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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

Kleine Notizen. 
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6. Entdeckungen an der Nordküste von Neu- Guinea, Auf 
einer Rekognoscirungsreise längs der Nordküste von Neu-Guinea, von der 
Astrolabe-Bai bis zur Humboldts-Bai, an Bord des Dampfera „Samoa“ hat 
Herr Dr. Finsch auf dieser Strecke drei neue Häfen entdeckt: Dallmann- 
Hafen, südlich der Insel Gressien, Berlin-Hafen, zwischen den Sainson-Inseln, 
Samoa-Hafen, 10 Sm östlich von den Legoarant-Inseln (?). Ferner wurde an 
der Stelle der von d’Urville bezeichneten „Attack-Bay“ ein brauchbarer Hafen 
festgestellt, der „Angrif-Hafen“ benannt ist. Oestlich von dem auf der Karte 
des Cap della Torre bezeichneten Punkte wurde ein grofser schiffbarer Flufs 
entdeckt, den Dr. Finsch für den gröfsten Flufs in Kaiser Wilhelms Land und 
nächst dem Fiy River und Rochussen River für den gröfsten in Neu-Guinea 
überhaups hält, und der vorbehaltlich der Allerhöchsten Genehmigung den Namen 
„Kaiserin Augusta Flufs“ erhalten hat. Außer demselben sind an der Küste 
zwischen dem ÄFriedrich Wilhelms-Hafen und den Laing-Inseln 9 und von 
Broken Water Bai bis Humboldt Bai 19 in das Meer mündende Flüsse wahr- 
genommen worden, welche jedoch sämmtlich nicht schiffbar zu sein scheinen 
und von dem Wasserreichthum des Landes Zeugnifs geben. Vom Friedrich 
Wilhelms-Hafen bis Juno Point der Karte liegt der Küste ein Archipel kleiner 
Inseln vor, wogegen weiter nach Westen nur sechs unbedeutende Inseln nahe 
der Küste gefunden worden sind. Von Venus Point bis Humboldt Bai wurde 
die ganze Küste mit Ausnahme ‚des Striches an den Sainson-Inseln völlig frei 
von Riffen und für die Schiffahrt praktikabel, die Küste von Venus Point bis 
Friedrich Wilhelms-Hafen, wenn auch nicht rifffrei, doch im Allgemeinen eben- 
falls für Schiffe gut zugänglich gefunden, Ueber die Beschaffenheit des Landes 
berichtet Dr. Finsch, dafs der gröfste Theil der Küste aus bewaldeten Hügeln 
und Bergreihen von 100 bis 400 m Höhe besteht, dafs aber auch sehr schönes 
Land, grüne Hügel mit grünen Hängen, hauptsächlich zwischen Kap Gourdon 
und Samoa Huk, sowie zwischen Legoarant- und Laing-Inseln sich finde, welches 
er für vorzüglich geeignet zur Viehzucht hält. Auch bei Dallmann-Hafen zeigten 
sich schöne ebene Vorländereien und herrliche Grasflächen auf der Insel 
Gressien, sowie auf der Südseite von der Insel Vulkan. Die Bevölkerung zeigte 
sich im Ganzen wenig scheu, freundlich, ehrlich im Handel und an einigen 
Stellen, wie am Dallmann-Hafen, gastfreundlich, ohne Gegengeschenke zu ver- 
langen. Sie ist für ihre Bedürfnisse wohlhabend und in ihrer Weise reich an 
zum Theil kunstvollem Schmuck, an Schnitzereien und Waffen. Die Häuser 
sind meist sehr gut, die. Kanoes in manchen Distrikten geradezu musterhaft. 
Sie betreiben in erster ;Linie Ackerbau, im Uebrigen Fischfang und Jagd. 
Zuckerrohr wird in manchen Distrikten in vortrefflicher Qualität gezogen, in 
anderen ist Sago ein Hauptnahrungsmittel. Tabak wird an der ganzen Küste 
gebaut und als recht passabel bezeichnet. Die Bevölkerung scheint jedoch im 
Ganzen nicht zahlreich zu sein. Dr. Finsch zählte nur 93 Siedlungen von 
3 bis 30 Häusern und schätzt die Zahl ihrer Bewohner auf etwa 9000, Nirgends 
waren Spuren von Kannibalismus, im Gegentheil erschienen die Eingeborenen 
harmlos und in gewissem Sinne gesittet. 
7. (D.S.) Neun entdeckte Bank in der China-See. Die Deutsche 
Bark „Marie Louise“, Kapt. N. J. Behring, segelte auf ihrer Reise von 
Saigon nach Moilo am Nachmittage des 19. April 1884 bei leichtem, zwischen 
NE und ENE schwankendem Winde nach SSO5/40 mit einer Fahrt von 1!/4 Kn 
die Stunde, als man um 5* 30” p.m. auf 11° 55‘ N-Br und 116° 51‘ O-Lg den 
Meeresboden erblickte und eine Wassertiefe von 27m (15 Fad.) lothete. Der 
Strom setzte nach SW. Das Schiff wurde über den anderen Bug gelegt, worauf 
noch auf einer Entfernung von 3 bis 4 Kabllg. der Meeresboden sichtbar blieb. 
Auf der von Kapt. Behring benutzten Karte war in dieser Position eine Stelle 
mit 15 Fad. Tiefe nicht angegeben. In den Englischen Admiralitäts-Karten 
No. 2660 und 2661 (Tit. X, No: 39 und 41) findet sich in ungefähr derselben 
Länge, aber etwa einen halben Grad südlicher als die obige Breite eine Stelle 
mit 12 Fad. Tiefe verzeichnet. 
8. Flaschenpost. a) Von S. M. Kreuz. „Habicht“ wurde durch den 
Lieut, z. See Rosendahl am 9. Mai 1882 um 1 Uhr Nachmittags auf der 
Reise von Adelaide nach Aden, östlich der Seychellen, in 5° 35,5‘ S-Br und 
99° 22’ O-Lg eine Flasche über Bord geworfen; diese Flasche ist am
	        
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