accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

5392 
Eingänge von meteorologischen Journalen ete., Juni 1885, 
des vom Passat eingeschlossenen Gebietes westlichen Monsuns zur entsprechen- 
den Jahreszeit im Grofsen, wie im Atlantischen und Indischen Ocean wiederholt 
beobachtet worden sind. Während es ununterbrochen regnete und elektrische 
Entladungen stattfanden, sank der Luftdruck bis auf den für die in Betracht 
kommende Breite sehr niedrigen Stand von 753,8 mm. Dabei veränderte sich 
leichzeitig der stürmischo Wind durch N nach NW und später durch W nach 
Sw. Nachdem die auf den Sturm folgenden leichten südlichen Winde einige 
Tage geweht hatten, hielt sich der Wind noch wieder für einen Tag in nord- 
nordöstlicher Richtung. Fast nur aus südwestlicher Richtung und von daher 
meistens frisch wehend kam der Wind, nachdem „Aeolus“ am 25. August nach 
11,3° N-Br in 114,5° W-Lg gekommen war. Der Verlauf der Reise wurde von 
diesem Tage an ein recht günstiger. Nachdem man bis zum 10. September 
nach 6° N-Br in 80,7° W-Lg gesegelt hatte, wurde der Wind schwach und die 
Windrichtung eine unbeständige. Am 14. September, 40 Tage später als 
Portland verlassen worden war, ankerte „Aeolus“ auf der Rhede von Panama. 
Auf dem Wege dahin hatte man: 45° N-Br in 126,1° W-Lg am 7. August, 
40° N-Br in 125,6° W-Lg am 9. August, 35° N-Br in 124,3° W-Lg am 
il. August, 30° N-Br in 122° W-Lg am 14, August, 25° N-Br in 120,7° W-Lg 
am 17. August, 20° N-Br in 118,8° W-Lg am 18, August, 15° N-Br in 118° W-Lg 
am 20. August, 10° N-Br in 112,5° W-Lg am 27. August und 5° N-Br in 97,5° 
W-Lg am 3. September gekreuzt. Von den Meridianen war der von 120° West 
in 23,5° N-Br am 17. August, der von 110° West in 7,8° N-Br am 30. August, 
der von 100° West in 5,1° N-Br am 2. September und der von 90° West in 
4,5° N-Br am 6. September überschritten worden. 
Von Punta Arenas aus, wo „Aeolus“ mit Cedernholz beladen worden war, 
trat die Bark endlich am 15. Januar 1885 die Heimreise an. Der Anfang der- 
selben verlief infolge der auf See angetroffenen überaus lange anhaltenden und 
meistens aus ungünstiger Richtung kommenden Mallung, wie vielen Stillen, in 
angewöhnlich langsamer Weise. Erst bei dem sich am 1, Februar in geringer 
Entfernung von 45° N-Br in 82,7° W-Lg einstellenden beständigeren und 
frischeren Ostwind liefs sich ein etwas rascherer Fortgang erzielen. Bei 
schwachem NNE-Winde ging „Aeolus“ am 4. Februar in 84,5° W-Lg von nörd- 
licher in südliche Breite über. Der 4. Februar war der 20, seit der Abreise 
verflossene Tag. 5° N-Br war in 82,6° W-Lg am 1. Februar gekreuzt worden. 
In südlicher Breite wurde der Verlauf der Reise bei dem dort wieder 
bis zur schwachen unbeständigen Briese abnehmenden Ostwinde wieder ein 
ungünstiger. Den gröfsten Theil der täglichen Ortsveränderung verdankte man 
hier der in drei Etmalen 100 Sm nach Westen versetzenden Strömung. Als die 
Bark bis zum 8. Februar nach 2,4° S-Br in 88° W-Lg gekommen war, stellte 
sich dort endlich der langsam auffrischende SE-Passat ein, bei dem sich ein 
längere Zeit anhaltender rascherer Fortgang erzielen liefßs. Der Passat trat 
indessen auch nur auf der zwischen 22° und 33° S-Br liegenden Strecke in 
einigermafsen befriedigender Stärke auf, Die polare Passatgrenze wurde am 
26. Februar in der Nähe von 35° S-Br und 104,7° W-Lg angetroffen. Bei 
einem höchsten Luftdruck von 773,0 mm veränderte sich dort der flau gewordene 
Wind nach NE und bald darauf in langsamer Drehung weiter durch N nach 
NW. Nachdem die Windrichtung am 27. Februar bei 37,5° S-Br in 104,7° W-Lg 
eine nordwestliche geworden war, hielt sich der Wind für lange Zeit im west- 
lichen Halbkreise. Die Reise nahm dann ihren weiteren ungestörten Verlauf, 
bis zu dem am 13. März erreichten Meridian des Kap Horn. Der 13. März 
war der 37, bis dahin in südlicher Breite zugebrachte Tag. Während dieser 
Zeit hatte man: 10° S-Br in 95,6° W-Lg am 13. Februar, 20° S-Br in 99,8° W-Lg 
am 19. Februar, 30° S-Br in 104° W-Lg am 23. Februar, 40° S-Br in 102,5 W-Lg 
am 1. März und 50° S-Br in 87,0° W-Lg am 7. März überschritten. Durch 
nennenswerthe Stürme war die Fahrt bis dahin nicht beunruhigt worden. In 
einer heftigen Böe war dem Schiff jedoch am 8. März die Vormarsstenge ge- 
brochen, und sah sich Kapt. Reiners dadurch gezwungen, die Falkland-Inseln 
anzulaufen. 
Im Süd-Atlantischen Ocean wurde „Aeolus“ zunächst auch noch von 
frischen Westwinden begünstigt. Am 16. März beobachtete man mäfsigen 
Nordwind, und am 17. März führte ein schwacher SW-Wind die Bark nach
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.