Eingänge von meteorologischen Journalen ete., Juli 1885.
637
Mallung und Stille unterbrochen wurden, bis zum 9. Juli zu der in 29° N-Br
und 17,2° W-Lg gelegenen, polaren Passatgrenze. Beim. Einsetzen des ganz
schwach beginnenden Passats, beobachtete man einen höchsten Barometerstand
von 767,7 mm. Im Passatgebiete selbst fand „Auguste“ auf ihrer, östlich von
der Kap Verde-Gruppe, nach Süden führenden Fahrt nur verhältnilsmäfsig
schwache Winde. Als die Bark bei denselben bis zum 18. Juli nach 12,8° N-Br
in 22,2° W-Lg gesegelt hatte, endete der Passat. Der schon seit 2 Tagen
yanz flau und unbeständig gewordene Wind veränderte sich dort durch. E und
S nach SW, ohne dafs vorher Mallung angetroffen wurde. Man segelte darauf
bei dem anfänglich raumen, später schraleren westlichen Monsune mit St-B.-
Halsen. Als „Auguste“ in. dieser Weise bis zum 23, Juli nach 6,5° N-Br in
15,2° W-Lg gelangt war, wurde bei inzwischen nach S umgelaufenem Winde
gewendet und dann bei langsam aufraumendem Winde bis zum 28. August die
Strecke zu der in 24,7° W-Lg überschrittenen Linie zurückgelegt. Um zu der-
selben vom Kanale aus zu gelangen, waren 33 Tage erforderlich gewesen.
Während dieser Zeit hatte man: 40° N-Br in 11,9° W-Lg am 2. Juli, 30° N-Br
in 18° W-Lg am 8. Juli, 20° N-Br in 20° W-Lg am 14, Juli und 10° N-Br in
21,5° W-Lg am 19. Juli gekreuzt, Die eiserne, nach Valparaiso bestimmte,
Hamburger Bark „Parsifal“, welche die £lbe am 14. Juni verlassen hatte, deren
meteorologisches Journal aber leider erst am 24. Juni in 44,2 N-Br und 13°
W-Lg beginnt, hielt sich westlich von den Kap Verde-Inseln und erreichte
südliche Breite in 22,5° W-Lg am 18. Juli. ;
Im Süd-Atlantischen Ocean wurde „Auguste“ bis nach 24,5° S-Br in
51° W-Lg vom frisch und beständig wehenden Passate begleitet. Als sich dort
der kräftige Wind am 7, August nach NE veränderte, hatte der Luftdruck
einen höchsten Stand von 766,3 mm erreicht. Zwei Tage später, als die Wind-
richtung eine nordöstliche geworden war, lief der Wind durch N nach NW, um
sich nun für längere Zeit beständig im westlichen Halbkreise zu halten. Un-
weit 38,5° S-Br in 9° W-Lg überstand „Auguste“ am 14. August einen ziemlich
heftigen Sturm, der aus NNW begann und W endete. Man beobachtete während
desselben Gewitter und einen auf 739,4 mm gesunkenen Barometerstand. Bei
heftigem Nordwinde ging die Bark am 17. August in 40° S-Br von westlicher
in östliche Länge über, Der 17.. August war der 20. bis dahin in südlicher
Breite verbrachte Tag. Während dieser Zeit hatte man: 10° S-Br in 30,3°
W-Lg am 2, August, 20° S-Br in 32° W-Lg am 5. August und 30° S-Br in
26,3° W-Lg am 9. August geschnitten, Am 17, August befand sich „Parsifal“
in 46,6° S-Br und 59,2° W-Leg.
Während der Zeit, in welcher die Länge ahgelaufen wurde, berührte
„Auguste“ als südlichsten Punkt am 24. August 43,5° S-Br in 28° O-Lg. Der
ununterbrochen aus nördlicher oder westlicher Richtung kommende Wind wehte
zwar sehr häufig stürmisch, nahm aber in keinem einzigen Falle bis zum un-
gewöhnlich schweren Sturme zu. Auffallend war das häufige Auftreten .gewitter-
hafter Erscheinungen und. der Hagelböen. Am 5. September, 19 Tage später
We yestliche Länge verlassen war, gelangte „Auguste“ nach 80° O-Lg in
° S-Br.
Auf dem Wege zum Gebiete des SE-Passats traf man zunächst auch noch
recht günstige Winde an. Nördlich von 30,5° S-Br in 99,5° O-Lg wurde die
Fahrt aber an mehreren Tagen durch leichte Mallung und Stille verzögert.
Die in 21° S-Br und 103,7° O-Lg liegende polare Passatgrenze erreichte
„Auguste“ am 16. September. Der sich am Tage vorher aus Stille entwickelnde
NW-Wind hatte bald grössere Stärke gewonnen und sich dann gleichzeitig
nach links verändert, so dass aus ihm an jenem Tage der Passat entstand.
Der Luftdruck zeigte beim Einsetzen desselben auf einen Stand von 764,6 mm.
Bei dem kräftig und beständig wehenden Passate näherte sich „Auguste“ rasch
der Sunda-Strafse. Am 19. September wurde die Christmas Insel erblickt, am
20. September die Klapper Insel gesehen und darauf bei dem, inzwischen flau
und unbeständig gewordenen, östlichen Winde bis zum 21. September zum KEin-
gange des Princefs Kanal gesegelt. Auf dem Wege dahin war: 30° S-Br in
99,8° O-Lg am 11. September, 20° S-Br in 104° O-Lg am 16. September und
10° S-Br in 105,6° O-Lg am 19. September gekreuzt worden.
Ann. d. Hydr. ete.. 1885. Haft XI