634 Eingänge von meteorologischen Journalen etc., Juli 1885.
zurückgeblieben, weil es südlich vom Passatgebiete 10! Tage lang anhaltende
Mallung und erst am 19. September den, in 6,1° N-Br und 20,2° W-Lg ein-
setzenden, mässigen SW-Monsun antraf.
Der bei „Polynesia“ in südlicher Breite anfänglich recht frisch und
beständig wehende Passat begleitete das Schiff nicht weiter als bis nach 16°
S-Br in 33,6° W-Lg. Als man sich am 30. September in der Nähe dieses
Punktes befand, veränderte sich der ganz schwach gewordene Wind, bei einem
Barometerstande von 764,1 mm nach NE, um bald darauf bis zum leisen Zuge
abzunehmen. Als die Windstärke wieder eine etwas größere geworden war,
fanden 2 Rundläufe des Windes nach links statt. Im zweiten derselben hielt
sich der Wind südlich von 22,5° S-Br in 37° W-Lg für 4 Tage im westlichen
Halbkreise und wehte von daher, während es häufig regnete, blitzte und das
St. Elmsfeuer sich zeigte, stürmisch, Nachdem der langsam steigende Luftdruck
einen Stand von 770 mm erreicht hatte, drehte der gleichzeitig mälsig gewordene
Wind durch S nach SE, und es folgten dann wieder 5 Tage des frischen, sich
langsam nach links bewegenden Ostwindes. Man beobachtete nun einen, in
geringer Entfernung von 27,8° S-Br und 38,5° W-Lg abgelesenen höchsten
Barometerstand von 772,0 mm. Auch später bewegte sich der Wind noch in
mehr oder minder unregelmäfsig verlaufenden Drehungen nach links. Erst
nachdem die Windrichtung bei 41° S-Br in 56° W-Lg wieder eine westliche
geworden war, behielt sie dieselbe für längere Zeit. Man vollendete nun bis
zum 26. Oktober die Strecke zu dem in 64,2° W-Lg überschrittenen Meridian
von 50° S. Der 26. Oktober war der 32. bis dahin in südlicher Breite ver-
brachte Tag. Während dieser Zeit hatte man: 10° S-Br in 31,8° W-Lg am
27. September, 20° S-Br in 35° W-Lg am 3. Oktober, 30° S-Br in 45° W-Lg
am 12. Oktober und 40° S-Br in 55° W-Lg am 17. Oktober gokreuzt. 20°
S-Br war von „Charlotte“ in 36,4° W-Lg am 10. Oktober, von „Johanne
Auguste“ in 18,2° W-Lg, wie von „Heinrich Lohmann“ in 21,5° W-Lg am
6. Oktober erreicht worden. Am 26, Oktober Mittags befand sich „Polynesia®
in 50,2° S-Br und 642° W-Lg, „Charlotte“ nahe bei Montevideo, „Johanne
Auguste“ in 36,9° S-Br und 17,8° Ö-Lg und „Heinrich Lohmann“ in 39,3° S-Br
und 13,7° O-Lg.
Am 29, Oktober umsegelte „Polynesia“ die Ostspitze von Staaten Land.
Bei dem damals wehenden stürmischen Westwinde nahm der Luftdruck rasch
ab, und als ein niedrigster Stand von 733,0 mm erreicht worden war, fand,
noch in Sicht von Land, ein Umspringen des Windes nach SW statt. Es folgte
dann ein, bei steigendem Barometer wehender, einen Tag lang anhaltender
SW-Sturm, Nachdem dieser sich wieder gemäfsigt hatte, kehrte der Wind
zurück zum nordwestlichen Viertel, worauf man im Stande war, Länge gutzu-
machen. Am 5. und 6. November überstand „Polynesia“ in 57° S-Br und
72,5° einen ungewöhnlich heftigen NW-Sturm, bei dem der Luftdruck bis auf
721,5 mm sank. Ein Ausschiefsen des Windes nach hoch südlicher Richtung
erfolgte in diesem Falle nicht. Erst nachdem der Sturm sich gemäfsigt hatte,
das Barometer um mehr als 15mm gestiegen war, stellte sich ein frischer
SSW-Wind ein. Derselbe hielt jedoch nur wenige Wachen an. Der später
angetroffene Wind war nordwestlicher, wie solcher im südlichen Sommer beim
Kap Horn vorherrschend zu sein scheint. Ein am 11. November auf kurze
Stille folgender kräftiger Ostwind veränderte sich ebenfalls schon nach wenigen
Stunden durch N nach NW. Bei frischem NW-Winde erreichte „Polynesia“ am
14. November auch wieder den, nun in 78,7° W-Lg überschrittenen Parallel
von 50° S. Es waren dann 19 Tage verflossen, seit man denselben im Atlan-
tischen Ocean verlassen hatte. Die Länge des Kap Horn war in 58,2° S-Br
am 2. November gekreuzt worden.
Nördlich von 50° S-Br im Grofsen Ocean beobachtete „Polynesia“ zunächst
ebenfalls noch anhaltende NW-Winde. Erst als man bei denselben bis zum
19. November nach 42° S-Br in 77,5° W-Lg vorgerückt war, wurde die Rich-
tung des westlichen Windes eine raumere. Von 39° S-Br an wurde die Fahrt
von frischem, beständigem Südwinde begünstigt. Derselbe veränderte sich
später durch S vach SE und wurde erst flau, als der Einflufs der nahen Küste
sich geltend machte. Bei leichter südsüdöstlicher Briese erreichte „Polynesia“
am 23. November den Hafen von Valparaiso. Um zu demselben von Lizard