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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

Kleine Notizen: 
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nicht berichtet, ebenso wenig von den Schiffen „Patagonia“ und „Godeffroy“ 
in der Nähe von 45° N-Br und 25° W-Lg und von dem. Dampfer „Leipzig“ 
auf der Höhe von Madeira. ; 
2... (D. S.) Die Fluthwelle zu Montevideo am 14. Januar 1884. 
Die Zeitungsberichte über eine aufsergewöhnlich hohe Welle, die am 14, Januar 
1884 in Montevideo aufgetreten sein und einen grofsen Verlust an Menschen- 
leben verursacht haben sollte, gaben der Seewarte Veranlassung, über das ge- 
nannte Phänomen nähere Erkundigungen einzuziehen, und sind ihr auf ihre 
Anfrage auch von mehreren Seiten, namentlich von den Herren Chr. Weide- 
mann in Montevideo und Fr. Latzina in Buenos Aires, ausführliche Mit- 
theilungen zugestellt worden. 
Diesen zufolge scheinen die auf die ersten telegraphischen Meldungen in 
den Europäischen Zeitungen veröffentlichten Berichte sehr übertrieben gewesen 
zu sein, Die Erscheinung fand am 14. Januar 1884 gegen 7 Uhr Morgens statt. 
Das Wetter war schön, bei einer leichten: nordöstlichen Briese, und das Meer 
war ganz ruhig, als dasselbe plötzlich etwa 50 bis 100m vom Strande zurück- 
trat und dann in einer etwa 2 bis 3m hohen Welle wieder angewälzt kam, 
Darauf folgten noch zwei Wellen, die aber weniger hoch waren. Kurze Zeit 
darauf war die See wieder ebenso ruhig wie vorher. Das Wetter blieb schön. 
Der Wind veränderte bald seine Richtung nach Südost, blieb aber leicht. 
Um die Zeit, als die Wellenbewegung eintrat, war der Strand in der 
Umgebung von Montevideo ziemlich stark von Badenden besucht; aber durch 
das starke Zurücktreten des Wassers, welches der ersten und gröfsten Welle 
voranging, stutzig gemacht, liefen dieselben sofort an das Land. Nur eine 
Frau wurde vom wieder auflaufenden Wasser erfafst und gegen die in der 
Nähe befindlichen Felsen geschleudert und kam so ums Leben, Sonstiger 
Schaden von Bedeutung wurde durch die Wellen nicht angerichtet, ausgenommen 
dafs einige Boote und leichte Holzkonstruktionen am Strande zertrümmert 
wurden. 
Ueber das Auftreten ähnlicher Wellen um dieselbe Zeit auch an anderen 
Orten als Montevideo sind Berichte nicht eingegangen; ebensowenig über Erd- 
oder Seebeben, auf welche die Erscheinung zurückgeführt werden könnte. 
3. (D. S.) Eis im Südatlantischen Ocean. Die Deutsche Bark 
„Parsifal“, Kapt. R. Hilgendorf, passirte auf ihrer Reise von Pisagua nach 
Hamburg am 15. November 1884 um 6'/2* a. m., auf 50° 8‘ S-Br und 45° 24‘ W-Lg, 
in einem Abstande von etwa einer Kabellänge einen Eisberg, der ungefähr 
60m (200 Fufß) hoch war. Die Temperatur der Meeresoberfläche betrug um 
4 a.m. 4,0° C, und stieg um 8% a.m. auf 4,7° C. Bei leichter nordwestlicher 
Briesoe war das Wetter schön. Später sah man Seekraut treiben, . 
4. Ueber den Hafen von Dalsbruk in Finnland ist dem Hydro- 
graphischen Amte von dem Dalsbruks Jern-och Stälverk folgender Bericht zur 
Veröffentlichung zugegangen: 
Man kann Dalsbruk entweder durch die Scheeren von Utö aus oder durch 
die Scheeren von Hangö aus erreichen. Der letztere Weg ist vorzuziehen, weil 
derselbe nur 20 Sm, ersterer dagegen 40 Sm lang ist. Das Fahrwasser ist von 
Mitte April bis Anfang November immer offen, während der anderen Zeit, 
früher oder später, zugefroren. Von See nach Hangö kommend wird zunächst 
ein Seelotse genommen, der das Schiff bis Hangö-Rhede bringt, woselbst der 
Zollvisite wegen geankert werden muls. Der Weg nach Hangö würde auch 
ohne Lotsen bei gutem Wetter mit Hülfe der Deutschen Segelanweisung der 
Ostsee keine Schwierigkeiten machen. Der Weg durch die Scheeren von Hangö 
nach Dalsbruk führt durch ein gut abgepricktes Fahrwasser, welches allerdings 
zuweilen starke Kurven macht, die indessen von einem gut steuernden Schiffe 
leicht gemacht werden können. Diese Binnenlotsen dürfen nur Schiffe bis 4,9 m 
(16‘ engl.) Tiefgang von Hangö nach Dalsbruk bringen. Geht ein Schiff tiefer, 
so hat der Kapitän das Risiko zu tragen und der Lotse ist nicht verantwortlich, 
Ein englischer Dampfer ist mit 5,5m Tiefgang im August 1884 von Hangö nach 
Dalsbruk gefahren und hat mit diesem Tiefgang an die zum Löschen bestimmte 
östliche lange Brücke gelegt. Für Schiffe von 4,3—4,9m Tiefgang ist zum 
Löschen in Dalsbruk eine Landungsbrücke, an welcher zwei Dampfer liegen 
können: die Waaren, Roheisen, Cokes, Kohlen, werden entweder in Eisenbahn-
	        
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