Eingänge von meteorologischen Journalen etc., Juni 1885.
bei dem mit St-B.-Halsen gesegelt wurde. Nicht weit von 14° N-Br in 98,3°
W-Lg entfernt nahm der Passat am 9. Februar bis zum leisen Zuge ab und
wurde dann bei dem bald folgenden schwachen nordwestlichen Winde bis zum
11. Februar in Sicht von der in 15,7° N-Br erblickten Küste Mexiko’s gesegelt.
Der letzte Theil der Reise wurde bei den in der Nähe der Küste herrschenden
unbeständigen Land- und Seewinden kreuzend zurückgelegt und schliefslich am
15. Februar der Hafen von Acapulco erreicht. Um zu demselben von Lizard
her zu gelangen, waren 132 Tage erforderlich gewesen. In nördlicher Breite
des Grofsen Oceans hatte die Bark: 5° N-Br in 91,6° W-Lg am 3. Februar,
10° N-Br in 95° W-Lg am 6. Februar und 15° N-Br in 98,4° W-Lg am
10. Februar gekreuzt. Die in 10° S-Br etwa 23°C. betragende Wasserwärme
wurde in der Nähe der Linie gleich 23,5° C. gemessen und stieg später bis zu
dem unweit 14° N-Br beobachteten Betrage von 27°C. Die beim Aequator
und der Galapagos-Gruppe beobachteten Versetzungen waren nicht bedeutend,
Die Brigg „Romeo“ gelangte am 5. März in Sicht des Kap San Lucas und am
17. März zur Rhede von Guaymas.
Von Acapulco aus ging „Aeolus“ wieder am 28. Februar in See, um nach
Mazatlan zu segeln. Man vollendete die Fahrt dahin, indem man sich in der
Nähe der Küste hielt und dort bei den aus westlicher Richtung vorherrschenden
Winden und den nur sehr unregelmäfsig auftretenden Land- und Seewinden
nach NW hin kreuzte. Am 16. März, nach 17tägiger Fahrt, ankerte „Aeolus“
auf der Rhede von Mazatlan. Von dort aus wurde die Reise nach der im
südlichen Theile des Busens von Californien gelegenen Carmen-Insel fortgesetzt,
um dort eine für Portland bestimmte Ladung Salz einzunehmen. Nachdem
dieses bewerkstelligt worden war, ging „Aeolus“ vom letzteren Platze aus
wieder am 10. Mai in See. Am 17. Mai, als sich die Bark in der Nähe des
Kap San Lucas befand, wurde wieder mit der Führung des meteorologischen
Journals begonnen. Man segelte von dort bei dem leicht aus nordwestlicher
Richtung wehenden Winde mit St-B.-Halsen. Als man in dieser Weise sich
weiter von Land entfernte, raumte der Wind allmählich auf, wurde dann aber
auch flauer. Nicht weit von 21,3° N-Br in 115,8° W-Lg entfernt wurde die
Richtung des ganz schwach gewordenen Windes eine nordnordöstliche. Man
segelte bei ihm für eine Woche in mäfsig rascher Fahrt nach NW, bis 28° N-Br
in 129° W-Lg erreicht worden war, Nördlich von diesem Punkte verursachten
ganz leichte nördliche Winde und Stillen wieder eine längere Verzögerung der
Reise, und wenig günstig waren auch die nördlich von 32° N-Br vorherrschenden
kräftigen NW-Winde. „Aeolus“ segelto bei denselben oft mit St-B.- und dann
wieder mit B-B.-Halsen, In geringer Entfernung von 37,7° N-Br in 135,2° W-Lg
wurde am 12. Juni zum letzten Mal gewendet. Der von hier ab meist nur noch
schwache Westwind veränderte sich später allmählich nach links und bei
schwachem Südwinde erreichte „Aeolus“ am 19. Juni die Mündung des Columbia-
Flusses. Am 20. Juni ankerte die Bark auf der Rhede von Astoria. Die Dauer
der Reise von Ankerplatz zu Ankerplatz betrug 41 Tage. Während dieser
Zeit hatte man: 25° N-Br in 123,5° W-Lg am 26. Mai, 30° N-Br in 137,1° W-Lg
am 5. Juni, 35° N-Br in 137,2° W-Lg am 10. Juni und 40° N-Br in 133° W-Lg
am 14. Juni gekreuzt. Als westlichster Punkt war 33,6° N-Br in 138,3° W-Leg
am 9. Juni berührt worden.
Nachdem „Aeolus“ in Portland die Salzladung gelandet hatte, wurde
wieder eine Ladung Holz eingenommen. Mit derselben trat die Bark am
5. August eine Reise nach Panama an. Auf den auf See in der Nähe des
Landes unbeständig auftretenden, für mehrere Wachen frisch aus SSE wehenden
Wind folgte ein am 7. August schwach einsetzender Nordwind, Nachdem der-
selbe bald gröfsere Stärke gewonnen hatte, nahm die Reise für mehrere Tage
einen recht befriedigenden Verlauf, Auf der zwischen 32,5° N-Br in 123,5°
W-Lg und 28° N-Br in 121,5° W-Lg liegenden Strecke trat der nördliche Wind
später nur schwach und unbeständig auf, während der Passat südlich von
letzterem Punkte wieder eine günstige Gelegenheit zur Förderung der Reise
gewährte, Die äquatoriale Passatgrenze schien am 20. August in geringer Ent-
fernung von 15,7° N-Br und 118,8° W-Lg zu liegen. Der Uebergang des von
NNE durch N nach NW drehenden Windes vom Passat in den Monsun vollzog
sich hier unter orkanartigen Erscheinungen, wie solche an der polaren Grenze
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