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Tiefseeforschungen im Golfstrom und an der Ostküste Nordamerika’s.
paktem Thon, der so erhärtet war, dafs grofse eckige Stücke, oft über 25kg
schwer, im Netze nach oben kamen, von welchen trotz der grofsen Geschwindig-
keit, mit welcher sie durch das Wasser gezogen waren, so gut wie gar nichts
abgespült war. Diese harten Thonmassen gleichen grofsen Steinblöcken; mit
lem Messer geschnitten, haben sie eine Konsistenz wie Seife und zeigen Flecke
von Dunkelgrün, Oliven- und Blaugrün. Getrocknet bilden sich Risse, und die
Massen zerfallen in eckige Bruchstücke. Sie bestehen aus reinem Thon, ge-
mischt mit mehr oder weniger Sand, und zeigen unter dem Mikroskop Körner
von Quarz- und Feldspat mit Glimmerschuppen. In dem Thon sind mehr oder
weniger Schalen von Globigerinen und anderen Foraminiferen enthalten, die-
3elben machen jedoch nur einen geringen Bruchtheil desselben aus. An anderen
Stellen zwischen 1800m und 3000m Tiefe war der Boden bedeckt oder zum
grofsen Theil zusammengesetzt aus harten, sehr unregelmäfsigen, flachen, rinden-
ähnlichen Konkretionen von Thon und Eisenoxyd mit mehr oder weniger Mangan-
oxyd in den vielen Spalten und Löchern. Stücke von 2 bis 15cm Dicke, mit
sinem Gewicht von wenigen Gramm bis 10kg wurden heraufgeholt; an der
anteren Seito bestanden sie oft aus zähem blauem Thon. An eiuzelnen Stationen
wurden abgerundete Geschiebe und Rollsteine von Granit, Gneilßs und anderen
krystallinischen Gesteinen gefunden, die mit niederen Thieren reichlich bedeckt
waren; zerstreut kamen dieselben auch vielfach an der inneren Grenze des
Golfstroms vor; wahrscheinlich sind sie durch Eismassen von den anliegenden
Küsten dorthin gebracht. An einer Stelle, in 39° 3‘ 15“ N-Br und 70° 50' 45“
W-Lg, wurde in 2811m Tiefe eine große Menge von Ziegelsteinen mit an-
aaftendem Mörtel und Rufs gefischt, einzelne ganz erhalten, die meisten zer-
3atückelt; die anhängenden Thiere bewiesen, dafs sie sich noch nicht lange am
Meeresboden befunden haben konnten. Aller Wahrscheinlichkeit nach rühren
dieselben von einem Wrack her, oder sie haben den Deck-Ofen eines Walfisch-
fängers gebildet und sind über Bord geworfen. An den 10 Stationen zwischen
360m und 5500m wurde überall Globigerinenschlamm gefunden, niemals rother
Thon, wie er nach den Beobachtungen des „Challenger“ in diesen Tiefen vor-
kommen soll.
Die beobachteten Temperaturen in 3600m bis 4800m lagen zwischen
2,5° und 2,8° C.; dieselben Temperaturen wurden in 1800m bis 2800m gefunden,
and es ergab sogar eino Beobachtung in 1765m auch 2,7°, woraus gefolgert
wird, dafs das Minimum der Temperatur in dem untersuchten Gebiet auf un-
gefähr 1500 m Tiefe liegt.
Die folgenden Lothungen sind den Angaben des „American Journal of
Science“ No. 170, Februar 1885, sowie einzelne den „Annales hydrographiques“,
2. Serie, 2, Semester 1884, entnommen; bei den letzteren sind keine Temperatur-
messungen beigefügt.
V.Br
W-Le
Tiefe in
m
Engl.
Fad.
Bodenbeschaffenheit
Temperatur
des Wassers
auf dem‘ an der
Grunde Oberfl.
MM.‘ °C
9 44
27 57 20
757 0
27 59 30
3 115
757 0
38.15 0
2929 0
3930 0
3932 0
3938 0
39 22 30
39 33 40
59 31 50
39.29 0
39 30 10
39 925 50
73 56 10
73 53 30
73 48 40
73344 0
7234 0
2 3.0
212 0
1218 0
72 18 15
72 38 30
72 21 30
12 845
530
7 515
{28
"1 49 30
157
283
812
1038
2926
2915
14
20
350
307
3
3
öl w.
419 9299
932 510
9536 | 598
Kies
Grauer Sand
Grüner Schlick
lito
obigerinenschlamm
Grauer Schlick
Grauer Schlick, Sand
‘ito
3lauer harter Thon
ärüner Schliek
Schwarzer Schlick
Srauer Schlick, Sand
Grader Sand, schwarze Sprenkel
SZrüner Schlick, Sand
Schwarzer Schlick
dito
3,9
3,9
2,8
"A
40
6
6
3,9 |
59
21,7
23,5
24,4
21,1
24,4
20,0
20,0
20,0)
20,0
19,4
20.0