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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

636 Eingänge von meteorologischen Journalen ete., Juli 1885. 
Zeit in dieser und der nordnordwestlichen Richtung zu halten, Da später auch 
noch an mehreren Tagen Windstille angetroffen wurde, erlitt die Reise nun eine 
ganz ungewöhnlich lange, anhaltende Verzögerung. Nicht eher, als bis „Polynesia“ 
bis zum 30, März nach 15° S-Br in 31° W-Lg vorgerückt war, gelang es den 
SE-Passat anzutreffen. Der leichte Wind nahm dort, beim verhältnilsmälßsig 
niedrigen Barometerstande von 762,2 mm, eine östlich von NE liegende Richtung 
an und wurde Passat, An demselben Tage, nur eine Wache später, stellte 
sich beim in 17° S-Br und 29,6° W-Lg stehenden Mitsegler „J. H. Ramien“ 
der hier auf dreitägige Stille folgende SE-Passat ein. Der Luftdruck hatte 
damals bei dieser Bark einen Stand von 762,4 mm. Als „Polynesia“ vom 
Passate bis nach 1,3° S-Br in 29,9° W.Lg geführt worden war, endete der- 
selbe. Der von diesem Punkte bis zur Linie noch vorliegende Reiseabschnitt 
erforderte infolge der auf ihm angetroffenen Stille und Mallung, wie leichter 
nordnordöstlicher Briese, noch wieder eine lange Zeit. Erst am 9, April konnte 
in 31,8° W-Lg der Aequator überschritten werden. Um zu demselben vom 
Kap Horn zu gelangen, waren 44 Tage erforderlich gewesen. Während dieser 
Zeit hatte man: 50° S-Br in 49,4° W-Lg am 1. März, 40° S-Br in 36,2° W-Lg 
am 9, März, 30° S-Br in 29,5° W-Lg am 15. März, 20° S-Br in 31° W-Lg am 
23. März und 10° S-Br in 30,4° W-Lg am 2, April gekreuzt. Der Mitsegler 
„J. H. Ramien“, welcher den SE-Passat in 2° S-Br und 295° W-Lg am 
6. April verloren hatte, ging am 11. April in 341° W.Lg von südlicher in 
nördliche Breite über. Noch ein anderer Mitsegler, der eiserne Hamburger 
Dreimastschoner „Gustav Adolph“, welcher auf der Rückreise von Corinto be- 
griffen, das Kap Horn am 8. Februar gesehen, und bei dem der SE-Passat in 
1,6° S-Br und 32,3° W-Lg geendet hatte, verliefs südliche Breite in 33,8 W-Lg 
am 8, April. 
Der mäfsige, von 1° S-Br an wehende NNE-Wind, bei dem „Polynesia“ 
die Linie überschritt, war schon der Passat. Dorselbe wehte später auf der 
zwischen 3° und 18° N-Br liegenden Strecke am frischesten und begleitete das 
Schiff, bis es sich am 22. April in 29,5° N-Br und 42° W-Lg befand. Er 
endete, indem der frische Wind sich in geringer Entfernung von diesem Punkte 
bei einem Barometerstande von 7690 mm nach SE und bald darauf weiter 
nach rechts veränderte. Am 23. April herrschte leichter westlicher Zug und 
indem dieser weiter nach rechts drehte, folgte aufs Neue ein mehrere Tage 
anhaltender schwacher Ostwind. Von 34° N-Br in 37,5° W-Lg an gewährten 
südwestliche und südöstliche Winde eine günstige Gelegenheit zur Förderung 
der Reise, dagegen verursachten die von 44° N-Br in 26° W-Lg ab herrschenden 
Östwinde eine bedeutende Verzögerung der Reise. Bei nördlichem und west- 
lichem Winde wurde der letzte Theil der Reise vollendet und schliesslich am 
16. Mai die Kanalmündung erreicht, Der 16. Mai war der 123. seit dem Antritt 
der Reise verflossene Tag. In nördlicher Breite hatte man 37 Tage zugebracht 
und dort: 10° N-Br in 404° W-Lg am 14. April, 20° N-Br in 42,7° W-Lg 
am 18, April, 30° N-Br in 41° W-Lg am 23. April und 40° N-Br in 32,3° W-Lg 
am 2, Mai geschnitten. Die Bark „J/. H. Ramien“, welche die polare Passat- 
grenze am 25. April in 31,3° N-Br und 42,3° W-Lg angetroffen hatte, erreichte 
den Hafen von Lissabon am 10. Mai. Der Dreimastschoner „Gustav Adolph“, 
der bis nach 29,8° N-Br in 41,5° W-Lg vom Passate begleitet worden war, 
gelangte zum Kanal erst am 23. Mai. Am Mittage des 28, April hatte sich 
„Polynesia“ in 34,7° N-Br und 37,1° W-Lg, „J. II. Ramien“ in 34,8° N-Br und 
37,2° W-Lg und „Gustav Adolph“ in 33,6° N-Br und 39,5° W-Lg befunden. 
6. Reise der Bremer Bark „Auguste“, Kapt. K. Jost. 
Die auf einer Reise nach Hongkong begriffene Bark „Auguste“ verliefs 
am 25. Juni 1884, 8 Tage später als sie von der Elbe aus in See gegangen 
war, den Kanal, Der dort damals wehende frische NW-Wind nahm schon am 
nächsten Tage zum leichten unbeständigen Zuge ab und auf diesen folgten 
mehrere Tage anhaltende schwache südwestliche Winde. Man rückte bei den- 
selben in langsamer Fahrt bis zum 30, Juni nach 45° N-Br in 9° W-Lg vor. 
Nachdem sich hier der leise Zug durch N nach NE verändert hatte, wurde der 
Verlauf der Reise ein günstigerer. „Auguste“ segelte bei nordöstlichen und 
raumen Westwinden, welch letztere später jedoch noch wieder durch leichte
	        
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