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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

596 Eingänge von meteorologischen Journalen ete,, Juni 1885. 
diesem nur in einem Falle bis zum heftigen Sturme zunehmenden Winde bis 
zum 13, März zur Länge des Kap Horn. Der 13, März war der 37. bis dahin 
in südlicher Breite zugebrachte Tag. Während dieser Zeit hatte man 10° S-Br 
in 104,3° W-Lg am 11. Februar, 20° S-Br in 107,6° W-Lg am 17. Februar, 
30° S-Br in 111,2° W-Lg am 22. Februar, 40° S-Br in 105,2° W-Lg am 
28. Februar und 50° S-Br in 89° W-Lgy am 7. März gekreuzt. Am 12. März 
hatte „Gemma“ in 56° S-Br und 73° W-Lg den ersten auf der Heimreise er- 
lebten Sturm überstanden. Derselbe begann aus NW, endete aus W und war 
von einem niedrigsten Barometerstande von 730,8 mm begleitet. Die auf der 
Heimreise von Punta Arenas begriffene Elsflether Bark „Aeolus“, die sich am 
17. Januar Mittags in 8,5° N-Br und 85,1° W-Lg, am 4. Februar in 0,3° N-Br 
and 84,3° W-Lg, gegen die gleichzeitigen Schiffsorte von „Gemma“ in 12,4° N-Br 
and 87,2° W-Lg, wie 0,1° S-Br in 95,1° W-Lg befunden hatte, passirte die 
Länge des Kap Horn ebenfalls am 13. März. Am Mittag dieses Tages befand 
sich die Bark in 56,7° S-Br und 67,5° W-Lg und die Brigg in 56,4° S-Br und 
56,1° W-Lg. 
Im Atlantischen Ocean wurde „Gemma’s“ Fahrt zunächst auch noch von 
Westwinden begünstigt. Nördlich von 44,5° S-Br in 41° W-Lg wurde man aber 
für mehrere Tage durch leichte Mallung aufgehalten. Nachdem diese am 
24. März geendet hatte, stellten sich unweit von 43° S-Br in 40° W-Lg wieder 
Frischere Westwinde ein, bei denen sich ein rascherer Fortgang erzielen liefs. 
Anhaltende leichte Nordwinde, wie sie von den nach Norden segelnden Schiffen 
hier südlich vom Passatgebiet sonst so sehr häufig angetroffen werden, fand 
„Gemma“ nicht. Die westlichen Winde begleiteten die Brigg vielmehr bis 
anch 28° S-Br in 30° W-Lg. Aus dem ganz leisen Zuge, in welchen sie dort 
am 2, April geendet hatten, entwickelte sich nach wenigen Stunden ein mäfsiger 
SE-Wind, der zum Passat wurde. Der beim Einsetzen desselben auf 767,0 mm 
zeigende Luftdruck hatte in der Nähe von 34,5° S-Br einen höchsten Stand 
von 770,0 mm gehabt. Als der zunächst frisch und beständig wehende Passat 
las Schiff nach 7° S-Br geführt hatte, wurde derselbe schwächer, und schlief[slich 
endete derselbe am 12. April in geringer Entfernung von 5,5° S-Br und 28,6° 
W-Lg in leichte Mallung und Stille. Da man bei solcher den gauzen noch 
äbrigen Theil des Weges zur Linie zurücklegen mufste, erforderte derselbe zu 
seiner Vollendung eine unverhältnifsmälßsig lange Zeit. KErst am 21. April 
konnte bei leichter nordöstlicher Briese der Aequator in 29,2° W-Lg über- 
schritten werden. Um zu demselben von Kap Horn her zu gelangen, waren 
39 Tage erforderlich gewesen. Während dieser Zeit hatte man: 50° S-Br in 
50,8° W-Lg am 18. März, 40° S-Br in 37,5° W-Lg am 26, März, 30° S-Br in 
30,2° W-Lg am 1. April, 20° S-Br in 29,4° W-Lg am 6. April und 10° S-Br 
in 29° W-Lg am 10. April gekreuzt. Der Mitsegler „Aeolus“, welcher die 
Zeit vom 17. bis 26. März in Port William auf den Falkland-Inseln zugebracht 
hatte, der von 2° S-Br in 28,6° W-Lg an mit Mallung und Stille zu kämpfen 
gehabt hatte, überschritt den Aequator in 29,2° W-Lg am 28. April. Noch ein 
anderer Mitsegler, die Elsflether vom La Plata kommende Bark „Charlotte“, 
welche am 23. März in See gegangen war, die polare Passatgrenze in 27,8° S-Br 
and 33,8° W-Lg am 2. April und die in 7,7° S-Br und 30,2° W-Lg liegende 
äquatoriale Passatgrenze am 13. April überschritten hatte, erreichte nördliche 
Breite in 31,8° W-Lg am 22. April. 
Nachdem „Gemma*“ bei dem nördlich vom Aequator herrschenden, schwachen 
nordöstlichen Zuge bis nach 1,8° N-Br in 30,1° W-Lg gesegelt hatte, wurde 
der NE-Passat angetroffen, Derselbe wehte später nur in sehr mäfsiger Stärke 
und dehnte sein Gebiet nicht weiter als bis nach 20° N-Br in 42,8° W-Lg aus. 
Als die Brigg sich am 5. Mai in der Nähe dieses Punktes befand, veränderte 
sich der zum ganz leisen Zuge herabgesunkene Wind, bei auf 765,2 mm ge- 
stiegenem Luftdrucke, nach SE. Am nächsten Tage drehte der Wind weiter 
durch S nach SW, um sich dann mehrere Tage in diesem Viertel zu halten. 
Zwischen 27° und 28° N-Br wurde „Gemma“ später noch wieder vier Tage 
durch leichte nordöstliche Mallung aufgehalten. Die auf diese folgenden West- 
winde gewährten, wenngleich auch noch zeitweise wieder unterbrochen von 
Ostwinden, der Brigg dann endlich eine einigermafsen günstige Gelegenheit zur 
Vollendung des letzten Reiseabschnitts. Kin frischer SW-Wind führte das
	        
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