so
Eingänge von meteorologischen Journalen etc., September 1884.
Passatgrenze zu liegen. Das Barometer erreichte dort einen höchsten Stand
von 763,6 mm. Von mäfsigem, beständigem SE-Passat wurde „J. W, Gildemeister“
bis nach 9,6° S-Br in 163,2° O-Lg begleitet. Unweit dieses Punktes ver-
änderte sich am 8. November der schwach gewordene Wind durch N nach NW,
doch hielt er sich in letzterer Richtung nicht lange, sondern kehrte bald nach
dem nordöstlichen Quadranten zurück. Von 9° S-Br an segelte „J. W. Gilde-
meister“ bei einem nicht sehr beständigen, mäfsigen NE-Winde, bis schliefslich
am 13. November der in 0,8° S-Br und 159,5° O-Lg begivnende Stillengürtel
angetroffen wurde. Am 15. November, nur 19 Tage später als Newcastle ver-
ijassen worden war, ging das Schiff in 159° O-Lg von der südlichen zur nörd-
lichen Halbkugel über. Auf dem Wege zur letzteren hatte man: 30° S-Br in
157,1° O-Lg am 29. Oktober, 25° S-Br in 162° 0-Lg am 2. November, 20° S-Br
in 162,1° Ö-Lg am 4. November, 15° S-Br in 163° O-Lg am 6. November,
10° S-Br in 163,4° O-Lg am 8. November und 5° S-Br in 162,4° O-Lgy am
11. November gekreuzt. Die angetroffene, im Mittel etwa 0,5 Kn starke Strömung
war meistens eine westliche gewesen.
In nördlicher Breite wurde „J. W. Gildemeister“ zunächst noch für eine
verhältnifsmäfßsig recht lange Zeit durch Stille und Mallung aufgehalten.
Nördlich von 2° N-Br kam diese letztere vorherrschend aus südlicher oder
westlicher Richtung, doch wurde sie auch dort von lange anhaltender Stille
unterbrochen. Als das Schiff am 23. November in Sicht von der Insel Ponapi
gelangte, hatte der leichte Zug östliche Richtung. Etwas südlich von dieser
Insel wurde während 48 Stunden eine Versetzung nach ONO im Gesammt-
betrage von 64 Sm beobachtet. Als der „J. W. Güldemeister“ sich am 24, No-
vember noch in Sicht von jener Insel befand, setzte der rasch auffrischende
NE-Passat ein, bei dem der Verlauf der Reise ein recht günstiger wurde.
Nachdem am 2. Dezember 130° O-Lg überschritten worden war, wurde das
Wetter trübe und dessen Aussehen ein drohendes. Kapt. Lehmann entschlofs
sich infolge dessen, seine ursprüngliche Absicht, durch die Bernhardino-Stralße
zu segeln, aufzugeben und Nord um Luzon zu gehen. Es konnte dann bei dem
fast stürmisch wehenden NE-Monsun das Ansegeln der Nordspitze dieser Insel
während der nächsten Tage nur mit Schwierigkeit ausgeführt werden. Am
6. Dezember gelangte „J. W. Gildemeister“ in Sicht der nicht weit vom Kap
Engano gelegenen Insel Comiguin, und nachdem die letzten vier auf See ver-
brachten Tage noch durch in Lee des Landes herrschende Stille und leichte
Mallung unangenehm gemacht worden waren, konnte endlich am 11. Dezember
auf der Rhede von Manila geankert werden. Der 11. Dezember war der 45.
seit der Abreise von Newcastle verflossene Tag. In nördlicher Breite hatte
das Schiff: 5° N-Br in 157,7° O-Lg am 22. November, 10° N-Br in 153,9° O-Lg
am 26. November, 15° N-Br in 126° O-Lg am 4. Dezember, 150° O-Lg in
11° N-Br am 27. November, 140° O-Lg in 12,4° N-Br am 29. November und
130° O-Lg in 13° N-Br am 2. Dezember gekreuzt. Als der „J.W. Güildemeister“
sich am 3. Dezember in etwa 13° N-Br und 128° O-Lg befand, dort der NE-
Monsun bei regnerischem, gewitterhaftem Wetter stürmisch wurde und sich eine
wilde unregelmäfsige See im Wasser bemerkbar machte, erwog Kapt. Lehmann
das Herannahen eines heftigen Sturmes und bereitete sich demgemäls vor. Wie
schon bemerkt, erfüllte sich diese Vermuthung in diesem Falle nicht. Als sich
aber am 10. Dezember das Bremer, von New-York nach Shangharz bestimmte
Vollschiff „Stephan“ in 9,5° N-Br und 135° O-Lg befand, überstand dasselbe
dort einen aus SW beginnenden Orkan, der, wie es in diesem Meerestheile
nicht ungewöhnlich ist, mehrere Tage anhielt. Man beobachtete an Bord dieses
Schiffes am 10. Dezember einen niedrigsten Barometerstand von 750 mm, am
11. Dezember einen auf 755,4 mm gestiegenen Luftdruck und am 13. Dezember
in der Nähe von 16,5° N-Br und 134° O-Lg wieder einen auf 751,8 mm
gesunkenen Stand. Zur Zeit, als diese letztere Ablesung beobachtet wurde,
wehte der Wind mit nahezu der Stärke eines vollen Orkans aus S. Erst als
sich der Wind in der zweiten Hälfte des 14. Dezember durch W nach NW
verändert hatte, nahm dieser Sturm ein Ende. Nachdem der „J. W. Gildemeister“,
welcher von Manila nach Cebu versegelt war, in letzterem Hafen mit einer für
New- York bestimmten Ladung beladen worden war, trat derselbe am 11. März
die Rückreise nach diesem letzteren Platze an. In der Sulu-See, wo ein frischer