die Vegesacker Bark „Amelia“, welche ebenfalls auf einer
Reise nach Philadelphia begriffen war, verliefs das Mittelmeer am 4. März,
Dieses Schiff traf jm offenen Ocean ungünstigere Westwinde an, als sie
„Savannah“ gefunden hatte. Durch dieselben wurde es gezwungen, die zwischen
dem Festlande von Afrika und den Kanarischen Inseln liegende Strafse zu
durchsegeln. Dasselbe erreichte das Passatgebiet erst am 18. März in 22°
N-Br und 25,5° W-Lg. Da es in demselben aber recht frischen beständigen
Wind antraf, konnte es dort guten Fortgang erzielen und das gegen den
weiter nach NW hin stehenden, von den Winden vorher mehr begünstigten
Mitsegler „Hermann Friedrich“ Verlorene wieder einholen. Am Mittage des
15. März hatte die Brigg sich in 29,2° N-Br und 244° W-Lg gegen den
gleichzeitigen Standpunkt der Bark in 26,4° N-Br und 18,5° W-Lg befunden,
Bei „Hermann Friedrich“ herrschte damals NNE-Wind von der Stärke 7,
während „Amelia“ bei leichtem NNW-W.inde 2 segelte. Dagegen war eine
Woche später der Schiffsort der Brigg 21,9° N-Br in 40,6° W-Lg und der der
Bark 20,5° N-Br in 40,1° W-Lg. Sehr wahrscheinlich war aber auch das
letztere mehr als dreimal so grosse Schiff der Brigg an Schnelligkeit weit
überlegen. „Amelia“ verliels das Passatgebiet wieder in 24,5° N-Br und
70,2° W-Lg am 2. April. Die Mündung des Delaware wurde am 9, April,
36 Tage später als Güraltar verlassen worden war, erreicht.
Von Wilmington ging „Hermann Friedrich“ am 12. Juni wieder in See,
um nach Liverpool zu segeln. Die Fahrt dahin nahm infolge häufiger Ostwinde
und der oft nur sehr geringen Stärke der günstigen Winde einen langsamen
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