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Aus den Reiseberichten der Deutschen Brigg „Betty“.
drei Estanecias, deren Herrenhäuser vom Schiff aus zu erkennen sind, Auf
dieser Strecke erhebt sich die Höhe bis zu 15m. Das Vieh steigt von der
Anhöhe in den Wiesengrund herunter, um dort zu weiden.
Die Estancias dienen als gute Marken an der rechten Seite des Flusses
bei der Annäherung an die Stromstrecke St. Antonio. Das erste Herrenhaus
steht gleich unterhalb der Mündung des Baradero-Flusses, das zweite 2 Sm
weiter stromabwärts. Eine halbe Seemeile unterhalb des zweiten Herrenhauses
vefindet sich eine Schäferei. Von der genannten Flufsmündung bis hierher —
also nuf einer Strecke von etwa 3 Sm — ist der Kurs 0zS, O0, OzN, 0zS, SOzO
und SOzS. Jetzt ändert sich der Kurs, um weiterhin auf einer Strecke von
2 Sm OzN, ONO, O, 0zS und SO zu sein, bis man eine kleine Bucht am linken
Ufer erreicht hat, an welcher ein kleines Häuschen auf Pfählen steht. Von
hier ist der Kurs SOzS, S!/40, SzO, SOzS und 0zS bis zu einem, 1 Sm entfernt,
ım rechten Ufer stehenden Hause mit rothem Ziegeldach. Weiterhin ist der
Kurs für eine kurze Strecke 0zS, SOzO, 0SO und S0OzS bis zu einer kleinen
Bucht an der linken Seite, in welche ein kleiner Flufs mündet. Von dieser
Flufsmündung wird der Kurs allmählich südlicher und westlicher, bis er mit
SWzW in die Volta St. Antonio hineinführt. Der Strom läuft hier mit gröfserer
Stärke. Ein stromab kommendes Schiff mufs jetzt seinen Kurs etwas näher
dem linken als dem rechten Flufsufer nehmen und etwa %/4 Sm SWzW steuern;
dann mufs es dicht am linken Ufer entlang !/2 Kabllg. nach SWzS und ferner
Ya Kabilg. nach SzW halten und jetzt so schnell wie möglich bis SOzO und
0SO, der Richtung der nächsten Stromstrecke, aufkommen. Von da, wo das
linke Flufsufer, wie schon angegeben, auf einer Strecke von %/4 Kabllg. nach
SWzS sich erstreckt, setzt der Strom in derselben Richtung mit einer Ge-
schwindigkeit von 3 bis 3'/2 Kn direkt auf das gegenüberliegende Ufer zu,
nach der Stelle, wo dieses nach SO aufbiegt. An dieser Biegung des Flusses
Iritt der erwähnte Höhenzug vielleicht !/ Kabllg. von dem niedrigen Uferrande
zurück, und an demselben liegt die Estancia, welche der eben verlassenen
Stromstrecke ihren Namen verleiht. Der nach SWzS setzende Strom reicht
nicht ganz bis an das jenseitige Ufer; er stöfst vielmehr, über die Mitte des
Flusses gelangt, auf einen anderen Strom, der, dem rechten Ufer folgend, nach
SO setzt. Einzelne Stromwirbel reichen jedoch bis auf etwa 20 Schritte an das
jenseitige Ufer hinan, und zuweilen ist der südöstliche Strom durch den ihn
fast rechtwinklig treffenden südwestlichen zu einem schmalen Streifen zusammen-
geprefst. Vielleicht 1 Kabllg. weiter in der neuen Strecke des Flusses ver-
einigen sich die beiden Ströme. In der Biegung am rechten Ufer des Flusses
liegen Steine, weshalb das Festgerathen einem Schiffe daselbst gefährlich wer-
den kann. Während meines Aufenthaltes in Campana geriethen eine Bark und
ein Dampfer an der bezeichneten Stelle fest. Erstere mulfste löschen, zu welchem
Zweck Leichter von Buenos Aires requirirt wurden, und wurde dann durch
sinen Schleppdampfer, der ebenfalls von Buenos Aires kam, abgeschleppt.
Nachdem die Mündung des Baradero-Flusses passirt ist, sollte der Schiffe-
führer selbst überlegen, ob er mit Rücksicht auf die Wind- und Witterungs-
verhältnisse ein Einlaufen in die Stromstrecke St. Antonio unternehmen darf.
Er hat ebenfalls die Manövrirfähigkeit seines Schiffes, die ihm besser bekannt
ist, als dem Lotsen, in Erwägung zu ziehen. Das Ankerfallenlassen beim Fehl-
schlagen eines Manövers, in der Nähe der gefährlichen Stelle, im vollen Strom
auf 36m (20 Fad.) Tiefe dürfte in den seltensten Fällen den gewünschten Er-
folg haben. Will man daher sicher gehen, so anukere man bei nicht ganz
günstigen Verhältnissen so weit vor dieser Strombiegung, dafs das Schiff, wenn
3päter eine passende Gelegenheit sich bietet, nachdem der Anker wieder ge-
lichtet ist, mit beiden Ankern klar und unter möglichst grofser Fahrgeschwindig-
keit in dieselbe hineingeführt werden kann.
Man sollte die Führung des Schiffes auf dieser schwierigen Strecke nicht
zänzlich dem Lotsen anvertrauen. Es kann sich treffen, dafs derselbe mit dem
Fahrwasser nur wenig bekannt ist; und selbst wenn man einen tüchtigen und
erfahrenen Lotsen hat, kann es nur von Vortheil sein, wenn auch der Kapitäu
die Verhältnisse so weit kennt, dals er mit den Absichten des Lotsen vertraut
ist, weil dann die Anordnungen desselben leichter mit Erfolg ausgeführt werden
Öönnen.