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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

Eingänge von meteorologischen Journalen etc., Juni 1885. 
Port William. Nachdem dort die erlittene Beschädigung wieder ausgebessert 
worden war, setzte „Aeolus“ am 26. März die Reise fort. Bei dem auf See 
angetroffenen Winde nahm die Reise zunächst wieder einen recht günstigen 
Verlauf. Nördlich von 43° S-Br herrschten jedoch ungünstigere Verhältnisse. 
Die Windrichtung war dort nicht selten eine hoch nördliche, sondern oft war 
auch die Windstärke eine unerwünscht grofse und zu anderen Zeiten wieder 
eine zu geringe. Als „Aeolus“ sich am 13. April in geringer Entfernung von 
31,5° S-Br und 26,8° W-Lg befand, sprang dort der seit mehreren Tagen aus 
nordwestlicher Richtung wehende Wind in einer Böe um nach S. Indem sich 
der mäfig starke Wind dann mehrere Tage in südlicher und südöstlicher 
Richtung hielt, ließ sich wieder ein günstiger Fortgang nach Norden erzielen. 
Aus diesem Winde entstand später der SE-Passat, ohne dafs vorher von Mallung 
eine Spur angetroffen wurde. In geringer Entfernung von 21,5° S-Br und 
26,5° W-Lg schien am 18. April die polare Passatgrenze zu liegen. Als der 
zwischen 16,5° und 4° S-Br am kräftigsten wehende Passat die Bark bis zum 
25, April nach 2° S-Br in 28,6° W-Lg geführt hatte, endete derselbe in leichte 
Mallung. Bei solcher, die oft von Stillen unterbrochen wurde, legte „Aeolus“ 
bis zum 28. April die Strecke zu dem in 29,2° W-Lg überschrittenen Aequator 
zurück. Um zu demselben von den Falkland-Ioseln her zu gelangen, waren 
33 Tage erforderlich gewesen. Während dieser Zeit hatte man; 50° S-Br in 
54° W-Lg am 27. März, 40° S-Br in 32,8° W-Lg am 4. April, 30° S-Br in 
26,8° W-Lg am 14. April, 20° S-Br in 26,5° W-Lg am 18, April und 10° S-Br 
in 27,6° W-Lg am 22. April gekreuzt. 
In nördlicher Breite traf „Aeolus“ bis nach 2,5° N-Br in 30,6° W-Lg 
noch Mallung an. Als die Bark diesen Punkt am 30. April erreicht hatte, 
setzte dort der NE-Passat ein, bei dem sich wieder ein rascherer Fortgang 
erzielen lief. Der zwischen 2,5° und 15° N-Br am frischesten wehende Passat 
begleitete das Schiff bis nach 20° N-Br in 39,3° W-Lg. Als man sich am 
9, Mai in geringer Entfernung von diesem Punkte befand, drehte der zum ganz 
leisen Zuge gewordene Wind nach SE. Nördlich von der durch diesen Vorgang 
bezeichneten polaren Passatgrenze wurde der Fortgang der Reise durch schwache 
und unbeständige, meist aus nördlicher Richtung vorherrschende Winde für 
lange Zeit verzögert. Westliche Winde wurden erst angetroffen, nachdem man 
bis zum 28, Mai nach 37° N-Br in 38° W-Lg gelangt war. Bei diesen und den 
später auch noch häufig wieder auftretenden Ostwinden gegelte „Aeolus“ bis 
zum 12. Juni zur Mündung des Kanals. Es waren dann 148 Tage seit der 
Abreise von Punta Arenas vergangen. Im Nord-Atlantischen Ocean hatte man 
45 Tage zugebracht und dort: 10° N-Br in 38,8° W-Lg am 4. Mai, 20° N-Br 
in 39,3° W-Lg am 9. Mai, 30° N-Br in 43° W-Lg am 20. Mai und 40° N-Br 
in 33,5° W-Lgy am 30. Mai überschritten. 
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{8. Reise der Elsflether Brigg „Gemma‘“, Kapt. H. Beenke, 
Die von Malaga nach Guayaquil bestimmte Elsflether Brigg „Gemma“ 
passirte am 15. Mai 1884 die Strafse von Gibraltar. Der in derselben wehende 
heftige Ostwind wurde, so wie man weiter nach Westen hin fortschritt, flauer, 
Am 16. Mai trat ein leichter NW-Wind an seine Stelle, bei dem man in mäßig 
rascher Fahrt nach SW hin vorrückte. Indem dieser Wind nach einigen Tagen 
auffrischte und durch N nach NNE drehte, entstand aus ihm der Passat. Die 
Grenze desselben schien am 19. Mai in der Nähe von 30,2° N-Br in 13,9° W-Lg 
zu liegen. Man beobachtete dort einen Barometerstand von 766,1 mm. Bei 
dem nur bis 26° N-Br hin einigermafsen frisch wehenden Passat” steuerte die 
sich östlich von den Kap Verde-Inseln haltende Brigg südwärts, bis sie schliefslich 
zu der am 3%, Juni in etwa 6,2° N-Br und 22,3° W-Lg liegenden südlichen 
Passatgrenze gelangte. Um den Stillengürtel zu überschreiten, waren drei Tage 
erforderlich. Nach Verlauf dieser Zeit stellte sich in 5,2° N-Br und 21,3° W-Lg 
der SE-Passat wieder ein, bei dem „Gemma“ bis zum 11. Juni zu dem in 
26,7° W-Lg überschrittenen Aequator segelte. Der 11. Juni war der 27. seit 
der Abreise von Gibraltar verflossene Tag. Während dieser Zeit hatte man: 
30° N-Br in 14,1° W-Lg am 19. Mai, 20° N-Br in 20,3° W-Lg am 24. Mai 
and 10° N-Br in 23.6° W-Le am 30. Mai gekreuzt. Die auf einer Reise von
	        
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