Eingänge von meteorologischen Journalen etc, Juni 1885.
Mittags, zu welcher Zeit „Johanne Marie“ schon 47,2° N-Br in 29,5° W-Lg
erreicht hatte, noch in 30,6° N-Br und 12° W-Lg. An diesem Tage kam. dann
endlich in der Nähe des letzteren Punktes ein frischer NW-Wind durch, bei
dem „Amelia“ rasch nach SW hin vorrücken konnte. Sie erreichte ohne
weiteren Aufenthalt am 18. März die in 22° N-Br und 25,5° W-Lg gelegene
polare Passatgrenze und hielt sich später bei dem von kräftigem Passat be-
günstigten Ablaufen der Länge in der Nähe von 20,5° N-Br. Bis zum Mittage
des 29. März segelte „Amelia“ nach 21,7° N-Br in 61,8° W-Lg. Zur gleichen
Zeit war der Schiffsort der „Johanne Marie“ in 41,5° N-Br und 62,1° W-Lg.
Am 2. April überschritt „Amelia“ die in 27,5° N-Br und 70,2° W-Lg gelegene
polare Passatgrenze und am 9. April ankerte das Schiff auf dem Delaware.
Am 19, Mai verliefs „Johanne Marie“ New-York wieder, um nach Ham-
burg zu segeln. Auf den zu Anfang dieser Reise wehenden frischen SW-Wind
folgte schon am 20. Mai ein längere Zeit anhaltender Ostwind. Während der
ganzen Fahrt über den Ocean blieben dann später östliche Winde vorherrschender
als Westwinde, Durch Stürme wurde die Reise nicht erschwert, Man kreuzte:
70° W-Lg in 39,2° N-Br am 21. Mai, 60° W-Lg in 41° N-Br am 26. Mai, 50°
W-Lg in 41° N-Br am 28. Mai und 30° W-Lg in 47,8° N-Br am 7, Juni. Am
17. Juni, 29 Tage später, als New- York verlassen worden war, erreichte die
Bark den Kanal.
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14. Reise der Elsflether Bark „Aeolus‘“, Kapt. Fr. Reiners.
Bei leichtem nordöstlichem Winde verliefs am 6. Oktober 1883 die nach
Acapulco bestimmte Bark „Aeolus“ den Kanal. Dieselbe hatte die Kibe-Mündung
sechs Tage vorher verlassen und war bis dahin meistens von östlichen Winden
begünstigt worden, Im Atlantischen Ocean hielten diese letzteren Winde zu-
nächst auch noch an, da ihre Stärke jedoch nur eine geringe, war der Fort-
schritt nach Süden nur ein mäfsig schneller. Unweit von 44,5° N-Br in 14,4°
W.Lg wurden am 11. Oktober mehrere Tage anhaltende schwache SW-Winde
angetroffen, bei denen mit St-B.-Halsen gesegelt wurde. Nachdem dieser Wind
am 14, Oktober in etwa 40,3° N-Br und 10,8° W-Lg zum leisen Zuge abgenommen
hatte, folgte auf ihn bald ein allmählich auffrischender nördlicher Wind, aus
dem später der NE-Passat entstand. Die polare Grenze desselben schien am
17. Oktober bei 35,5° N-Br in 13,8° W-Lg zu liegen. Wenige Stunden, nach-
dem sich dort der schwache Wind durch N nach NNE verändert hatte, erreichte
der Luftdruck mit 772,5 mm seinen höchsten Stand. Der im Allgemeinen frisch
und beständig wehende Passat begleitete „Aeolus“ bis nach 6,7° N-Br in 26°
W-Lg. In geringer Entfernung von diesem Punkte wurde am 30. Oktober der
Stillengürtel betreten, zu dessen Ueberschreitung eine verhältnifsmäfsig recht
lange Zeit erforderlich war. Man mufste bis nach 2,7° N-Br in 23,1° W-Lg
vorrücken, bevor cs gelang, den dort am 8. November einsetzenden SE-Passat
wieder anzutreffen. Derselbe führte die Bark bis zum nächsten Tage zu der in
24,5° W-Lg überschrittenen Linie. Um zu derselben von Zicard her zu ge-
langen, waren 34 Tage erforderlich gewesen. Während dieser Zeit hatte man:
40° N-Br in 10,9° W-Lg am 14. Oktober, 30° N-Br in 17,2° W-Lg am 19. Ok-
tober, 20° N-Br in 24,8° W-Lg am 24. Oktober und 10° N-Br in 26° W-Lg
am 28. Oktober gekreuzt. Das eiserne Hamburger Vollschiff „Hermann“, wel-
°hes, auf einer Reise nach Adelaide begriffen, den Kanal ebenfalls am 6. Oktober
verlassen hatte, passirte die Linie in 24° W-Lg am ‘9. November. Und die
nach Guaymas bestimmte Braker Brigg „Romeo“, welche sich bei Lizard am
7. Oktober befunden hatte, ging am 10. November in 25,2° W-Lg von nörd-
licher in südliche Breite über. Am Mittag des 17. Oktober hatte sich: „Aeolus“
in 35,5° N-Br und 13,8° W-Lg, „Hermann“ in 34,9° N-Br und 16,7° W-Lg, und
„Romeo“ in 36,4° N-Br und 15,2° W-Lg befunden. Bis zum 30. Oktober Mittags
segelten: die Bark nach 7° N-Br in 26° W-Lg, das Vollschiff nach 5,4° N-Br
in 24,7° W-Lg, und die Brigg nach 13,7° N-Br in 26,3° W-Lg. Am Mittag
des 8. November, an welchem Tage bei allen drei Mitseglern der SE-Passat
einsetzte, befand sich: „Aeolus“ in 2,4° N-Br und 23,4° W-Lg, „Hermann“ in
2,5° N-Br und 21,3° W-Lg, und „Romeo“ in 3,2° N-Br und 22,9° W.-Lg. Die
von den Schiffen im Stillengürtel zugebrachte verschieden lange Zeit hatte be-
Ann. d. Hydr. etc, 1885, Heft X.