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Kleine Notizen.
wagen gelöscht oder in Prähme, die aufsen längsseit des Schiffes legen. Sollte
ein Schiff aus einem oder dem andern Grunde auf der kleinen Rhede bleiben
müssen, so wird die ganze Ladung in Prähme gelöscht. Es ist überhaupt sehr
zu empfehlen, bei Abfahrt nach Dalsbruk das Werk davon telegraphisch in
Kenntnifs zu setzen, da die Post länger geht, als ein Neunknoten-Dampfer.,
Der Grund bei obengenannter Brücke ist felsig. Es ist deshalb rathsam,
das Schiff, sobald es an die Brücke kommt, nur durch Leinen vorwärts zu
bringen. Der bei Ankunft der Schiffe anwesende Vogt (Stauer) giebt gehörige
Anleitung beim Anlegen, und ist os zu empfehlen, dieser nachzukommen. In
Dalsbruk sind zwei Zollbeamte stationirt, welche die Schiffe zu kontroliren
haben. Die Art und Weise, wie diese ihren Pflichten obliegen, hat zu Klagen
nie Anlafs gegeben, Arbeitsleute, wie auch der oben erwähnte Stauer, werden
seitens der Fabrik gestellt, sowie auch Tubbs für Cokes und Kohlen und starke
Schaalen für Roheisen in kleineren Stücken, Die Winschleute stellt das Schiff,
Die Arbeitszeit geht von 5 Uhr Morgens bis 7 Uhr Abends; bei Nachtarbeit
sind die Brücken sowie das ganze Werk elektrisch erleuchtet.
Bei Ankunft in Dalsbruk übergiebt man die vom Zollbeamten in Hangö
erhaltenen Papiere sowie die Musterrolle dem Dalsbruker Zollbeamten, der
dieselben nach Abo zur Klarirung resp. Visirung durch den Konsul besorgt,
allerdings durch Vermittelung der Direktion des hiesigen Werkes. Proviant ist
billiger als in Deutschland, freilich nicht täglich zu haben, immerhin aber in
ein bis zwei Tagen zu beschaffen, Das ganze Werk ist mit einer Wasserleitung
versehen, jedoch läuft diese Leitung nicht die Brücke entlang, und würde das
Einnehmen von gröfseren Quantitäten Wasser für Schiffe daher umständlich
sein. Es verlautet, daß diesem Uebelstande baldigst abgeholfen werden soll.
Aufser der oben erwähnten Brücke sind noch zwei andere Anlegeplätze
für Schiffe bis 3,7m Tiefgang vorhanden; an einem der Anlegeplätze befindet
sich ein großer Krahn, der bis zu 10 Tons tragen kann.
Dalsbruk hat Postverbindung über Abo und Hangö; das Werk besorgt
seine Post nach Deutschland im Sommer über Abo—Stockholm, weil dies die
schnellste Route ist. In Dalsbruk befindet sich ein Telegraphenbüreau für alle
Richtungen. Die nächsten Eisenbahnstationen sind Hangö und Abo. Nach Abo
ist fünf Mal wöchentlich Dampferverbindung. Die Fahrt dauert ca 6 Stunden.
In Bezug auf Reparaturen ist zu bemerken, dafs die Fabrik bereitwillig alle
Holz-, Eisen- und Metallarbeiten zu mäfsigen Preisen ausführt. Das nächste
Slip ist in Abo, das nächste Trockendock in Helsingfors.
Preise:
Lotsengebühren von See nach Hangö für 4,1m (13% Fuß) 15,04 A,
” „ Hangö „ Dalsbruk » 23,68
Arbeitslohn für 570 Tons Roheisen. . . . . . 185,00 ,
» » 300 „ Cokes . . 0.0... + 0 + + + 24000
# „ 80 „ Walzenschlacken in Säcken . . 25,60
5. Segelanweisung für den Kanal von Four. Westküste von
Frankreich. („Annonce hydrographique“ No. 106/548,, Paris 1885.) Der
Kommandant des Französischen Vermessungsfahrzeuges „Elan“, Lieut. Ponty,
empfiehlt folgende Segelanweisung für den Kanal von Four:'!)
Von Norden kommend, halte man sich in der Linie „Leuchtthurm von
St, Mathieu und Leuchtthurm von Kermorvan“, bis die Ostseite der östlich von
Fourches gelegenen Klippe und die Westseite der Klippe Goaltock in Deck-
peilung sind, dann steuere man mehr nach St-B., so dafs Grand Melgorne zwi-
schen den beiden Klippen zu sehen ist. Von hier halte man diesen Kurs, bis
die Semaphorstation zu Penhir rechts von der grofsen, im Süden von KRospects
gelegenen Klippe erscheint, wodurch eine neue Richtungslinie entsteht, welche
bis zu der Deckpeilung „Louchtthurm von Fowr und Klippe Grande Fourche“
in den alten Kanal zurückführt. Die Klippe Grande Fourche verdeckt den
Leuchtthurm von Four vollständig.
Bei Innehaltung dieser Kurse bleibt man in ca 1,7m gröfserer Wasser-
tiefe, als man sonst im Kanal vorfindet.
1) „West Coasts of France etc. Directions“ (B, VI: 5), London 1881, pag. 19, und „Pilote
de la Manche“ (B, IV: 8), Paris 1880, pag. 146.