Eingänge. von meteorologischen Journalen ete., September 1884. 53
NE-Monsun und eine nach NW setzende Strömung beobachtet wurde, sichtete
das Schiff am 13. März die kleine Insel Cavilli,. Am 15. März durchsegelte man
die Balabac-Strafse, westlich von welcher dann bei mälßsigem NE-Monsun ein
südwestlicher Kurs gesteuert wurde. Als das Schiff auf demselben bis nach
5,5° N-Br vorgerückt war, wurde der Wind schwach und wehte an zwei Tagen
aus nordwestlicher Richtung. Am 20, März befand sich „J. W. Güldemeister“
in Sicht von der kleinen Natuna-Insel und am 22. März wurde in 107,6° O-Lg
der Aequator überschritten. Vorher war: 5° N-Br in 112,8° O-Lg am 18. März
gekreuzt worden. In südlicher Breite veränderte sich die leichte Briese bald
nach NW. In der Gaspar-Strafse, in welcher man sich am 23. und 24. März
befand, beobachtete man in der Nähe von Gaspar Island eine mit etwa 3 Kn
Stärke nach SO laufende Strömung, Die Durchsegelung der Sunda-See erfolgte
bei ganz leichter, oft von Stillen unterbrochener, westlicher Briese, und eben-
solche Verhältnisse wurden auch in der Sunda-Strafse angetroffen. Am 29. März,
18 Tage später als Cebu verlassen worden war, befand sich „J. W. Gildemeister“
in Sicht von Anjer, wo große Felder von auf der Wasseroberfläche treibendem
Bimstein angetroffen wurden. .
Nachdem die Sunda-Strafse am 31. März bei frischem Westwinde ver-
lassen worden war, hegleitete dieser Wind das südwärts segelnde Schiff noch,
bis es am 1. April nach 8,5° S-Br in 104° O-Lg gelangt war. In geringer
Entfernung von diesem Punkte endete der Westwind in Stille, und nachdem
diese und leichte Mallung bis zum nächsten Tage angehalten hatten, stellte sich
unweit von 9° S-Br in 103,5° O-Lg der rasch auffrischende SE-Passat ein, bei
dem sich für längere Zeit ein recht günstiger Fortgang erzielen liefs. Nachdem
das Schiff bis zum 10. April nach 18° S-Br in 79° O-Lg vorgerückt war, verlor
der SE-Passat seine Stärke, und als man sich am 12. April in der Nähe von
19,5° S-Br in 75° O-Lg befand, endete derselbe. Der leichte Wind veränderte
sich dort bei auf 762,5 mm gestiegenem Barometerstande nach NE und kehrte
durch eine während der nächsten Tage erfolgende Drehung durch N, W und S
nach SE zurück. Man konnte dann, da seine Stärke nur eine sehr geringe
blieb, nur einen langsamen Fortgang erzielen. Am 17. April stellte sich wieder
ein frischerer SE-Wind ein, und nachdem der Wind am 21. und 22. April einen
abermaligen Rundlauf nach links vollendet hatte, folgte aufs Neue ein länger
als 10 Tage anhaltender leichter Ostwind, Westwinde von einiger Dauer wurden
erst angetroffen, nachdem das Schiff am 5. Mai westlich von 25° O-Lg in
35° S-Br gekommen war. Dieselben besaßen indessen nur geringe Stärke und
wurden auch bald wieder von östlichen Winden verdrängt. Bei frischem SE-
Winde gelangte der „J. W. Gildemeister“ am 9. Mai in Sicht des Kap Agulhas.
Nachdem im Atlantischen Ocean noch wieder an mehreren Tagen leichte West-
winde und selbst Stille beobachtet worden war, führte ein kräftiger, am 13. Mai
einsetzender SE-Wind das Schiff noch an demsolben Tage zurück zu dem in
13,2° O-Lg überschrittenen Parallel von 30° Süd. Es waren damals 13 Tage
vergangen, seit dieselbe Breite im Indischen Ocean verlassen worden war. Auf
der zwischen Sunda-Strafse und der Südspitze Afrikas liegenden Strecke hatte
das Schiff: 10° S-Br in 102,2° O-Lg am 3. April, 20° S-Br in 74° O-Lg am
12. April, 30° S-Br in 38° O-Lg am 30. April, 90° O-Lg in 14° S-Br am
6. April, 60° O-Lg in 24,3° S-Br_ am 21. April und 30° O-Lg in 32,4° S-Br
am 2. Mai gekreuzt, Das am 28. Februar von Manila abgegangene, nach New-
York bestimmte Bremer Vollschiff „Theodor Rüger“, welches sich am 25. März
in Sicht von Java Head befunden hatte, überschritt die Länge des Kap der
guten Hoffnung am 2. Mai und den Parallel von 30° Süd in 13,8° O-Lg am
9. Mai. Noch ein anderer Mitsegler, die Elsflether Brigg „Marie“, welche, von
Samarang kommend die Lombock-Stralse am 12. März durchsegelte, gelangte
nach 30° S-Br in 12,4° O-Lg am 13. Mai.
Der von 31° S-Br ab wehende frische SE-Wind, bei dem der „J. W. Gilde-
meister“ wieder nördlich von 30° S-Br gelangte, war schon der Passat. Der-
selbe wehte bis nach 15° S-Br hin ziemlich kräftig, während er nördlich von
diesem Parallel für längere Zeit nur schwach auftrat. Nachdem 10° S-Br über-
achritten worden war, gewann der Passat wieder gröfsere Stärke, worauf man
dann in rascherer Fahrt die von dort ab noch vorliegende Strecke bis zur in
32,2° W-Lg überschrittenen Linie zurücklegte, Als der „/. W. Güldemeister“