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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

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Beobachtungen von Luft- und Wassertemperaturen. 
durch ein sehr schnelles Fallen der Temperatur deutlich bemerkbar, Mit der 
Aenderung der Farbe und anderer Eigenschaften des Wassers fiel die Temperatur 
auf flacherem Wasser plötzlich bis 24° und 25° und in 11m Wassertiefe bei 
Flores auf 22°. Eine Minimal-Temperatur von 20° wurde hier um 2" a, m. 
zwischen der Insel Lobos und Maldonado-Spitze beobachtet,‘ 
Mit Ausnahme des letzten Theils der Reise zwischen dem La Plata und 
15° S-Br, wo das Wasser durch rein lokale Ursachen stark beeinflufst wurde, 
zeigte die Temperatur recht ausgeprägte tägliche Maxima und Minima, Der 
Kalmengürtel zwischen 9° und 2° N-Br zeichnete sich bei bedecktem Himmel 
und heftigem Regen durch sehr geringe tägliche Schwankungen (0,5°) aus. 
Bei Annäherung an St, Paul, wenig nördlich vom Aequator, klarte der Himmel 
vollkommen auf, und es erfolgte ein verhältnifsmäfsig hohes Steigen der 
Temperatur am Nachmittage, obgleich der Unterschied zwischen je zwei auf 
einander folgenden Maximis und Minimis 1,1° nicht überschritt. 
Die höchste Temperatur auf der Reise, 27,4° C., wurde am 31. Januar 
um 2% p. m. in 7° 35‘ S-Br, ungefähr 100 Sm von der Brasilianischen Küste 
entfernt, beobachtet. 
Die Lufttemperatur wurde gleichzeitig mit der des Wassers am Tage 
bestimmt. Um einen richtigen Vergleich zwischen der Wasser- und Luft- 
temperatur anzustellen, müssen beide mit derselben Genauigkeit gemessen 
werden. Die Wassertemperatur läfst sich durch Bewegen des Thermometers 
in dem frisch geschöpften Wasser ohne Schwierigkeit feststellen. Anders ist 
es mit der Lufttemperatur; das Thermometer läfst sich schwer den lokalen 
Einflüssen der Umgebung, selbst bei Anbringung in einem zweckentsprechenden 
Gehäuse, entziehen; die Schwierigkeiten steigern sich an Bord und traten hier 
besonders hervor, da Herr Buchanan alle Messungen mit demselben T’hermo- 
meter anstellen mufste. Er nahm seine Zuflucht dazu, dafs er das Thermometer 
in der Luft an dem dazu günstigsten Platze des Schiffes umherschwenkte und 
es ablas, wenn es eine konstante Temperatur angenommen hatte. 
Um den Feuchtigkeitsgehalt der Luft zu konstatiren, wurden Beob- 
achtungen mit dem nassen Thermometer gemacht. Nachdem zunächst die Luft- 
temperatur, dann diejenige des Wassers in der beschriebenen Weise gemessen 
waren, wurde das noch mit Seewasser angefeuchtete Thermometer dem Luftzug 
ausgesetzt und wieder abgelesen, wenn es eine konstante Temperatur zeigte. 
Die Thermometerkugel mufs hierzu frei von Fett sein, was man durch Abwaschen 
mit Seife erreichen kann: man steckt es dann in Wasser, läfst dieses einen 
Augenblick abträufeln, hält os in etwas geneigter Lage zur Richtung des Windes 
und zum Horizont und dreht es langsam um die Axe; hierbei bedeckt sich die 
Kugel mit einem gleichmäßigen Wasserüberzug. Das Thermometer ist während 
der Drehung abzulesen. Den Vortheil dieser Methode gegenüber dem Bedecken 
der Kugel mit einem angefeuchteten Mousselinüberzug erblickt Herr Buchanan 
darin, dafs sie mehr der Meeresoberfläche, welche dem Einflufßs der Atmosphäre 
ausgesetzt ist, entspricht. Durch gelegentliches Befeuchten des Thermometers 
mit frischem Wasser wurde übrigens ein Unterschied in der hierdurch und 
durch das sonst angewandte Seewasser erzeugten Abkühlung bemerkt. Während 
die Wärme der Luft 25° betrug, fiel die Temperatur des Thermometers durch 
Befeuchten mit Seewasser auf 23,5°, mit Regenwasser auf 23,1°. 
Die Luft- und Wassertemperaturen wurden im Allgemeinen alle zwei 
Stunden, von 6*a. m. bis 6* p. m., gemessen. Für die mittlere Tagestemperatur 
ergab sich hierdurch, dafs diejenige der Luft stets geringer war, als die des 
Wassers mit Ausnahme von zwei Tagen, am 381. Januar und 1. Februar, wo 
zwischen 6° und 12° S.Br das umgekehrte Verhältnifs stattfand; am ersteren 
Tage war die mittlere Lufttemperatur 27,13°, die des Wassers 26,90°, am 
1. Februar die Luft 27,26°, das Wasser 26,96°. Die Unterschiede 0,23° und 
0,30° wären wahrscheinlich geringer ausgefallen, wenn die Beobachtungen 
während der Nacht fortgesetzt worden wären, wenn sie auch bei der aufser- 
gewöhnlichen Wärme am 1. und 2. Februar vor Sonnenaufgang vielleicht nicht 
ganz verschwunden wären. In der folgenden Tafel sind die Beobachtungen 
fageweise zusammengestellt und zwar die Wassertemperatur (t), die Differenz 
zwischen ihr und der Lufttemperatur (t—T), sowie der Unterschied zwischen 
der Temperatur des trockenen und nassen Thermometers (T—"T*),
	        
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