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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

Eingänge von meteorologischen Journalen ete., Juni 1885, 595 
stürmisch werdender SE-Wind ein, der die Brigg rasch nach Westen trieb und 
bei dem Kapt. Beenke vorsorglicher und empfehlenswerther Weise zunächst 
noch einen etwas südlich von W liegenden Kurs steuern liefs, Als dann später, 
wie es unter ähnlichen Verhältnissen meistens der Fall zu sein scheint, die 
Windrichtung eine südwestliche wurde, konnte desto voller weggehalten werden 
nach NW. Man segelte nun, indem das Barometer bis auf den unweit 51° S-Br 
abgelesenen Stand von 768,1 mm stieg, bis zum 15. August zum in 82° W-Lg 
überschrittenen Parallel von 50° Süd. Es waren damals 24 Tage vergangen, 
zeit man dieselbe Breite im Atlantischen Ocean verlassen hatte, Der Mitsegler 
„Niagara“ kreuzte 50° S-Br in 83,8° W-Lg am 13. August, Von „Gemma“ 
war der Meridian des Kap Horn in 57,5° S-Br am 10. August geschnitten 
worden. Als die Brigg sich am 9. August in 57° S-Br und 64° W-Lg befunden 
hatte, waren dort von ihr mehrere kleine Eisschollen erblickt worden, 
Nördlich von 50° S-Br im Grofsen Ocean wurde „Gemma“ zunächst noch 
an zwei Tagen von stürmischem SE-Winde begünstigt. Als die Windrichtung 
am 17. August wieder eine südwestliche geworden war, konnte man auch noch 
raschen Fortgang erzielen, dagegen wurde der Verlauf der Reise bei den nörd- 
lich von’ 41° $S-Br vorherrschenden nordwestlichen Winden ein langsamerer. 
Als 32° S-Br überschritten worden war und dort ein frischer SSE-Wind ein- 
setzte, schien es, als ob damit das Passatgebiet erreicht sei. Dieser Wind 
wurde jedoch später noch wieder von mehrtägiger Mallung unterbrochen, Der 
Passat stellte sich erst am 30. August in der Nähe von 24,2° S-Br und 78,7° 
W-Lg ein. Als sich der schwache Wind dort von SSW durch S nach SSE 
veränderte, hatte der Luftdruck einen Stand von 766,6 mm erreicht, Der 
später nur zwischen 20° und 13° S-Br einigermafsen frisch wehende Passat 
begleitete „Gemma“, bis am 9. September die Küste von Süd-Amerika in 
4° S-Br erblickt wurde. Während der letzten zwei auf See zugebrachten Tage 
wurden leichte westliche Winde beobachtet. Am 11. September erreichte die 
Brigg einen in der Nähe des Bestimmungsplatzes gelegenen Ankerplatz. Um 
zu demselben von Gibraltar aus zu gelangen, waren 119 Tage erforderlich ge- 
wesen. Im Grofsen Ocean hatte „Gemma“: 40° S-Br in 83,8° W-Lg am 19. August, 
30° 8S-Br in 77,6° W-Lg am 25. August, 20° S-Br in 79,6° W-Lg am 1. Sep- 
tember und 10° S-Br in 81,4° W-Lg am 6, September gekreuzt. Der Mitsegler 
„Patagonia“ hatte Valparaiso am 19. August und „Niagara“ am 25. August 
erreicht. 
Nachdem „Gemma“ später von Guayaquil nach Central-Amerika ver- 
segelt und dort eine‘ ganze Reihe von Häfen besucht hatte, trat die Brigg am 
17. Januar 1885 von Corinto aus die Heimreise an. Bei dem damals auf Seo 
bald angetroffenen frischen NE-Passat wurde ein SzO-Kurs gesteuert. Als man 
auf demselben bis zum 19. Januar nach 9° N-Br in 86,5° W-Lg gelangt war, 
nahm der nordöstliche Wind zum leisen, von Stillen unterbrochenen Zuge ab. 
Man rückte bei demselben bis zum 23. Januar nach 7,2° N-Br in 86,1° W-Lg 
vor. Südlich von diesem Punkte war schwache, unbeständige südwestliche 
Briese, uud nachdem am 28. Januar 4° N-Br in 85,9° W-Lg überschritten 
worden war, flauer SSE-Wind vorherrschend. Am 2, Februar gelangte „Gemma“ 
in Sicht von der Culpepper-Insel, und am 4, Februar ging die Brigg in 95,1° 
W-Lg von nördlicher in südliche Breite über. . Der 4. Februar war der 18, 
seit der Abreise verflossene Tag. Während dieser Zeit war: 10° N-Br in 
86,8° W-Lg am 19. Januar und 5° N-Br in 85,6° W-Lg am 26. Januar ge- 
kreuzt worden. Die Wasserwärme, welche unweit 7° N-Br 28,5° C. betragen 
hatte, war zwischen Aequator und 1° S-Br auf 23,5° C, gesunken. Zwischen 
2° N-Br und 1° S-Br sah sich das Schiff in 5 Etmalen 162 Sm nach westlicher 
Richtung versetzt. 
Der in südlicher Breite anfänglich nur sehr schwache Passat trat südlich 
von 4° S-Br zwar etwas stärker auf, besafs jedoch auch später durchgehends 
nur geringe Stärke. Das Gebiet desselben schien sich bis nach 35° S-Br in 
110° W-Lg auszudehnen. In geringer Entfernung von diesem Punkte veränderte 
sich der mälsige Wind, bei auf 771,7 mm gestiegenem Barometerstande, nach 
NE und während der folgenden Tage weiter durch N nach W. Indem sich der 
Wind nun anhaltend im westlichen Halbkreise hielt, gewährte er dem Schiffe 
eine erwünschte Gelegenheit zur Förderung der Reise. „Gemma“ segelte bei
	        
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