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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

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Eingänge von meteorologischen Journalen etc., Juni 1885, 
and 10° N-Br in 26,4° W-Lg am 2. Mai gekreuzt. Die auf einer Reise nach 
Hongkong begriffene Hamburger Bark „Papa“, welche den Kanal am 6. April 
verlassen hatte, erreichte südliche Breite in 25,9° W-Lg am 6. Mai. Noch ein 
anderer Mitsegler, die eiserne, nach Sydney bestimmte Hamburger Bark „Le- 
vuka“, die sich bei Lizard am 13. Aprıl befunden hatte, passirte die Linie in 
25,7° W-Lg am 8. Mai. Am Mittag des 22, April hatte sich „C. R. Bishop“ 
in 34° N-Br und 19,3° W-Lg, „Papa“, der erst an diesem Tage den Passat 
erhielt, in 22,9° N-Br und 22,2° W-Lg und „Levuka“ in 34,2° N-Br und 
21,2° W-Lg befunden. 
Sehr ungünstige Verhältnisse wurden von „C. R. Bishop“ im Südatlan- 
tischen Ocean angetroffen. Nachdem man dort für einige Tage durch frischen 
SE-Wind begünstigt worden war, wurde derselbe bei 12° S-Br flau und unbe- 
ständig, um schlielslich in der Nähe von 14,6° S-Br und 35,6° W-Lg zu enden. 
Der Wind ging dort, bei einem Luftdruck von 764,8 mm, in leisen unbeständigen 
Zug über. Auf diesen folgte zwar später noch wieder ein etwa 36 Stunden 
anhaltender frischer SE-Wind, allein schließlich endete auch dieser in Stille, 
und nach dieser folgte eine längere Zeit der Westwinde, die zuweilen stürmisch 
wehten. Als der zuletzt aus südwestlicher Richtung kommende Wind am 
24. Mai in der Nähe von 25,5° S-Br und 37,6° W-Lg in Stille endete, hatte 
der Luftdruck einen höchsten Stand von 772,5 mm erreicht. Auch nach dieser 
Zeit blieben westliche Winde, die nur selten von günstigen Ostwinden unter- 
orochen wurden, vorherrschend. Diese Westwinde erreichten nun nicht selten 
die Stärke eines vollen Sturmes, Am meisten war dieses der Fall, als die 
Bark sich am 9. und 10. Juni in der Nähe von 38° S-Br und 53° W-Lg be- 
fand. Tags vorher hatte damals leichter nördlicher Zug geherrscht, bei dem 
der Luftdruck rasch abnahm. Als der niedrigste Stand von 746,0 nm erreicht 
war, erfolgte ein Ausschiefsen des Windes von N (3) nach SW (10), und indem 
las Barometer nach einiger Zeit langsam zu steigen begann, nahm der SW- 
Sturm bis zu orkanartiger Stärke zu. Da derselbe in dieser Weise fast 
36 Stunden lang anhielt, bildete sich eine aufserordentlich hohe See, in der 
das Schiff ungemein schwer arbeitete. Es nahm häufige Brechseen über, die 
viele Zerstörungen auf Deck anrichteten. Nachdem dieser Sturm sich gemäfsigt 
natte, folgte eine längere Periode ungewöhnlich schwacher Winde, doch konnte 
man auch dann, da deren Richtung meistens eine ungünstige war, nur lang- 
samen Fortgang erzielen, Es gelang daher erst am 25. Juni, den in 63,6° W-Lg 
überschrittenen Parallel von 50° Süd zu erreichen, Um zu demselben vom 
Aequator her zu gelangen, waren nicht weniger als 49 Tage erforderlich ge- 
wesen. Während dieser Zeit hatte man: 10° S-Br in 32,9° W-Lg am 11. Mai, 
20° S-Br in 37,8° W-Lg am 20. Mai, 30° S-Br in 42,4° W-Lg am 29. Mai und 
40° S-Br in 53,5° W-Lg am 14. Juni gekreuzt. Als „C. R. Bishop“ am 25. Juni 
den Parallel von 50° Süd erreichte, befand sich „Papa“ in 14,5° S-Br und 
102° O-Lg und „Levuka“ in 43,2° S-Br und 76° O-Lg. Am 17. Juni hatte die 
auf einer Reise von Malaga nach Guayaqwil begriffene Elsflether Bark „Jason“ 
die Breite von 50° Süd in 64,3° W-Lg erreicht. Dieselbe hatte das Mittelmeer 
am 11. April verlassen, sich später östlich von den Kap Verde-Inseln gehalten 
und den Aequator in 25,4° W-Lg am 7. Mai gekreuzt. In südlicher Breite 
blieb „Jason“ anfänglich gegen den „C. R. Bishop“ bedeutend zurück, so dafs 
am Mittag des 16. Mai der Standpunkt der ersteren Bark in 11,2° S-Br und 
33,8° W-Lg gegen den der letzteren in 17,4° S-Br und 37,5° W-Lg geworden 
war. Nach dieser Zeit war aber „Jason“ anscheinend als Folge der ange- 
sroffenen günstigeren Verhältnisse im Stande, das Verlorene wieder gänzlich 
einzuholen. Bis zum 3. Juni Mittags konnte diese Bark bis nach 35,9° S-Br 
in 48,5° W-Lg vorrücken, während gleichzeitig „C. R. Bishop“ in 35,6° S-Br 
und 49,4° W-Lg stand. Am 9. Juni, an welchem Tage bei beiden Mitseglern 
jener schon an anderer Stelle erwähnte Sturm begann, stand „Jason“ in 
40,6° S-Br und 50,1° W-Lg und „C. R. Bishop“ in 38° S-Br und 53° W-Lg. 
Bei der ersteren Bark wehie der Sturm, während der Luftdruck auf 730,4 mm 
sank, am längsten und heftigsten aus nordwestlicher Richtung. Als das Aus- 
achiefsen erfolgt war, mäfsigte sich der Sturm rasch, und am 11. Juni ver- 
änderte sich der frische Wind durch S nach E. Die Folge davon war, dafs 
der am 12. Juni von kräftigem NE-Winde begünstigte „Jason“ an diesem Tage
	        
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