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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

6508 Bestimmung des wahrscheinlichsten Beobachtungsortes aus Gestirnshöhen. 
für p dies unbestimmt läfst. Am leichtesten wird man sich durch eine geo- 
metrische Konstruktion, wenn die Höhenlinien und der Punkt P gezeichnet sind, 
unter Berücksichtigung des Gestirnsstandes zur Zeit der Observation, hierüber 
klar. Sonst mufs man sich auf folgende Weise helfen: 
Nach der Gleichung y = ax-+ b berechne man das x für y = z, also 
z—, je nachdem x gröfser oder kleiner als u ist, fällt der Punkt der 
Linie, welcher in gleicher Ordinatenhöhe mit P liegt, östlich oder westlich von 
P. Unter Berücksichtigung der Richtung des beobachteten Gestirna bestimmt 
sich dann ohne Weiteres das Vorzeichen von db. Läuft die Linie Ost— West 
oder nahezu so, dann ist es zweckmäfßiger, zu bestimmen, ob P nördlich oder 
südlich von derselben fällt. Hierzu berechne man das y der Linie für x = u, 
also y= au-+ b. 
Je nachdem das so erhaltene y gröfser oder kleiner als z ist, liegt die 
Linie nördlich oder südlich von P; der übrige Schlufs folgt wie oben. Ein 
weiter unten folgendes Beispiel wird dies Verfahren besser erläutern. 
Die nach der „Nouvelle Navigation Astronomique“ angewandte Fran- 
zösische Methode der Ortsbestimmungen kommt dem hier vorliegenden Problem 
insofern entgegen, als sie bei ihrer Berechnung p gebraucht und einen Ausdruck 
nach bekannten Elementen hierfür ableitet. Wenngleich im Ganzen diese Lösung 
durchaus keine einfacheren Rechnungen gewährt, als die bisher von uns vor- 
geschlagene, so bietet sie doch in einzelnen Fällen einen Vortheil. Deshalb, 
und um hierbei die Gelegenheit wahrzunehmen, unseren Lesern die Methode 
der Ortsbestimmung nach der „Nouvelle Navigation“ vorzuführen, soll dieselbe 
gleichfalls behandelt werden. Nach dieser Methode wird nämlich nicht, wie es 
bei uns gebräuchlich ist, aus der beobachteten Höhe mit einer Breite die Länge 
berechnet, resp. mit zwei geschätzten Breiten zwei Längen, und so die Höhen- 
linien fixirt, sondern es wird aus Breite und Länge des geschätzten Ortes 
(Point estime) die Höhe und das Azimuth des Gestirns berechnet; das letztere 
ergiebt die Richtung der Höhenlinie, die Differenz der beobachteten (als richtig 
angesehenen) Höhe und der berechneten den Abstand derselben von dem ge- 
schätzten Beobachtungsorte. Wird nämlich die beobachtete Höhe (h) als richtig 
angesehen, und es ergiebt sich ein Unterschied (p) zwischen dieser und der 
berechneten (h‘), so muß dieser Unterschied von Fehlern in der an- 
genommenen Breite und Länge herrühren; bezeichnen wir diese Fehler mit de 
und di, das Azimuth des Gestirns mit z, die geschätzte Breite des Beobachtungs- 
ortes mit , und ist in nachstehender Figur S der geschätzte Beobachtungsort, 
X = 
% ng: 
G das Gestirn, SA gleich dem Unterschied der beobachteten und berechneten 
Höhe, also gleich p, so folgt für p die Gleichung
	        
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