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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

Eingänge von meteorologischen Journalen :etc., Juli 1885. 
her zu gelangen, waren 89 Tage erforderlich gewesen. 40° S-Br im Grofsen 
Ocean hatte das Schiff in 77,5° W-Lg am 19. November gekreuzt. 
Nachdem „Polynesia“ in Valparaiso entlöscht worden war, nahm das 
Schiff Ballast ein, um nach Caleta Buena versegeln zu können. Die Reise 
dahin wurde am 8. Dezember angetreten und bis zum 16. Dezember beendet. 
Im letzteren Platze wurde das Schiff dann aufs Neue mit Salpeter beladen und 
schließlich am 13. Januar 1885 in See gegangen, um uvach Europa zurück- 
zukehren. Der Anfang dieser Reise verlief infolge der in der Nähe der Küste 
beobachteten ganz schwachen südlichen Winde nur in langsamer Weise, Erst 
als man bis zum 19. Januar nach 21,2° S-Br in 75,4° W.Lg vorgerückt war, 
wurde frischerer SE-Wind angetroffen, bei dem ein etwas rascherer Fortgang 
erzielt werden. konnte. Die polare Grenze des überall nur in sehr unbefriedi- 
gender Weise beobachteten Passats, lag am 26. Januar in geringer Entfernung 
von 27,5° S-Br und 84,4° W-Lg. Nicht weit von diesem Punkte entfernt endete 
der Passat, bei einem höchsten Barometerstande von‘ 767,2 mm, in Stille, 
Südlich vom Passatgebiete erlitt die Reise durch langanhaltende, leichte Mallung 
und Stille eine bedeutende Verzögerung. Als „Polynesia* sich am 6, Februar 
bei 35,7° S-Br in 89,6° W-Lg befand, stellte sich wieder ein stärkerer Südwind 
ein, der sich bald nach SW veränderte und dann noch mehr auffrischte. 
Südlich von 49° S-Br trat der Westwind an mehreren Tagen stürmisch auf, 
dagegen war die Stärke des westlichen Windes, bei dem am 24. Februar die 
Länge des Kap Horn überschritten wurde, wieder nur eine sehr geringe. Der 
24, Februar war der 42. seit der Abreise verflossene Tag. Während dieser 
Zeit hatte man: 30° S-Br in 86,2° W-Lg am 30. Januar, 40° S-Br in 86° W-Lg 
am 10. Februar und 50° S-Br in 86° W-Lg am 18. Februar gekreuzt. 
Im Atlantischen Ocean gewährte der dort bald wieder kräftiger gewordene 
Wind dem Schiffe zunächst eine günstige Gelegenheit zur Förderung der Reise. 
Nördlich von 45° S-Br, wohin man am 4. März gelangte, wurden ungünstigere 
Verhältnisse angetroffen. Zunächst herrschte dort, wo der Luftdruck einen 
höchsten Stand von 778,0 mm erreicht hatte, ganz flauer östlicher Zug und 
nachher eine schwache westliche Briese. Zu verschiedenen Malen beobachtete 
man nun auch kurze Stille. Erst als der allmählich abnehmende Luftdruck auf 
757 mm gesunken war, kam unweit von 40° S-Br wieder ein rasch auffrischen- 
der SW-Wind durch. Als „Polynesia“ sich am 11. März in 37° S-Br und 33,3° 
W-Lg befand, folgte auf kurze Stille ein östlicher Wind, der rasch stürmisch 
wurde. Man segelte bei demselben bis zum 12. März nach 35,1° S-Br und 
34,1° W-Lg, wo Sturm aus SE von der Stärke 10 und ein niedrigster Barometer- 
stand von 744,1 mm beobachtet wurde. Als der Luftdruck zu steigen begann, 
mäfsigte sich der Sturm rasch, und der Wind veränderte sich nach S. Dieser 
selbe Sturm wurde gleichzeitig auch von der, auf der Reise von Tongatabu 
nach Lissabon begriffenen Elsflether Bark „J. H. Ramien“ überstanden. Die- 
selbe, welche die Länge des Kap Horn am 26. Februar verlassen hatte, befand 
sich am 12. März Mittags in 35,1° S-Br und 31,9° W-Lg, etwa 100 Sm recht 
Ost von „Polynesia“. Der auch hier aus E beginnende Sturm wehte damals 
aus N in Stärke 11 und der Luftdruck hatte mit 741,4 mm seinen niedrigsten 
Stand erreicht, Die Schiffe befanden sich damals auf verschiedenen Seiten eines 
sich wahrscheinlich nach südöstlicher Richtung hin bewegenden Depressions- 
gebiets. Als das Barometer bei der Bark auch zu steigen begann, drehte der 
Wind nach NW, kehrte jedoch später nach N zurück, um sich dann für mehrere 
Tage in dieser Richtung zu halten und von daher noch stürmisch zu wehen, 
Unter diesen Verhältnissen konnte die Bark fast gar keinen Fortgang erzielen, 
während das Vollschiff”‘ hei den von ihm am 13. und 14. März beobachteten 
kräftigen NW-Winden guten Fortgang nach Norden hin erzielen konnte. Als 
Folge dieser verschiedenen Winde war der Schiffsort von „Polynesia“ am 
Mittage des 14. März 31,7° S-Br in 31,1° W-Lg, gegen den gleichzeitigen vom 
„J. H. Ramien“ in 34,2° S-Br und 29,1° W-Lg geworden. . 
Am 14. März veränderte sich der kräftige Wind bei beiden Schiffen 
weiter nach links und zwei Tage später wurde die Windrichtung eine südöstliche. 
Zum Passat wurde dieser Wind jedoch noch nicht. Als „Polynesia“ sich am 
18. März in 23,8° S-Br und 27,7° W-Lg befand, drehte der Wind, indem gleich- 
zeitig dessen: Stärke eine geringe wurde, nach NNE, um sich dann für längere 
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