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Eingänge von meteorologischen Journalen etc., September 1884.
am 6. Juni von südlicher in nördliche Breite überging, waren 24 Tage nach
dem Abgang von 30° S-Br verflossen. 20° S-Br hatte man in 1,2° W-Lg am
20. Mai und 10° S-Br in 16,6° W-Lg am 28. Mai gekreuzt. Der Mitsegler
„Theodor Rüger“ hatte südliche Breite in 27,7° W-Lg am 2. Juni verlassen, und
die Brigg gelangte zur Linie in 24,7° W-Lg am 4. Juni.
_ In nördlicher Breite traf „J. W. Güldemeister“ beim Uebergang vom
Gebiet des SE- in das des NE-Passats eine nennenswerthe Störung nicht an,
Als das Schiff sich am 8. Juni in der Nähe von 4° N-Br und 35,2° W-Lg
befand, ging die leichte östliche Briese in Mallung über, und nachdem diese
atwa 12 Stunden lang angehalten hatte und man nach 4,8° N-Br in 35,6° W-Lg
vorgerückt war, trat der allmählich auffrischende NE-Passat an deren Stelle.
Der den Stillengürtel in östlicher gelegener Länge überschreitende Mitsegler
„Theodor Rüger“ wurde in demselben länger aufgehalten; denn nachdem der
SE-Passat bei diesem, am 5. Mai in 3,5° N-Br und 31° W-Lg stehenden Schiffe
geendet hatte, vergingen bei leichter Mallung und Stille vier Tage, bevor es
gelang, den in 6,4° N-Br und 32,1° W-Lg einsetzenden NE-Passat wieder an-
zutreffen, Die Brigg „Marie“ hingegen, welche den SE-Passat in 5,8° N-Br
und 26,4° W-Lgy am 8. Juni verlor, fand den NE-Passat wieder, als sie in
2! Tagen nach 7,3° N-Br in 27° W-Lg gesegelt war. Am Mittag des 9. Juni
befand sich „J. W. Gildemeister“, bei dem sich der NE-Passat eben vorher ein-
gestellt hatte, in 4,8° N-Br und 35,6° W.Lg, der ebenfalls bei leichtem NE-
Passat segelnde „Theodor Rüger“ stand gleichzeitig in 7° N-Br und 32,3° W-Lg,
während die in 7° N-Br und 26,2° W-Lg stehende „Marie“ bei leichter öst-
licher Mallung nach Norden hin zu gelangen strebte. Nachdem der NE-Passat
bei „J. W. Güldemeister“ etwas gröfßsere Stärke gewonnen hatte, nahm die Reise
wieder für längere Zeit einen günstigen Verlauf. Das Passatgebiet schien sich
indessen verhältnifsmäfsig nicht weit nordwärts auszudehnen, denn man traf
dessen polare Grenze schon am 19. Juni in der Nähe von 19,2° N-Br und
56° W-Lg an. Der mäfsige Wind veränderte sich dort bei einem Barometer-
stande von 765,1 mm nach SE, und nachdem der Wind dann während der
folgenden Tage einen Rundlauf nach rechts vollendet hatte, folgte wieder ein
mäfsiger, seine langsame Drehung gar nicht unterbrechender Wind. Westliche
Winde von längerer Dauer wurden nördlich von 30,5° N-Br angetroffen. Die-
selben kamen meist aus südlicher Richtung, waren anfänglich nur schwach und
frischten erst auf, nachdem 33,5° N-Br überschritten worden war. Bei mälsigem
Südwinde erreichte „J. W. Gildemeister“ endlich am 5. Juli den Hafen von
New-York. Es waren dann 116 Tage seit der Abfahrt von Cebw vergangen.
Im Nordatlantischen Ocean hatte man 29 Tage zugebracht, und dort: 10° N-Br
in 42° W-Lg am 13. Juni, 20° N-Br in 56,7° W-Lg am 19. Juni und 30° N-Br
in 66° W-Lg am 28. Juni überschritten. Der Mitsegler „Theodor Rüger“
ankerte im Hafen von New-York am 10. Juli, und die Brigg „Marie“ erreichte
die Mündung des Kanals am 11. Juli. Am Mittag des 20. Juni hatte sich
„J.W. Gildemeister“ in 21,1° N-Br und 58° W-Lg, „Theodor Rüger“ in 21,2° N-Br
und 53,5° W-Lg und „Marie“ in 24,1° N-Br und 37° W-Lg befunden,
Am 8. August ging der „J. W. Güildemeister“ wieder von New- York aus
in See, um nach Bremen zu segeln. Der leichte westliche Wind, bei dem diese
Reise angetreten wurde, veränderte sich am 9. August nach NE und später
folgten umlaufende, sich fast ebenso lange im östlichen wie westlichen Halb-
kreise haltende Winde von wechselnder Stärke. Nicht selten nahmen diese
Winde auch bis zur Stille ab. Stürme erschwerten die Fahrt kaum, und voll-
endete man dieselbe überhaupt, ohne dafs sich Nennenswerthes während der-
selben ereignete. Das Schiff kreuzte: 70° W-Lg in 39° N-Br am 10. August,
60° W-Lg in 40,3° N-Br am 13. August, 50° W-Lg in 43,2° N-Br am
17. August und 30° W-Lg in 46,7° N-Br am 23, August, Am 30. August,
22 Tage später als New- York verlassen worden war, erreichte der „J. W. Gilde-
meister“ die Mündung des Kanals.
13. Reise der Bremer Bark „Joseph Haydn“, Kapt. Th. Pflieger.
Die auf einer Reise von Cardiff nach Singapore begriffene Bark „Joseph
Haydn“ überschritt am 21. Oktober 1883 den Parallel von 50° Nord, Der
mälsige NW-Wind,. bei dem dasselbe geschah, veränderte sich während der