606 Bestimmung des wahrscheinlichsten Beobachtungsortes aus Gestirnshöhen.
die Ermittelung des wahrscheinlichsten Beobachtungsortes noch erübrigt. Dioser
ergiebt sich nach der Methode der kleinsten Quadrate, d. h. derjenige Ort ist
der wahrscheinlichste, für den die Summe der Quadrate der Beobachtungsfehler
ein Minimum ist. Kin Fehler in der beobachteten Höhe aber überträgt sich
auf die geometrische Konstruktion durch ein Verrücken der Höhenlinie in einer
zu dieser senkrechten Richtung, d. h. in Richtung des beobachteten Gestirns,
Mithin wird derjenige Punkt der wahrscheinlichste Beobachtungsort sein, von
dem aus die Summe der Quadrate der senkrechten Abstände von den Höhen-
linien ein Minimum ist. Nach der bei uns gebräuchlichen Rechnungsweise wird
jede Höhenlinie durch zwei Punkte bezeichnet, welche nach einem recht-
winkeligen Koordinatensystem (Länge und Breite) fixirt sind. Von der all-
gemeinen Gleichung einer geraden Linie y = ax -+ b ausgehend, ergiebt sich
für die durch die Punkte (x, yo) und (xzı yı) gehende Gerade ein
Yo—yı
Xo—X1
X0 Yı—Xı Yo
Xa-—Xı
Soll dies auf eine in wachsender Karte konstruirte Höhenlinie, welche
durch die Punkte (go Ao) und (1 Aı) geht, wo und A die betreffende Breite
und Länge bezeichnet, übertragen werden, so ist, um ein einheitliches Mals für
die Koordinaten. zu haben, der Vergröfserung der (@) Ordinaten Rechnung zu
tragen. Nehmen wir als Anfangspunkt des Koordinatensystems nicht Nullgrad
Breite und Länge an, sondern einen Punkt der Höhenlinie oder einen ent-
sprechenden nahe gelegenen beliebigen anderen Punkt, was für die weitere
Rechnung schon zur Vermeidung zu grofser Zahlenwerthe geboten ist, so genügt
es, um die Breiten-Ordinaten auf das Einheitsmafs der Längen-Abscissen zurück-
zuführen, wenn die ersteren mit der Meridionaldiferenz einer wachsenden
Breitenminute oder mit der Sekante der Breite, besser Mittelbreite (@), multi-
plicirt werden. Die obigen Gleichungen für a und b gehen dann über in
_ (go—gı) sco &
1) a= =
9) vb — Yıko—gohi) 500g
Va
Ist z die Ordinate, u die Abscisse des gesuchten wahrscheinlichsten
Beobachtungsortes, sind ferner pı, pz, ps ete. die von diesem Punkte auf die
gegebenen Höhenlinien gefällten Perpendikel, so ist bekanntlich
3) Dı = Zz—a10—bı
Vita?
D= Z— 82 u0— bb: RE
. Vitra ©
Um die Bedingung zu erfüllen, dafs X(p?) = pı? + p.? + ps? +
ein Minimum wird, mufs
d 3(p”) = 2(pıdpı + prdp:a + psdps +...) = 0
sein. Hieraus ergeben sich die beiden Bedingungsgleichungen
d3(p) _ z—a10—bı Z— as u—b2 —_
Ode 5 ia ia te SO
„„ d3(p? Z—81U0—bı Zz— a2 u— be
ES m rg. = 0
5) du 1-+81? u 1-+as? 2
woraus z und u zu bestimmen sind. u wird direkt in Längenminuten aus-
gedrückt, dagegen ist z, um diese Gröfse in wachsende Breitenminuten zu ver-
wandeln, wieder mit sec zu dividiren, also
6) diw= u
7) —
{ Pur = Sea