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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

Eingänge von meteorologischen Journalen etc., Juni 1885. 
182 Sm nach WSW zurücklegen konnte, während der durch schwache, unbe- 
ständige westliche und südliche Winde zurückgehaltene „C. R. Bishop“ gleich- 
zeitig nur 99 Sm gutmachen konnte. Am 15. Juni wiederholte sich derselbe 
Vorfall in ähnlicher Weise, An diesem Tage, an welchem sich „Jason“ Mittags in 
46,7° S-Br und 62,5° W-Lg gegen den gleichzeitigen Schiffsort des „C. R. Bishop“ 
in 41,9° S-Br und 54,2° W-Lg befand, legte jenes von heftigem Nordwinde be- 
günstigte Schiff 166 Sm zurück, während diese gegen S-Wind und Stille kämpfende 
Bark nur 50 Sm gutmachen konnte. Als Folge dieser verschiedenen Verhältnisse 
war „Jason“ im Stande, 50° S-Br volle acht Tage früher, als „C. R. Bishop“ 
es that, zu erreichen. 
Auf dem Woge von 50° S-Br zur Ostspitze von Staaten Land hatte 
„C. R. Bishop“ noch einen ungewöhnlich heftigen Weoststurm zu überstehen, 
durch den dem Schiffe mehrere Segel zerrissen wurden. Als man am 1. Juli 
das Kap St. John umsegelte, herrschte dagegen ein frischer Ostwind. Die Ver- 
hältnisse ließen sich damals recht günstig an. Der Luftdruck zeigte auf den 
verhältnifsmäfsig hohen Stand von 761,0 nım, und der günstige Wind hatte 
damals gerade begonnen zu wehen. Man konnte dann auch schon am nächsten 
Tage in Sicht von Land zur Länge des Kap Horn und bis zum 3. Juli nach 
57,8° S-Br in 69° W-Lg vorrücken. Nach dieser Zeit herrschten aber derart 
stürmische Westwinde, dafs jeder Fortschritt nach Westen nur mit äufßserster 
Anstrengung erkämpft, bis zum 9. Juli sogar Nichts gewonnen werden konnte. 
Besonders hinderlich erwies sich der Umstand, dafs der Wind, nachdem er 
südliche Richtung angenommen hatte, dieselbe immer nur für kurze Zeit behielt 
oder aber mit solch übergrofser Stärke von daher wehte, dafs dessen Aus- 
nutzung unmöglich gemacht wurde, Der heftigste bei der Kap Horn-Umsegelung 
überstandene Sturm schien derjenige zu sein, welchen „C. R. Bishop“ am 19. 
und 20. Juli in etwa 54,5° S-Br und 79° W-Lg erlebte. Es veränderte sich 
während desselben der Wind nur von WNW nach WSW, und der Sturm war 
wie die meisten hier nun beobachteten Stürme von Hagel- und Schneeböen be- 
gleitet. Man beobachtete dabei einen niedrigsten Barometerstand von 745,0 mm. 
Der in 54,6° S-Br und 76° W-Lg stehende Mitsegler „Jason“ überstand diesen 
Sturm ebenfalls, und wurde an Bord desselben ein geringster Luftdruck von 
742,8 mm abgelesen, Am Mittage des 14, Juli hatten sich „C. R. Bishop“ in 
56,4° S-Br und 78° W-Lg und „Jason“ in 56,5° S-Br und 78,1° W-Lg wahr- 
scheinlich in Sicht von einander befunden. Als die erstere Bark am 23. Juli 
den in 79,8° W-Lg überschrittenen Parallel von 50° S wieder erreichte, befand 
sich „Jason“ jedoch noch in 55° S-Br und 77° W-Lg. Diese Bark gelangte 
erst am 26. Juli in 79,8° W-Lg wieder nördlich von 50° S-Br. „C. R. Bishop“ 
hatte 28 Tage südlich von diesem Parallele zugebracht. Während dieser Zeit 
hatten Schiff und Mannschaft‘ aufs Aeufserste angestrengt werden müssen. Die 
Bark „Papa“ hatte den Hafen von Hongkong am 18. Juli und „Levuka“ Sydney 
am 19. Juli erreicht. 
Nördlich. von 50° S-Br im Grofsen Ocean traf „C. R. Bishop“ zunächst 
stürmische Westwinde und später mehrere Tage anhaltende heftige Ostwinde 
an. Als 33° S-Br überschritten worden war, veränderte sich der kräftige Wind 
nach NW, worauf dann für längere Zeit ein nordöstlicher Kurs eingehalten 
werden mußte. Zu der in 24,3° S-Br und 84,8° W-Lg liegenden polaren Passat- 
grenze gelangte man erst am 7. August. Der ganz leise Zug veränderte sich 
dort bei einem höchsten Barometerstande von 767,0 mm von SW durch S nach 
SE und wurde anscheinend Passat. Es wurde dieser SE-Wind jedoch später 
noch in solcher Weise von lange anhaltender Mallung und Stille unterbrochen, 
dafs erst der nördlich von 16° S-Br einsetzende frische SE-Wind den Namen 
Passat wirklich verdiente. Bei demselben segelte die Bark bis zum 30. August 
zu der in 124,8° W-Lg überschrittenen Linie. Um zu derselben von 50° S-Br 
her zu gelangen, waren 38 Tage erforderlich gewesen, Während dieser Zeit 
hatte man: 40° S-Br in 88° W-Lg am 28, Juli, 30° S-Br in 89,6° W-Lg am 
2. August, 20° S-Br in 88,5° W-Lg am 10, August und 10° S-Br in 102,6° 
W-Lg am 20. August gekreuzt. Der Mitsegler „Jason“, dessen meteorologisches 
Journal für die Hinreise leider mit dem. 14. August endet, befand sich am Mittage 
dieses Tages in 27,8° S-Br und 75,5° W-Lgy gegen den gleichzeitigen Stand des 
„C. R, Bishop“ in 17,1° S-Br und 91,8° W-Le. 
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