Orkan im Indischen Ocean am 24. Febrnar 1884.
Orkan im Indischen Ocean am 24. Februar 1884,
(Mittheilung von der Deutschen Seewarte.)
Die Deutsche Bark „Esmeralda“, Kapt. H. Jäger, gerieth am 24, Februar
1884 im Indischen Ocean westlich von Australien und nahe dieser Küste in
das Sturmfeld eines Orkans. In der Nähe desselben befand sich auch das
Norwegische Schiff „Corona“, von dessen Kapt. Pedersen dem Kapt. Jäger
ein den Orkan betreffender Journalauszug gegeben wurde, den letzterer mit
seinem meteorologischen Journal der Seewarte einhändigte.
Nach den Beobachtungen der genannten Schiffe sind die nachfolgenden
beiden Tabellen entworfen. Die Instrumente der „Ksmeralda“ sind vor und
nach der Reise auf der Seewarte verglichen, während über das Barometer des
Schiffes „Corona“ nichts bekannt ist. Die Barometerablesungen sind in beiden
Fällen auf 0° Temperatur reducirt.
Meteorologische Beobachtungen der „Esmeralda“ am 24. Februar 1884,
Stunde | Breite
Länge
{U
Süd
Ost
4a m.
22,6
5
112,1
112,2
112,2
Bo
929
12 m,
2921
4 D. .
112,3
112,3
994 | 112,3
B
12
Wind
Luftdruck
Temp.
der
Luft
°C
Bedeck,
des
Timme?-
(0— 1m
1\
Mn
mm
36
6 SS 6
810
10h SzW 11
SW ıl
Nim 10
7514 bed. 10
11580m 740,8
741,9| 24,7 | bed. 10
] 1 30m 746,4
ah NW 11 | 92h 30m 747,9
NW 11 750,4| 24,7 | ved. 10
Gh NW10 [62 542
NNW 9 755,91 24,5 | bed. 10
N 7 7579| 24,3 | Cum 2
749.01]
|
Wetter
nach
Beaufort
0
OT
Pr
DT
or
Fr
| Seegang
Temp. d.
Meeres-
Oberfl.
°C
(0—9)
f
24 ‚5
Ss
SSW 8
SW
‚:wNw9l 240
‚NW 8] 240
x ol 238
24,0
Meteorolorische Beobachtungen der „Corona“ am 24, Februar 1884.
Stunde |
Breite | Länge
h
Süd ! Ost
4a.m.)
93,2 | 112.1
99,7
8 „|
12 m. |
112,2
112,2
22,7 1121
38 „ | 227 ' 112,0
12 . | 226
Wind
(0—12\
Ss 83
SE 10
10h EzN 11
NE 11
2 Nu
N 10
N 9
"8
X
5 1
Luft-
druck
Bedeck.
des
dimmels
(0—1MM
MM
749,38
748,3
757,4
7422 10
749.8 | 10
9 | 8
Wetter
nach
Beaufort
oo
| Seegang
(0—9)
2
3
NEO
NES
N 6
N
A
nn
Die „Esmeralda“ steuerte auf ihrem Wege von Hamburg nach Hongkong
Kurs nach der Ombay-Passage und stand am Mittag des 21. Februar auf
30° 9’ S-Br und 106° 50‘ O-Lg. Es wehte zur Zeit ein stürmischer SE-Passat
bei einem Luftdruck von 770,1mm. Am folgenden Tage nahm der Wind von
SSE die Stärke 9 an, während der Luftdruck bis zum Mittag (auf 27° 15‘ S-Br
und 109° 25‘ O-Lg) bis 764,2mm abnahm. Obwohl der Wind bald darauf all-
mählich bis zu einer starken Briese abflaute, blieb das Barometer beim Fallen
und erreichte um 4* a, m. den 23. Februar einen Stand von 756,6mm. Von
dieser Zeit bis 8" a. m. (in 24° 53‘ S-Br und 111° 3’ O-Lg) fand, mit dem
Winde ESE 6, eine kleine Zunahme des Luftdrucks statt, bis 758,5 mm, . dann
folgte jedoch wieder, indem das Schiff seinen nordnordöstlichen Kurs boi
frischem, etwas südlicher holendem Winde fortsetzte, eine langsame, aber be-
ständige Abnahme. Um 4*a, m. des 24. Februar, auf 22,6° S-Br und 112,1° O-Lg,
hatte das Barometer eine Höhe von 749,0mm erreicht. Das Wetter war zeit-
weise regnerisch. Bei nunmehr rascher fallendem Barometer nahmen Wind und