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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

Eingänge von meteorologischen Journalen etc., September 1884. 
wieder ganz schwach auftraten und den Fortgang der Reise bedeutend ver- 
zögerten. „Joseph Haydn“ rückte bei diesen Verhältnissen bis zum 30, Dezember 
nach 42,8° S-Br in 48° O-Lg vor. Vom 31. Dezember, an welchem Tage der 
Wind aufs Neue kräftig aus W durchkam, nahm die Reise wieder einen 
schnelleren Verlauf. Am 8. Januar 1884, 26 Tage später, als westliche Länge 
verlassen worden war, gelangte „Joseph Haydn“ nach 38,3° S-Br in 80° O-Lg. 
Der Mitsegler hatte diesen Meridian in 36° S-Br am 4. Januar überschritten. 
Am 25. Dezember hatten beide Schiffe, „Joseph Haydn“ in 42° S-Br und 
37° O-Lg, „Regulus“ in 42,4° S-Br und 44° O-Lg, einen Sturm überstanden. 
Derselbe folgte bei beiden Schiffen auf heftigen SE-Wind und wehte, nachdem 
der Luftdruck den an Bord des „Joseph Haydn“ abgelesenen niedrigsten Stand 
von 745,3mm erreicht, der Wind sich durch S nach SSW verändert hatte, aus 
letzterer Richtung am heftigsten. Am 5. Januar beobachtete „Joseph Haydn“ 
unweit 40° S-Br in 72° O-Lg einen zweiten ähnlichen Sturm, Derselbe begann 
auch in diesem Falle aus SE und wehte, nachdem der Wind bei einem niedrigsten 
Barometerstande von 748,4 mm durch S nach SSW umgelaufen war, aus letzterer 
Richtung mit gröfster Kraft, Nach der Art und Weise, wie die Windveränderung 
in diesen beiden Stürmen vor sich ging, scheint die Fortbewegung der De- 
pression beide Male nach hoch südlicher Richtung hin erfolgt zu sein. 
Oestlich von 80° O-Lg traf „Joseph Haydn“ recht günstige Verhältnisse 
an. Der frische Westwind veränderte sich dort in langsamer Drehung durch S 
nach SE und wurde zum Passat, ohne dafs vorher von Mallung eine Spur an- 
getroffen wurde. In geringer Entfernung von 32,5° S-Br in 85,3° O-Lg, wo 
die Windrichtung am 10, Januar eine südöstliche wurde, schien die polare 
Passatgrenze zu liegen. Der dort 768,4mm betragende Luftdruck erreichte mit 
dem später unweit 28° S-Br abgelesenen Betrage von 770,5mm seinen höchsten 
Stand. Der kräftig wehende SE-Passat dehnte sein Gebiet nordwärts bis nach 
7,8° S-Br in 88,5° O-Lg aus. Als „Joseph Haydn“ sich am 18. Januar in der 
Nähe dieses Punktes befand, nahm der östliche Wind rasch bis zur Stille ab, 
und nachdem diese einige Stunden angehalten hatte, trat ein sich wieder nach 
rechts verändernder leichter SE-Wind an deren Stelle. Als die Windrichtung 
sine südwestliche geworden war, wurde der Wind auch rasch wieder kräftig, 
so dafs man bis nach 3° S-Br hin eine recht rasche Fahrt erzielen konnte. 
Bei der nördlich von diesem Parallele herrschenden leichten nordwestlichen 
Briese legte „Joseph Haydn“ bis zum 21. Januar den Weg zu der in 91,8° O-Lg 
überschrittenen Linie zurück, Auf dem Wege zu derselben hatte man: 30° S-Br 
in 86,5° O-Lg am 11. Januar, 20° S-Br in 879° O-Lg am 14. Januar und 
10° S-Br in 88,2° O-Lg am 17. Januar gekreuzt. Der Mitsegler „Regulus“ war 
am 18. Januar in 92,5° O-Lg von der südlichen zur nördlichen Halbkugel über- 
gegangen. 
In nördlicher Breite nahm die leichte nordwestliche Briese beim „Joseph 
Haydr“ bald bis zum leisen unbeständigen Zuge ab; der Fortgang des Schiffes 
wurde dementsprechend ein solch langsamer, dafs man erst bis zum 28, Januar 
in Sicht von Pulo Brasse gelangte. Da sich der Wind dort nach NE ver- 
änderte, mufste von nun an gekreuzt und fast der ganze noch vorliegende Theil 
der Reise in dieser Weise vollendet werden. Nur an einigen Tagen wurde 
die Fahrt noch wieder durch leichte nordwestliche Winde begünstigt. Am 
15. Februar, 117 Tage später als 50° N-Br verlassen worden war, ankerte 
„Joseph Haydn“ auf der Rhede von Singapore. Der Mitsegler „Regulus“, 
welcher sich am 25. Januar in 6,5° N-Br und 93,8° O-Lg in Sicht von den 
Nikobaren befunden hatte, erreichte die Mündung des Rangoon-Flusses am 
11. Februar, 
Nach Entlöschung der Kohlenladung wurde „Joseph Haydn“ in Singapore 
wieder mit einer aus Gambier, Koprah und Stuhlrohr bestehenden Ladung be- 
laden, und nachdem dieses geschehen, am 28. April die Rückreise nach Hamburg 
angetreten. Da Kapitän Pflieger auf See keinen regelmäfsigen SE-Monsun 
antraf, gab er seine ursprüngliche Absicht, durch die Gaspar- oder Carimata- 
Strafse zu segeln, auf und wählte dafür den Weg durch die Banka-Straße, 
Man konnte auch dort indessen nur sehr langsam vorrücken. Am 24, Mai 
befand sich der „Joseph Haydn“ in der Nähe der Lucipara-Insel und am 
28, Mai, 30 Tage nach der Abreise, gelangte die Bark in die Nähe von Anjer, 
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