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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

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Eingänge von meteorologischen Journalen etc., Juni 1885, 
Liverpool nach dem La Plata begriffene Elsflether Bark „Louise“, welche 50° 
N-Br am 14. Mai verlassen hatte, erreichte südliche Breite in 27,8° W-Lg am 
15. Juni. Dieselbe hatte sich am 2. Juni in 20° N-Br und 25° W-Lg befunden, 
Der von „Gemma“ in der Nähe des Aequators nur sehr schwach und 
anbeständig angetroffene Passat trat auch später nur in geringer Stärke auf. 
Als die Brigg von ibm bis zum 21, Juni nach 17,5° S-Br in 36,6° W-Lg geführt 
worden war, endete derselbe, Nachdem dann an mehreren Tagen leichter, von 
Stillen unterbrochener Zug beobachtet worden war, stellte sich wieder ein 
mäfsiger Ostwind ein, der sich langsam nach links zu verändern begann. In 
zeringer Entfernung von 21° S-Br in 37,8° W-Lg drehte der Wind durch N, 
am sich dann für mehrere Tage im westlichen Halbkreise zu halten und von 
daher stürmisch zu wehen. Als der Wind schwach geworden war, lief derselbe 
zurück durch S nach SE. Nachdem der Wind für einen Tag aus letzterer 
Richtung geweht hatte, erreichte der Luftdruck den in der Nähe von 24° S-Br 
und 39° W-Lg abgelesenen höchsten Stand von 772,7 mm. Später hielt sich 
der Wind wieder für ziemlich lange Zeit in nordöstlicher und nördlicher 
Richtung. Südlich von 34° S-Br herrschten westliche Winde vor. „Gemma“ 
jegte bei diesen Verhältnissen, ohne dabei durch nennenswerthe Stürme beun- 
ruhigt zu werden, bis zum 22. Juli die Strecke zu dem in 64,4° W-Lg über- 
schrittenen Parallel von 50° Süd zurück. Es waren dann 41 Tago seit der 
Abreise vom Aequator verflossen. Während dieser Zeit hatte man: 10° S-Br 
in 32,5° W-Lg am 16. Juni, 20° S-Br in 37,2° W-Lg am 24, Juni, 30° S-Br 
in 47,1° W-Lg am 4. Juli und 40° S-Br in 57,5° W-Lg am 15, Juli gekreuzt. 
Am 22, Juli wurde 50° S-Br auch von den Mitseglern, „Niagara“ und „Patagonia“, 
erreicht. Die erstere, eine eiserne Bark, hatte den Kanal am 22, Mai und den 
Aequator in 26,9° W-Lg am 25. Juni verlassen. Die letztere, von New- York 
kommende Bark war am 17. Mai in See gegangen und hatte die Linie in 
26,3° W-Lg am 24. Juni passirt. Beide Schiffe waren nach Valparaiso bestimmt. 
Am Mittage des 23, Juli befand sich „Gemma“ in 50,8° S-Br und 64,4° W-Leg, 
„Niagara“ in 51,2° S-Br und 64,5° W-Lg und „Patagonia“ in 50,7° S-Br und 
66,2° W-Lg. 
Das Kap St. John wurde von „Niagara“ wie von „Patagonia“ am 26, Juli, 
von „Gemma“ aber erst am 2. August umsegelt, Die Brigg überstand, während 
sie sich noch nördlich von Staaten Land aufhielt, mehrere Weststürme, durch 
welche die beiden südlicher stehenden Mitsegler nach Osten hin verschlagen 
warden. Als Folge davon befand sich „Niagara“ am 30. Juli abermals in Sicht 
vom Kap St. John, und der Schiffsort von „Patagonia“ war an diesem Tage 
Mittags in 57,6° S-Br und 61,9° W-Lg. Soweit schien es, als ob alle drei 
Schiffe in der Umsegelung des Kap Horn gleich gut gefahren seien. Als sich 
der Wind nun aber am nächsten Tage bei der in 58,5° S-Br und 65,2° W-Lg 
stehenden „Patagonia“, bei einem niedrigsten Luftdruck von 732,4 mın, von NW 
nach SSW und SSE veränderte, konnte diese Bark in einem günstigen Schlage 
bis zum 6. August nach 50° S-Br in 82° W-Lg segeln, während die beiden 
Mitsegler von ihren ungünstigen Positionen aus den bei ihnen freilich auch 
nicht lange anhaltenden Südwind gar nicht ausnutzen konnten. Dieselben 
konnten bis zum 6. August nur nach dem von „Gemma“ erreichten Schiffsorte 
von 55,3° S-Br in 61,7° W-Lg und „Patagonia“ nach 56° S-Br in 66,9° W-Lg 
vorrücken, Während des 3. August konnte die am Mittage dieses Tages in 
55,8° S-Br und 76° W-Lg stehende „Patagonia“ bei stürmischem SW-Winde 
154 Sm nach NW zurücklegen, während „Niagara“ in 56,6°S-Br und 67,6° W-Lg 
und „Gemma“ in 55,1° S-Br und 62,2° W-Lg bedeutend an Länge verloren. 
Durch das von „Patagonia“ seinen beiden Mitseglern gegenüber erzielte 
günstige Resultat wird die Richtigkeit der Anweisung, dafs Schiffe, die im 
südlichen Winter das Kap Horn umsegeln, vor Allem danach streben müssen, 
möglichst bald einen gut südlich gelegenen Punkt zu erreichen, aufs Neue be- 
wiesen. Als „Gemma“ sich am 9. August in 57° S-Br und 64° W-Lg befand, 
wiederholten sich angenähert noch einmal dieselben günstigen Windverhältnisse, 
wie solche am 31. Juli begannen und die damals nur der „Patagonia“ zu 
Statten kamen, Jetzt war aber auch „Gemma“ in der Lage, sie ausnutzen zu 
können. Nachdem der vorher herrschende Westwind in Stille geendet hatte, 
setzte bei einem niedrigsten Barometerstand von 742,0mm bald ein schnell
	        
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