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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

Aufnahmen und Beobachtungen imi Flusse Min, China, im Juni 1884. 613 
Aufnahmen und Beobachtungen S. M. Knbt. „Iltis‘“, Kommandant 
Korv.-Kapt. Rötger, im Flusse Min, China, im Juni 1884. 
(Hierzu Tafel 16.) 
1. Allgemeines. Die Geschwindigkeit des Stromes beträgt an der 
Mündung des Flusses durchschnittlich 4,5 Knoten, weiter oben 5—7, bei Spring- 
futh zuweilen 9 Knoten; die Ebbe läuft ca 8 Stunden, die Fluth 4 Stunden. 
Der Unterschied zwischen Hoch- und Niedrigwasser beträgt gewöhnlich 5,5 m 
(18‘ engl.), im NE-Monsun zuweilen 6,7 m, im SW-Monsun nur 4,8 bis 5,0 m. 
Die in der beigefügten Tafel 16 angegebenen Tiefen sind nach dem beim 
Custom House aufgestellten Pegel auf Niedrigwasser reducirt. Von Seiten des 
Custom House werden fast jede Woche Lothungen in dem Flusse vorgenommen, 
da die Tiefenverhältnisse sich immerfort, hauptsächlich nach starken Regen- 
gyüssen, ändern. Ein Beweis hierfür ist das Entstehen von Fahrstrafsen für 
Dampfer an Stellen, welche früher nicht einmal von beladenen Dschunken be- 
fahren werden konnten. 
Dampfer mit 7,6 m (25‘ engl.) Tiefgang können jeder Zeit bei Hoch- 
wasser die flachen Stellen des Flusses passiren und bis Futschaw hinauf- 
kommen. 
Der Aufenthalt der Futschau-Lotsenboote richtet sich ‚nach den herr- 
schenden Monsunen; bei NE-Monsun findet man dieselben stets nördlich vön 
Matsouw oder bei dieser Insel, während sie bei SW-Monsun mit Sicherheit nur 
bei den White Dogs anzutreffen sind. 
2. Mündung des Min. Die nördlichste Spitze der Sandbank: zwischen 
den äufsersten beiden Tonnen an der Mündung des Min, welche sich, wie be- 
reits bekannt, mit der Zeit mehr nach Norden vorgeschoben hat, ist schon 
seit längerer Zeit durch eine ‚schwarze spitze Tonne markirt. Dieselbe liegt 
ungefähr in der Mitte zwischen Tonne 2 und 1, etwas näher nach der ersteren 
hin, Während sich das Fahrwasser von Tunne 2 nach der Einfahrt zu bis zur 
Spitze Sharp Peak und den beiden Brothers hin gar nicht geändert hat, sind 
die Tiefen zwischen Tonne 2 und 1 andere geworden. So ist ein neuer Kanal 
entstanden, der von den Lotsen mit den gröfsten Schiffen benutzt wird. Der- 
selbe führt über die Sandbank südlich der beiden genanhten Tonnen hinweg, 
bis Tonne 2 in Linie mit Sharp Peak kommt, von wo ab der alte Kanal nach 
Tonne3 und von hier ab nach der bei Sharp Peak-Spitze gelegenen (Zme Rock-) 
Tonne benutzt wird, Dieser Kanal sowohl, wie die ganze Sandbank südlich 
der Tonnen 1 und 2 ist von S. M. Knbt. „/itis“ so weit ausgelothet, als die 
Tiefenverhältnisse ein Vermessen mit dem Fahrzeuge gestatteten. 
Die Tiefen in dem neuen Kanal betragen gleichmäfsig bei Niedrigwasser 
5m, zur Zeit des Hochwassers 11 m. . 
_ Die Steinbake bei Rees-Felsen ist bereits seit längerer Zeit während 
eines Sturmes zerstört und nicht wieder errichtet worden. 
3. Mittel-Grund.. Die Lothungen wurden der Stromverhältnisse wegen 
mit dem Kanonenboot selbst vorgenommen. Südlicher als auf den in der 
Skizze Tafel 16 verzeichneten Stellen konnte nicht gelothet werden,. da der 
Lotse nicht näher mit dem Kanonenboot au Land gehen wollte. Es ist dies 
auch von keinem besonderen Werthe für die. Schiffahrt, da der einzige über 
resp. frei von dem Grunde führende Kanal an der Nordseite liegt. Der Grund 
ist im Laufe der Zeit so weit fortgewaschen, dafs sich bei Niedrigwasser 
durchschnittlich auf demselben 6m Wasser befinden mit wenigen an den 
Rändern gelegenen 3 und 4 m-Stellen. Das beste Fahrwasser liegt an der Nord- 
seite des Grundes, dicht an der Küste, die man auf 100m Entfernung passiren 
kann, da dort überall mehr als 10 m Wasser vorhanden sind. Südwestlich von 
lem Mittel-Grund liegt eine kleine Stelle von ca 100m Länge und Breite, 
auf der sich bei Niedrigwasser 4m Wasser befinden; dieselbe ist -mit Steinen 
bedeckt, während der Boden auf dem Mittel-Grund- überall sandig ist, 
Die Ansegelungsmarke zum Freisteuern vom Mittel-Grund ist der 80- 
genannte Saddie Peak, der auf keiner Karte verzeichnet ist; denselben mus 
man zwischen White Fort-Spitze und Pass-I. nehmen, wie die Vertonung auf 
Tafel 16 zeigt; er liegt westlich von Woga Hill. 
Ann, d. Hvdr. ete., 1885. Heft XI. .
	        
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