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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

Tiefseeforschungen inı Golfstrom und an der Ostküste Nordamerika’s, 621 
Gute brauchbare Karten von diesem Flusse sind nicht vorhanden. Die 
kleinen Skizzen desselben, die den neueren Karten beigegeben sind, sind un- 
richtig und geben nicht den geringsten Anhalt für seine Navigirung. Die vor- 
bandenen grofsen Englischen Karten deuten nicht einmal die Stelle an, wo der 
Verbindungsflufs Zangeve, zwischen dem Parana de las Palmas und dem Parana 
Zuazu, in den letztgenannten einmündet. Bis vor Kurzem war die Anzahl der 
Segelschiffe, die von Europa kamen und nach Campana bestimmt waren und 
diesen Fluß zu befahren hatten, auch nur noch äußerst gering. Durch die 
Inangriffnahme des Baues einer Eisenbahn von Rosario nach Campana, zu dem 
das sehr bedeutende Material den Flufs hinauf geschafft werden mufs, ist gegen- 
wärtig der Verkehr auf dem Parana de las Palmas aber ein lebhafter geworden. 
Derselbe hat in der That bereits derartig zugenommen, dafs sich ein Mangel 
an Lotsen fühlbar macht, wodurch auch das Lotsengeld schon bedeutend in die 
Höhe getrieben worden ist. 
Der ganze Campana-Fluls, wie man hier den Parana de las Palmas nennt, 
sowie auch der diesen Fluß mit dem Parana Guazw verbindende Zangeve sind 
in der Mitte und an den meisten Stellen in der Nähe des Ufers frei von allen 
Untiefen. Die Schwierigkeit der Navigirung besteht für tiefer gehende Schiffe 
daher eigentlich nur in dem Passiren einiger plötzlicher Biegungen im Flusse, 
und namentlich nur auf der Strecke St. Antonio. Die Wassertiefe in den von 
mir befahrenen Flüssen varlirte zwischen 9 und 36m (5 und 20 Fad.). Da, wo 
am Ufer Binsen im Wasser stehen, ist dasselbe gewöhnlich flach ansteigend, 
und man sollte sich ihm nicht innerhalb einer Entfernung von etwa 50 Schritten 
nähern. 
Wir hatten in unserer Chartepartie für die Reise von Newport nach 
Campana die Bedingung, nicht tiefer als bis zu 4,5m (15 Fufs) Tiefgang im 
frischen Wasser beladen zu werden. Schiffe, welche die Barre bei Martin 
Garcia passiren können, können jedoch ohne Schwierigkeit hinsichtlich ihres 
Tiefganges auch die Flüsse Uruguay, Parana Guazu, Zangeve und Parana de 
Tas Palmas befahren. 
Tiefseeforschungen im Golfstrom und an der Ostküste Nordamerika’s, 
Das von Lieut.-Commander Tanner befehligte V. St. S. „Albatrofs“, 
dessen Anfang 1884 im Karaibischen Meere ausgeführten umfangreichen 
Lothungen wir in Heft VIII dieser Annalen mittheilten, hat später von Juli bis 
September desselben Jahres an der Ostküste der Vereinigten Staaten resp. im 
Golfstrom weitere Forschungen angestellt, bei denen aufser den Tiefenbestim- 
mungen ausgedehnte Arbeiten mit Grund- und Schleppnetzen unternommen 
wurden. Die Untersuchungen erstrecken sich auf ein Gebiet von 36°—40° N-Br 
und 68°—74° W-Lg; im Ganzen wurden 69 Netzzüge gemacht, davon 5 in 
Tiefen zwischen 3600m und 4800m, 20 zwischen 1800m und 3600m (1000 bis 
2000 Fad.), 24 zwischen 900m und 1800m, 8 zwischen 550m und 900m, 
12 zwischen 140m und 550m; aufserdem noch 24 Züge in Tiefon von 70—180m. 
Nach dem vorläufigen darüber im „American Journal of Science“, Nov. 1884, 
S. 378, gegebenen Bericht des Herrn A. E, Verril sind die Resultate nicht 
nur sehr ergiebig für die Erkenntnifs der Tiefenfauna, sondern sie sind auch 
in geologischer Beziehung von besonderem Interesse, indem sie über die Be- 
schaffenheit des Bodens zum Theil von den bisherigen Erfahrungen abweichende 
Aufschlüsse geben. Während in anderen Gegenden der Meeresboden in Tiefen 
zwischen 1100m und 3600m fast durchgängig aus.Globigerinenschlamm oder 
wie in einzelnen Theilen der Westindischen Meere aus einem Gemisch von 
Globigerinen- und Pteropoden-Schlamm besteht, ist derselbe an den nördlichen 
Küsten Amerika’s unter dem Golfstrom stets mit Sand und häufig mit Thon 
vermengt. Zwischen 900m und 2200m bestand er oft aus ganz zähem kom. 
Ann. d, Hydr. etc., 1885. Heft XL.
	        
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